#20Bücher – Tag 8

Auf Mastodon läuft gerade die Challenge #20books bzw. #20Bücher.

Book Challenge: 20 Bücher, die dich geprägt haben. Ein Buch pro Tag, 20 Tage lang. Keine Erklärungen, keine Bewertungen, nur Buchcover.

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Tag 8:

Buchcover für Patrick Rothfuss „The Slow Regard of Silent Things“

Ich finde ja wirklich toll, wenn sich Autor:innen sozial engagieren, aber könnte Patrick Rothfuss bitte The Kingkiller Chronicles zu Ende schreiben? Andererseits habe ich ein bisschen das Gefühl, dass es vielleicht auch nicht so ganz einfach ist, die Geschichte zu beenden und wie es möglich sein soll alle offenen Fäden der Erzählung in einem einzigen weiteren Buch fertig zu spinnen, stellt mich vor Rätsel. Alle paar Monate muss ich an die Kvothes Geschichte denken, weil ich doch so gerne endlich das Ende erfahren möchte. Etwa halb so oft recherchiere ich, ob es vielleicht ENDLICH ein Veröffentlichungsdatum für Band 3 gibt. (Stand 11.07.2023: Lol nope)

Naja, dafür gibt es immerhin ein wundervolles Spin-Off über den besten Charakter der ganzen Serie. The Slow Regard for Silent Things ist ein wundervolles Beispiel dafür, dass Literatur nur gut erzählen muss, dann braucht man gar keine spannende Handlung.

Und falls jemand Tipps für tolle Fanfiction hat, die die Geschichte zu Ende erzählt, ich wäre interessiert.

#20Bücher – Tag 7

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Tag 7:

Ich weiß nicht mehr wann und wie ich „Die Flüsse von London“ entdeckt habe. Vielleicht hat mein Mann die Reihe von seinem Buchhändler empfohlen bekommen – traditionell bekomme ich den neuen Band jedenfalls von ihm geschenkt und WEHE! Ich kaufe ihn mir selbst.

Obwohl ich englische Bücher eigentlich gerne auf Englisch lese, bin ich bei den Flüssen von London bei der deutschsprachigen Ausgabe gelandet und dann geblieben. Allerdings verunstalten ein englischer und zwei Softcover-Bände meine schöne Reihe im Buchregal!

Unvollständig ist bisher auch meine zugehörige Graphic Novel-Reihe, ich sollte mal eine entsprechende Andeutung fallen lassen.

Die Flüsse von London haben mir über meine Harry-Potter-schlechte-Laune hinweggeholfen. Peter Grant ist witziger und hat in besseres character developement. Aaronovitch spielt mit tollen populärkulturellen Anspielungen (mir hilft, dass in jedem Band ein mal Harry Potter und ein mal Doctor Who erwähnt werden) und hat sich eine Welt ausgedacht, in der Magie tatsächlich den Gesetzen der Logik folgt und dennoch alles durchdringt. Alle geliebten magischen Tierwesen und wo sie zu finden sind kommen vor und werden auch noch durch genii locii ergänzt. Und wer möchte nicht, dass eine Gottheit, die nächste Wasserquelle vor der eigenen Türe schützt?

#20Bücher – Tag 6

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Tag 6:

Gedichte. Keine Ahnung, wann ich zuletzt Gedichte gelesen habe. (Gestern, weil ich den obigen Band nach dem Fotografieren für die Challenge nicht mehr zurück ins Regal gestellt habe sondern mehrfach drin geblättert habe. Aber zuvor: Keine Ahnung.)

Diesen Band lieb(t)e ich jedenfalls heiß und innig, denn er hat einen wunderschönen himbeerroten Leineneinband, Dünndruckpapier und mehrere ordentliche Register. (Es fehlen nur noch der Goldschnitt und Lesebändchen. Und Frauen! Es fehlt entschieden Lyrik von Frauen!) Wie intensiv ich mich mal damit beschäftigt habe, zeigen die Klebezettel, die ich quasi als Register eingeführt habe. Wie lange es her ist, dass ich nicht mehr richtig rekonstruieren kann, was die unterschiedlichen Farben bedeuten und warum manche der Zettel weiter aus dem Buch herausgucken als andere.

Ich glaube nicht, dass ich ein Lieblingsgedicht oder auch nur einen Lieblingsdichter habe. Aber Lyrik hat entscheidend Mitschuld an meiner Liebe zu Sprache und Sprachspielen.

Außerdem ist sie unschlagbar aktuell:

Über einige Davongekommene
Als der Mensch
Unter den Trümmern
Seines
Bombardierten Hauses
Hervorgezogen wurde,
Schüttelte er sich
Und sagte:
Nie wieder.

Jedenfalls nicht gleich.

Günter Kunert

#20Bücher – Tag 5

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Tag 5:

Meine Liebe zum Lesen ist entscheidend von meiner Großtante mitgeprägt. Tante Friedel war die Schwester meines Großvaters, saß selbst nach einer Polioinfektion querschnittsgelähmt im Rollstuhl und arbeitete als Lehrerin im sonderpädagogischen Bereich. Ich kenne sie bewusst aber nur im Ruhestand. Besuche bei ihr und ihrem Mann, der mit dem Dichter Günther Eich verwandt war, fingen schon immer ganz besonders an. Man betrat die Wohnung nicht etwa durch die nicht-barrierefreie Haustüre, sondern musste über eine laaaange Rampe aus lauter einbetonierten feinen runden Kieseln gehen, die erst im rechten Winkel um ein Stück Rasen führte und dann auf der großen Terrasse endete. Vom Rasenstück und der Straße war die Terrasse durch ein Gitter, das dicht mit rankenden Pflanzen bewacht war, abgeschirmt, so dass wir sofort in einer ganz anderen Welt waren. Durch die große Panorama-Schiebetür gelangte man direkt in das Wohnzimmer, das nicht durch eine Sofalandschaft , sondern den großen Esstisch, einen Schreibtisch und Bücherregale bis unter die Decke geprägt war. Überhaupt Bücherregale!! Neben dem an der Decke befestigten Lift, war die Wohnung durch Bücher und Bücherregale an jeder verfügbaren Wand vom Boden bis zur Decke, zwei- oder gar dreireihig bestückt, mit querliegenden und gestapelten Büchern geprägt. Ein Traum! Man könnte meinen, dass es dort für Kinder fürchterlich langweilig gewesen sei, aber ganz im Gegenteil haben wir es geliebt dorthin zufahren und oft genug einen Abstecher nach dem Besuch bei den Großeltern eingefordert. Es war immer spannend und interessant wir Kinder wurden erst genommen und in die Erwachsenengespräche einbezogen. Nicht dass das in meiner Familie sonst anders gewesen wäre, aber hier waren die Gespräche einfach noch ein bisschen intellektueller, gebildeter, feiner, kultivierter – irgendwie besonders.

Schon das erste Geschenk, das ich von Tante Friedel bekam, war ein Buch. Zu meinem ersten Weihnachten, ich war nicht mal ein halbes Jahr alt, schenkte sie uns einen Sammelband mit Weihnachtsgeschichten, -gedichten und -liedern. Es sollten noch diverse weitere folgen, die ich alle heiß und innig geliebt habe. Neben meiner Puppe, die nie einen anderen Namen als Tante-Friedel-Puppe bekam (ja ich bin SO kreativ, wenn es um die Benennung von Dingen geht), haben sich viele, viele immer und immer wieder gelesene Bücher in meine Erinnerung gebrannt. Es werden in meiner Liste noch weitere folgen.

Mit Tante Friedel durfte ich Briefe schreiben. Nachdem ich ein Buch zu Geheimschriften bekommen hatte, jahrelang sogar in unserer Lieblingsgeheimschrift. Mit Tante Friedel habe ich, als ich größer wurde gelernt, das Um-die-Ecke-gedacht-Kreuzworträtsel aus der Zeit zu lösen. Mit Tante Friedel haben wir zwei wundervolle Besuche im Germanischen Nationalmuseum gemacht. Mit Tante Friedel habe ich Nachmittage lang mit Aquarellfarben gemalt. Und Tante Friedel hat, subtil und erst später voll entwickelt, meine Liebe zu England entfacht. Unter anderem hat sie ihre Liebe für Jane Austen und Stolz und Vorurteil an mich weiter gegeben. Die obige, heißgeliebte und vielgelesene Ausgabe ist ein Geschenk von ihr. Gemeinsam haben wir eine Sommerwoche lang die sechsstündige BBC Miniserie von 1995 angesehen und uns über die wortwörtliche Umsetzung des Buches gefreut.

Als ich in der 11. Klasse war, verstarb Tante Friedel. Sie hat in meinem Leben eine Lücke hinterlassen, die ich noch heute manchmal spüre und die mir erstaunlicherweise umso bewusster wird, je älter ich werde. Unter anderem, weil mir ihre großartigen, immer wunderbar treffenden Büchergeschenke fehlen. Darüber hinaus wurde ich in unfassbar vielen Aspekten, die mich als Person ausmachen von ihr mitgeprägt: Mein Liebe zu Museen und da besonders den alltagshistorischen, mein Hang dazu, mich gerne ein bisschen intellektuell zu geben, meine Art zu Denken, meine Vorliebe für literarische Genres, die Möglichkeit mir ein Leben vorzustellen, das nicht von Mann und Kindern geprägt ist und -– nur für den Zweck dieses Artikels erwähnenswert —der von Jane Austens Darcy und Knightley bestimmte hohe Anspruch an Männer.

#20Bücher – Tag 4

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Tag 4:

Die Auswahl für ein Astrid Lindgren Buch fiel mir echt schwer. Hat mich nicht doch die neugierige Madita am meisten beeinflusst? Oder die freche, großzügige Pippi – nein ich glaub nicht, die war mir immer zu großspurig. Aber vielleicht die Sommererlebnisse der Kinder aus Bullerbü? Oder waren wir zuhause nicht doch am ehesten die Kinder aus der Krachmacherstraße? Und wie kann ich nur die tapferen Brüder Löwenherz vergessen?

Am Ende habe ich wohl Astrid Lindgrens Märchen am öftesten gelesen. Sie spiegeln so wunderbar die vielen Varianten ihres Erzählens. Viele Kinder erinnern an die bekannten Figuren – aber quasi immer kommt ein magisches Element hinzu. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Geschichte meine Liebste ist. Der wunderbare Kuckuck Lustig, der zwei kranken Kindern Geschenke bringt uns sie mit Tricks unterhält? Die Prinzessin, die nicht spielen wollte bis sie eine Freundin ohne 1000 Spielzeuge aber mit Phantasie findet? Die Puppe Mirabell, die aus einem Samenkorn wächst und spricht? Die zauberhafte Elfe mit dem Taschentuch, die so dringend ein Ballkleid braucht? Nils Karlsson Däumling, der mir Puppenmöbeln ausgestattet wird? Auf jeden Fall ein der freundlichen, heiteren, vielleicht ein bisschen melancholischen Geschichten, aber keine der herzzerreißenden, traurigen.

Ganz besonders zauberhaft sind wie in den meisten Lindgren-Büchern die Illustrationen. Wobei mir schon immer die nicht-colorierten Zeichnungen am besten gefallen haben.

Apropos zauberhaft, vielleicht – und das fällt mir erst jetzt auf, wo ich über meine Lesebiographie nachdenke – sind diese Geschichten der Start für meine anhaltende Liebe zu allen Phantasiewelten mit magischen und zauberhaften Elementen.

#20Bücher – Tag 3

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Tag 3: J. K. Rowling: Harry Potter and the Philosopher’s Stone. Read by Stephen Fry.

Cover des englischen audiobueles vom ersten Harry Potter Band

Das wird schwierig.

Harry Potter symbolisiert für mich – vermutlich wie für die meisten Menschen meines Alters – eine sehr komplexe Beziehung. Ich bin mit Harry Potter erwachsen geworden, habe mit den Hörbüchern Englisch gelernt, auf Veröffentlichungstermine hingefiebert, an Hexennächten teilgenommen, Geburtstagsparties mit Motto gefeiert, bin dazu jahrelang eingeschlafen und vielleicht wurde Harry Potter einfach Teil meiner Persönlichkeit. In kein anderes Franchise habe ich mehr Geld gesteckt. Keine andere Erzählung ist mir ihren Symbolen so sehr Teil meines Lebens (gewesen). Nichts wollte ich so sehr sein, wie Hexe auf einer Zauberschule. Und ja, ein Teil von mir wartet bis heute darauf, dass mein Hogwarts-Brief kommt.

Aber dann lernte ich auf Twitter, dass Frau Rowling, deren Werk zwar schon lange vorher durch mangelnde Diversität und Inklusivität aufgefallen war – nicht umsonst gibt es Trillionen Fanfictions, die damit spielen – obwohl es doch scheinbar für Toleanz und Offenheit warb, sich immer weiter in transfeindliche Äußerungen versteigerte, sich selbst in Diskussionen zum Opfer des Diskurses stilisierte. [Ja sorry, das ist jetzt nur ein Satz, auch wenn alles in mir schreit, dass es mindestens zwei sein sollten!] Und mit einem Mal war alles mit einem schalen Beigeschmack versehen.

Denn, ich hatte doch gelernt und verinnerlicht (ok, nicht NUR bei Potter, aber eben AUCH), dass ich in einer freien, gleichberechtigten, sozialen Gesellschaft leben möchte. In einer Gesellschaft, in der niemand ausgeschlossen wird, nur weil die Person anders ist. Ich will, dass das für alle gilt unabhängig von Geschlechtsidentität, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung, sozialem Status, … Und ausgerechnet die fiktionale Welt, die so offensichtliche Parallelen zu Nazideutschland hat, sollte jetzt nicht Rechte für alle Gruppen einfordern, die damals verfolgt wurden?

Der Zwiespalt zwischen all den positiven Kindheits- und Jugenderlebnissen mit Harry Potter und aller daraus resultierender Haltungen und Einstellungen und der Abneigung gegen die Haltungen und Einstellungen der Erschafferin dieser Welt ist immer wieder schmerzhaft. Aus einer Welt, von der ich dachte, dass sie mein Leben für immer bestimmen wird, ist etwas geworden, das ich nicht mehr finanziell unterstützen möchte, das ich nicht mehr guten Gewissens rezipieren kann, das bis heute immer wieder zu Diskussionen führt. Auf der Pro-Seite könnte man natürlich verbuchen, dass ironischer Weise vermutlich niemand so deutlich wie Rowling meine Haltung als Transally verschärft hat.

Hier könnte man jetzt vermutlich lange über die Frage vom Tod des Autors philosophieren. Und bisher habe ich es auch weder geschafft noch vor, alles was mit Harry Potter zu tun hat, aus meinem Leben zu verbannen. Dolby is a free elf! Aber J. K.

#20Bücher – Tag 2

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Tag 1

Tag 2: Alan Bradley: The Sweetness at the Bottom of the Pie

Buchcover von Alan Bradleys The Sweetness at the Bottom of the Pie

Ich erinnere mich nicht mehr so genau, wann ich dieses Buch zuerst gelesen habe, aber noch sehr genau, dass es die deutsche Ausgabe Mord im Gurkenbeet war, die mir eine Freundin ausgeliehen halte, die sie wiederum von einer anderen Freundin geliehen hatte. Und ich erinnere mich dass ich sie abends im Bett gelesen habe, eigentlich hätte schlafen sollen/wollen, aber vor lachen (und aus Neugierde, wie es weiter geht) nicht aufhören konnte zu lesen. Mit der neunmalklugen Flavia konnte ich mich irgendwie identifizieren, ihre Erzählperspektive war witzig. Und natürlich wollte ich wissen, wie es weiter geht. Also sammelte ich sehr schnell alle erschienen Bände auf Englisch und dann Jahr für Jahr den neuen.

9 bunte Bücher aus der Flavia de Luce-Reihe auf einem Regalbrett.

Ein für mich besonders prägendes Element der Buchreihe sind die Radio Beiträge und Klavierstücke, die in den Büchern immer wieder genau nachvollziehbar benannt werden. Insbesondere die Beschreibungen Flavias davon, wenn ihre ältere Schwester Klavier spielt, haben mich wünschen lassen, dass das Buch mit seiner eigenen Playlist veröffentlicht wäre. Su saß ich mit dem Handy und YouTube neben mir da. Insbesondere angetan hat es mir eine Sonate von Paradisi, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte. Heute besitze ich das Sonaten Album legal gekauft. Denn schnell durfte ich feststellen, dass mir seine Musik mindestens so gut über Konzentrationstiefs hinweg hilft wie Bach. Angefixt wurde ich mit der Toccata (was auch sonst) aus der Sonate in A-Dur.

https://www.youtube.com/watch?v=cqojngQAVC4

#20Bücher – Tag 1

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Mein erster Gedanke war: „Oh nein! Eine Challenge, das ziehe ich doch niemals durch.” Meine zweite Sorge war, ob ich wohl so viele Bücher finde? Dann habe ich all die tollen Beiträge gesehen und wollte mitmachen. Ich habe die Notizenapp am Handy geöffnet und eine Liste angefangen. Jetzt weiß ich: Das Problem ist es nicht mindestens 20 Bücher zu finden, sondern nur 20 Bücher.

Allerdings stelle in jeden Tag aufs Neue fest, dass ich auch die Geschichte zum Buch erzählen will. Aber wozu habe ich ein Blog?!?

Tag 1: Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Hg.): Methoden der Volkskunde

Mit meinem Hauptfach im Studium ist es ja, wie mit einer epischen Liebesgeschichte: wir haben uns eher zufällig getroffen, halten einer holprigen start, aber dann war ganz schnell klar, dass es die große liebe ist. Teil dieser liebe ist definitiv dieses Lehrbuch zu den Methoden des qualitativen Forschens. Jeder einzelne Beitrag setzt einen Standard für den jeweiligen Bereich. Ganz besonders wichtig for mich war allerdings immer Silke Göttschs Artikel „Archivalische Quellen und die Möglichkeiten ihrer Auswertung.” Dessen Kopie war Teil des Erstsemesterreaders im Vertiefungsseminar zur Einführungsvorlesung. Und während leider der Funke zur Feldforschung nie so richtigen übergesprungen ist, ist die historisch-archivalische Arbeit bis heute Teil meines Lebens.

Ich meine: wie kann man bitte KEINEN Spaß an paläographischer Detektivarbeit haben? Leider nutze ich es nicht mehr, aber ich konnte mal Current schreiben

Jedenfalls konnte ich im Verlaufe meines Studiums genügend historische Seminare belegen und Hausarbeiten schreiben. Und in jeder kam ich irgendwann an den Punkt, dass ich nicht mehr so recht weiter wusste. Und jedes Mal wieder hat mich das viel gelesene, mehrfach unterstrichene, colorcodede Skript über die Schreibblockade hinweggetragen. Irgendwann habe ich die wichtigen Stellen und Anmerkungen in den mittlerweile gekauften Band übertragen. Die Studienunterlagen zum Einführungsseeminar habe ich vor zwei Jahren in einer unzeremoniellen Aktion (unter seelischem Beistand der Studienfreundin) weggeworfen. Aber das Buch wird im Regal bleiben,

Mini-Quiche

Mini-Quiche

Lisseuse
Mini-Quiches, die sich perfekt als Fingerfood eignen
Prep Time 1 hour
Cook Time 20 minutes
Total Time 1 hour 20 minutes
Course Snack
Servings 24 Stück

Equipment

  • 2 Muffinbleche

Ingredients
  

Mürbeteig

  • 500 g Mehl
  • 250 g kalte Butter in Stücke geschnitten
  • 1 El Gemüsebrühe
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • etwas kaltes Wasser

Füllung

  • 2 Stangen Lauch
  • 1 Becher Sauerrahm (oder ähnliches)
  • 2 Eier
  • 1 Eiweiß (damit kein Rest bleibt)
  • 100 g Käse (Bergkäse/Gouda) gerieben
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Olivenöl zum Andünsten

Instructions
 

  • Ofen auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Mürbeteig kneten

  • Aus Mehl, Butter, Brühe, Eiern und ggf. etwas kaltem Wasser einen Mürbeteig kneten, zu einer Kugel formen und abgedeckt 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Teig formen

  • Zwei Muffinbleche mit Backpapierstreifen auskleiden.
  • Den Mürbeteig in mehreren Portionen ausrollen und ca. 12 cm große Kreise ausstechen. (Oder eine passende runde Schale suchen und mit dem Messere drum herum schneiden). Die Muffinformen mit dem Teig auskleiden.

Füllung

  • Den Lauch waschen und in feine Streifen schneiden und in Olivenöl andünsten, bis er zusammengefallen ist. In einer Schüssel mit Sauerrahm, Eiern und geriebenem Käse vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Die Füllung in die vorbereiteten Teigschalen geben.

Backen

  • Ca. 20 Minuten backen, bis der Teig goldbraun und die Füllung etwas aufgegangen ist.

wmdedgT 05.06.2023

Montag Morgen ist noch früher, wenn der Arbeitstag am Freitag bis 20 Uhr gedauert hat. Daran, dass das anders wird, wollte/will/werde ich weiter arbeiten. Es geht mit dem Rad zur Arbeit #mdRzA – also eigentlich mit dem Rad zum Bahnhof, mit dem Zug zwei Dörfer weiter, mit dem Rad den Berg hoch zur Carl-Orff-Stiftung. Dort angekommen quatsche ich erst mal 20 Minuten mit der Gärtnerin; so erfahre ich auch gleich, was bei uns diesen Sommer wo wächst: Demnächst wird es in der Mittagspause wieder frischen Salat geben. Die ersten Walderdbeeren wandern direkt vom Beet als Frühstück in den Mund.

Bauerngarten mit vielen verschiedenen Beeten. Am rechten Bildrand läuft ein gepflasterter Weg. Im Hintergrund zwei weiße Häuser. Es handelt sich um Arbeits- und Wohnhaus von Carl Orff.
Bauerngarten

Vor meinem Rechner angekommen, muss ich erst mal die Mails checken. (Donnerstag und Freitag waren Archiv- und Bibliothekstage, da nehme ich meistens nur den leichten privaten Rechner mit auf dem die Berufmail nicht aktiviert ist). Wie immer ist nichts dringendes passiert. Dann werfe ich einen Blick in den Kalender und ins Notizbuch. Nur 90 Minuten später habe ich meine ToDo’s, Fragen, Absprechungsbedarf etc. geklärt. Die Hauptaufgabe des Tages: Frisch gescannte Fotos aus der losen Fotosammlung von Carl Orff ins Bildarchiv hochladen, beschreiben, verschlagworten etc. – da prokrastiniere ich lieber erst mal noch bei Social Media . Seit drei Wochen habe ich Zugang zu den Accounts der Carl-Orff-Stiftung (Instagram der Carl-Orff-Stiftung, Facebook der Carl-Orff-Stiftung), aber noch bin muss ich mich erst mal damit vertraut machen.

Schon Zeit für eine Mittagspause. Das Wetter ist gut genug um draußen zu sitzen. Im Teich blühen die ersten Seerosen und eine Libelle leistet meiner Chefin und mir Gesellschaft. Parallel besprechen wir den aktuellen Stand in der Planung für das neue Carl-Orff-Museum, wie wir die Öffentlichkeitsarbeit aktivieren werden, notwendige Fortbildungen, Tagungsbesuche und was sonst so anfällt.

Danach ist Konzentration angesagt, jetzt sind doch endlich die Bilder dran. Weil es dringender ist, prokrastiniere ich die Erfassungsarbeit doch noch ein bisschen und stelle zu erst der Marketingfirma die letzte Woche getroffene Bildauswahl zusammen. Dann gibt es keine Ausreden mehr und plötztlich ist es 18 Uhr. Vor dem Fenster geht gerade die Welt unter. Die Arbeit ist aber ohnehin noch nicht fertig, da kann ich auch ein paar Fotos hochladen. Eine Stunde später habe ich zusammengepackt (und noch ein paar Fotos für heute Abend zuhause mitgenommen). Schnell die Regenpause ausnutzen und zum Zug! Am Heimatort habe ich nicht so viel Glück. Es schüttet aus allen Wolken und bevor meine Stoffschuhe patschnass sind, radle ich eben barfuß nach Hause.

Daheim gibt es Resteessen vom Bibimbap von Sonntag. Nur kurz alles in die Pfanne geworfen und mit Sojasauce und Mirin abgelöscht.

Nach dem Essen lade ich bei einer frischen Kanne Tee noch ein paar Fotos hoch. Anschließend reicht die Konzentration nur noch für Tiktok und Bett.

Was machst du eigentlich den ganzen Tag kurz #wmdegT ist eine Aktion von Frau Brüllen (Link zum Blog). Die anderen Beiträge aus dem Juni finden sich hier.