Archive for the ‘Museum’ Category

Geschwisterurlaub in Wien – Tag Zwei

Gebloggt am: 25.09.2012 von Lisseuse

Entspannung prägte auch unseren zweiten Tag in Wien. Denn mit “erst mal ausschlafen” und “gemütlich frühstücken” kamen wir nicht vor 11 Uhr aus dem Haus. Der daraus entstehende Nachteil ist allerdings offensichtlich: Immerhin haben Museen nicht die großzügigsten Öffnungszeiten, die man sich vorstellen kann. Außerdem ist die Mittagszeit bei den meisten Urlaubern am beliebtesten und so ist nicht nur der zeitliche Rahmen knapp bemessen, sondern auch der Raum, der einem selbst im Museum zur Verfügung steht. Oder anders gesagt: im brechend vollen Museum hat man noch nicht einmal Muße länger vor einem Bild zu stehen.

Ganz so schlimm war es allerdings doch nicht. Unser Programm für den zweiten Tag in Wien sah den Besuch der Ausstellung 150 Jahre Klimt im Oberen Belvedere vor. Diese läuft noch bis 06.01.2013 und lohnt einen Besuch auf jeden Fall. Denn nicht nur die Anlage und das Schloss sind sehenswert.

Oberes Belvedere

Die Ausstellung versammelt eine Reihe der bekanntesten Bilder von Gustav Klimt. Nicht nur sein Kuss sondern auch Judith und viele weitere Bilder sind dort zu sehen. Leider waren die Räume trotz sonnigstem Wetter ziemlich voll, so dass es schwierig war länger vor einzelnen Bildern zu stehen. Besonders da die Beleuchtung eigentlich verlangte, dass man sich genau den einen Punkt vor dem Bild suchte, der keine Lichtspiegelungen sichtbar machte. Durch völlig schwarze Wände konnten die Bilder jedoch ganz besonders leuchten und der Blick wurde nicht abgelenkt.

Judith (Bild aus der Wiki Commons)

Der Kuss (Bild aus der Wiki Commons)

Zum Belvedere gelangt man am schönsten übrigens durch den Botanischen Garten der Universität Wien. Gerade beim wundervollen Sommerwetter unseres Urlaubs ist es dort auch ruhiger und kühler als in der restlichen Stadt.

 

Der zweite Punkt auf unserer Tagesordnung war eine Führung durch die Wiener Staatsoper. Doch leider wissen wir jetzt zwar alles über den Wiener Opernball (und dass unser völliges Desinteresse daran nicht unbegründet ist), aber immer noch nichts über die Musik, die dort aufgeführt wird. Wenigstens die Tatsachen des Gebäudes konnte unser Gruppenführer nicht wegopernballisieren. So bekamen wir die beeindruckend riesige Bühne mit Brandschutzvorrichtung erklärt und erfuhren zumindest von den günstigen Stehplätzen, die man für normale Vorstellungen recht unkompliziert erwerben kann.

Staatsoper – Bühne

Auch aus der Loge war die Bühne immer noch beeindruckend. Besonders interessant am Gebäude ist, dass ausschließlich der Zuschauerraum im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Neu gebaut wurde ein sehr schöner schlichter Raum, der wesentlich angenehmer ist als die überladenen K. und K. Prunkräume oder das Treppenhaus.

Staatsoper – Publikumsblick auf die Bühne

Staatsoper – Treppenhaus

Der Besuch der Oper lohnt sich auf jeden Fall – um eine stupide Verherrlichung des Opernballs zu umgehen, sollte man vielleicht aber einfach Theaterkarten besorgen und eine Aufführung ansehen. Immerhin sind auch die Wiener Philharmoniker weltbekannt.

 

Nach der Opernführung schlug der Hunger zu. Und da schon lange vor Abfahrt nach Wien feststand, dass Wiener Schnitzel ein absolutes Muss sei, fanden wir uns schnell bei Plachutta wieder. Dort durften wir besonders leckeres, echtes Wiener Schnitzel essen.

Plachutta – Speisekarte

Den zweiten Nachtisch gab es dann allerdings bei Eis-Greissler. Dort gibt es Bio-Eis aus Zotterschokolade (und völlig anderen Geschmacksrichtungen), das RICHTIG lecker ist. Dass wir dort am nächsten Tag nicht noch einmal vorbeigekommen sind, ist höchst bedauerlich!


dOCUMENTA (13)

Gebloggt am: 26.08.2012 von Lisseuse

Wenn man in der Nähe von Kassel wohnt und auch nur einigermaßen an Kultur und Kunst interessiert ist, lohnt es sich auf jeden Fall zur dOCUMENTA (13) zu fahren. Denn bei der dOCMENTA wird alle fünf Jahre zeitgenössische Kunst aus allen Ländern der Welt nach Kassel gebracht. Noch bis zum 16. November kann man die verschiedenen Ausstellungen besuchen.

Moderne Kunst

Dabei muss man sich natürlich noch einmal ins Bewusstsein rufen, was zeitgenössische Kunst eigentlich ist: es geht nicht mehr um Schönheit und Ästhetik, sondern darum eine Botschaft zu vermitteln. Dabei können immer noch schöne, ästhetische Werke entstehen. Häufig aber ist das, was man Betrachtet bedrückend und verstörend.

Zum Kunstbegriff der dOCUMENTA gehören neben klassischen Gemälden und Skulpturen auch Videoinstallationen und Projekte, die den Besucher einbeziehen.

Um besser zu verstehen, was man da eigentlich vor sich hat, lohnt es sich auf jeden Fall das dOCUMENTA-Begleitbuch für 24€ zu kaufen. Da die dOCUMENTA eher eine Galerie als ein Museum ist, gibt es kaum Tafeln und Erklärungen zu den Objekten und Künstlern. Deshalb kann das Begleitbuch mit Infos zu den Künstlern, ihrem Werk und den ausgestellten Kunstwerken weiterhelfen.

dOCUMENTA (13)

Seit dem 09.06. werden für 100 Tage in ganz Kassel verschiedene Objekte gezeigt. Hauptpunkte bilden:

  • Das Fredericianum, mit einer Ausstellung zur Geschichte der dOCUMENTA.
  • Die documenta-Halle, in der es um moderne Ansätze von Malerei geht.
  • Die Neue Galerie,
  • Die Karlsaue, wo durch den gesamten Park verschiedene Künstler ihre Projekte ausstellen.

Bei meinem Besuch haben wir die documenta-Halle, die Neue Galerie besucht. Außerdem sind wir durch die Karlsaue geschlendert, wo man aber auch bei besonders gutem Willen nur einen Teil der Kunstwerke ansehen kann, weil sie so weitläufig ist.

Leider tritt auch bei der dOCUMENTA das gleiche Phänomen auf, wie bei vielen anderen Museen und Ausstellungen: Nach zwei bis drei Stunden ist der Kopf voll, die Aufnahmefähigkeit zu Ende und eine Pause dringend nötig. Um Geld zu sparen, begibt man sich dann am Besten in die Karlsaue und nimmt ein mitgebrachtes Picknick ein.

Auch von dem Gedanken, an nur einem Tag auch nur ansatzweise einen Überblick über alles was ausgestellt wird zu bekommen, verabschiedet man sich am besten. Für einen solchen Überblick muss man mindestens zwei Tage einplanen. Und falls man tatsächlich vor hat, jedes Kunstwerk intensiv zu studieren, zieht man am besten nach Kassel und kauft sich eine Dauerkarte. Überhaupt empfiehlt es sich für alle, die die Möglichkeit dazu haben, die dOCUMENTA während der Woche zu besuchen. Denn am Wochenende bilden sich überall  lange Warteschlangen, die man so umgehen kann. Dann kommt man auch in besonders beliebte Räume, ohne vorher eine halbe Stunde anzustehen.

Zur dOCUMENTA gibt es eine Website, die viele Bilder, Informationen zu den Ausstellungsorten, Künstlern und weiteren Veranstaltungen bietet.


Sommer! oder 12. Die Kunstströmung, die du am meisten magst

Gebloggt am: 17.06.2012 von Corinna

Es gibt sie immer – Gemälde, Karikaturen, Photographien, Zeichnungen oder Skizzen, die nach einem Museumsbesuch oder einer Ausstellung hängen bleiben. Und die eigentlich zu schön sind, um sie nur allein gesehen zu haben. Abhilfe schaffen da zum Teil Kunstpostkarten, die es im Museumsladen gibt. Aber selbstverständlich nicht zwingend gerade von den Bildern, die einen persönlich angesprochen haben.

Vitrail de Kolo Moser dans l'église St Léopold de Steinhof (Vienne/Autriche)

Kolo Moser – Glasfenster Vien (Foto von dalbera)

Und zu Sommer passt für mich vor allem dieses Ringelblumenbild von Koloman Moser (geb. 1868), ein Mitglied der Wiener Werkstätten, die den Jugendstil vor allem im Kunsthandwerk geprägt haben, nichtsdestotrotz aber auch Bilder geschaffen haben. Koloman Moser selbst war teilweise ein Rebell – mit 17 bestand ohne das Wissen seiner Eltern die Aufnahmeprüfung an der Akademie der bildenden Künste Wien, 7 Jahre später gehörte er zum Siebener Kreis, aus dem später die Wiener Secession entsteht. Anfang des 20. Jahrhunderts ist er vor allem im Kunstgewerbe tätig, fertigt Möbel- und Glasentwürfe, steuert Illustrationen zur “Ver Sacrum” – Zeitschrift der Wiener Secessionsbewegung bei und entwirft Kleidungsstücke. Seine Wohnung möbliert er mit Möbel nach seinen Entwürfen. 1918 stirbt er.  Gerade diese Vielseitigkeit des Jugendstils macht die Strömung für viele interessant. Denn dem Jugendstil ging es nicht nur darum auf eine neue Art und Weise zu malen, wie es im Impressionismus der Fall war. Es ging darum in allen Lebensbereichen eine neue Formensprache einzusetzen – dieses Bestreben sieht man auch beim berühmtesten Vertreter, Gustav Klimt, der gleichfalls für seine Lebensgefährtin Kleider entworfen hat, aber genauso Häuser mit Fresken ausgestattet hat. Häufig wird die Sezessionsbewegung kritisiert, weil sie zu vereinfachende Formen, zu stilisierte Naturabbildungen und dekorative Muster geschaffen hat. Andererseits liegt darin auch der Reiz – wer schon mal im komplett im Jugendstil eingerichteten Haus in Nancy war, dem wird klar, dass es eben nicht nur um ein verschönerndes oder schockierendes Bild ging, dass man aufhängt und sich daran erfreut, sondern es ging darum ein Leben im neuen Aufbruch zu leben.

Wer Werke des Jugendstils sehen will, dem sei einmal ein Besuch in Wien empfohlen, wo es neben dem Secessionsgebäude v.a. im Leopoldmuseum und in der Österreichischen Nationalgalerie Werke von den Wiener Secessionisten zu sehen gibt. Auch im erwähnten Nancy gibt es neben dem Museum auch einige Häuser im Jugendstil. Und wer sich für die Glaskunst interessiert, der ist im Passauer Glasmuseum richtig.

 


Museum: Austellungseröffnung Kuh-Milch-Geschichten

Gebloggt am: 26.04.2012 von Lisseuse

Letzen Sonntag hatten wir große Ausstellungseröffnung.  In Zusammenarbeit mit dem Museumsdorf Hösseringen haben wir Studierende (Kulturanthropologie; Uni Göttingen) eine Ausstellung zum Thema Milch erarbeitet.

Projektgruppe der Ausstellung Kuh-Milch-Geschichten aus der Lüneburger Heide

Milch als nicht lange haltbares Lebensmittel ist nun auf den ersten Blick vielleicht nicht das am nächsten liegende Thema für eine Ausstellung. Durch Interviews und Gespräche mit Milchbauern und Molkereiarbeitern,Teilnehmende Beobachtung und der historischen Beschäftigung mit dem Thema Milch, sind wir dem Thema aber letztendlich doch nahegekommen.

In verschiedenen “Inseln” und dem Begleitband zur Ausstellung können nun unsere Ergebnisse angesehen werden. Für die Ausstellung haben wir uns alle Mühe gegeben mutimedial zu sein. Es gibt nicht nur sehr viele Ausstellungsobjekte, sondern auch Hörstationen, mit Ausschnitten aus Interviews, die wir geführt haben und Videoinstallationen.

Betritt man die Ausstellungshalle steht man zunächst vor einem großen Milchtetrapak, in dem neben der Erklärung, warum wir uns überhaupt mit Milch beschäftigt haben, auch ein wunderbarer Milchhimmel zu finden ist.

Milchhimmel

Die leere Milchflasche

Die leere Milchflasche - Symbol für die Nichtausstellbarkeit von Milch

Anschließend geht es um das Tier “Kuh” und die Berufe Landwirt und Melker, bevor die Entwicklungen in der Milchproduktion und Milchverarbeitung gezeigt werden. Eine Insel beschäftigt sich mit der Kontrolle der Milch.

Milchlabor

Durch aufwändige chemische Analysen wird deren Qualität sichergestellt und die Milch so zu einem der am stärksten kontrollierten Lebensmittel. Eine wichtige Rolle spielt dabei die “Milch der Wahrheit”. Diese ist ein chemisch hergestelltes Vergleichsprodukt, an dem alle echte Milch gemessen wird.

Milch der Wahrheit

Außerdem beschäftigt sich die Ausstellung mit der Milchwirtschaft im Nationalsozialismus: Milchgesetzte und Butterreinheitsgebote spielen in dieser Station eine wichtige Rolle. Ebenso spielt der Wandel im Transport der Milch eine Rolle. Es wird die Entwicklung von der Milchauslieferung per Rad und Hundekarre bis zur Langstreckenlieferung von Milch heute gezeigt.

Fahrradkurier für Milch

Milchtransport mit Hundekarre

Zuletzt werden in der Ausstellung einige kritische Positionen zur Milch angerissen: Sowohl die immer weiter verbreitete Laktoseintoleranz als auch der freiwillige Verzicht auf Milch spielen hier eine Rolle. Für die Darstellung von Veganismus durften wir verschiedene Blogartikel verwenden, die in einer Medienstation gezeigt werden.

vegane Blogs

Mein herzlicher Dank für die Erlaubnis der Verwendung geht noch mal an unsere zitierten Blogeinträge:

Den krönenden Abschluss der Ausstellung bildet ein Milchladen, der dem Museum nach der Auflösung als kompletter Bestand überlassen wurde.

Milchladen

 

Die Ausstellung läuft noch bis Oktober 2013.

  • Öffnungszeiten des Museums:

15. März bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag von 10.30 – 17.30 Uhr
montags an Feiertagen von 10.30 – 17.30 Uhr

  • Eintrittspreise:
Erwachsene 4,50 Euro
in Gruppen ab 10 Personen 4,00 Euro
Gruppenführung 30,00 Euro je Stunde + Eintritt
Familienkarte (2 Erwachsene mit Kindern bis 16 Jahre)  9,00 Euro
Familien-Jahreskarte (2 Erwachsene mit Kinder bis 16 Jahre) 25,00 Euro
Kinder (6-16 Jahre) 1,00 Euro
Betreute Schulklassen (pro Person und Stunde) 2,00 Euro

Sommerträume oder 20. Ein Bild, das du gerne in deiner Wohnung hättest

Gebloggt am: 02.08.2011 von Corinna
Francesco Guardi: Die Rialtobrücke mit Weinufer (via zeno.org)

Francesco Guardi: Die Rialtobrücke mit Weinufer (via zeno.org)

Blaue Himmelweite, die nur wenig durch die venezianische Rialtobrücke abgegrenzt wird vom kaum dunkelblauen Kanalwassers. Es dominieren helle Farbtöne, die einen die Wärme fühlbar machen. Im Vordergrund die Gondolieri, die aber trotz ihrer Vielzahl keine große Unruhe in das Bild bringen.

Francesco Guardi, selbst in Venedig geboren, malte eigentlich vorwiegend historische und religiöse Motive. 1760 entstand der Bildtitel “Der Canal Grande bei San Geremia”, bei dem er sich noch sehr an seinem Vorbild und Lehrer Giovanni Antonio Canaletto orientierte, später aber seine eigene Formensprache in der Vedutenmalerei fand. Sein Hauptmotiv war Venedig.

Eigentlich könnte man meinen, dass die Vedutenmalerei sprich die Stadtlandschaftsmalerei schon so inflationnär oft dargestellt worden ist, dass man sie als Bildbetrachter nur mehr streifend sieht, aber nicht mehr im eigentlichen Sinne wahrnimmt. Das schöne an solch ruhigen Bildern aber ist, dass sie in Räumen aufgehängt, auch als Ruhepunkt fungieren können. Das Auge kann sich auf den blauen Achsen von Himmel und Kanal ausruhen, wobei man zugleich in Urlaubserinnerungen in Italien abtaucht… und so fünf Minuten gedanklichen Kurzurlaub macht.

In echt im Musée des Augustins in Toulouse zu sehen.


Bilder! Stöckchen! Bilderfragebogen!

Gebloggt am: 29.07.2011 von Corinna

Es gibt sie immer – Gemälde, Karikaturen, Photographien, Zeichnungen oder Skizzen, die nach einem Museumsbesuch oder einer Ausstellung hängen bleiben. Und die eigentlich zu schön sind, um sie nur allein gesehen zu haben. Abhilfe schaffen da zum Teil Kunstpostkarten, die es im Museumsladen gibt. Aber selbstverständlich nicht zwingend gerade von den Bildern, die einen persönlich angesprochen haben.

Es ist natürlich schwieriger, Bilder als Bücher zu beschreiben , allein schon weil durch den Medienwechsel  vieles verloren geht. Und natürlich kann man den Autor viel schneller nachschauen, wenn man grade das Buch zur Hand hat. Dennoch denke ich, dass es das wert ist, mal zweimal hinzuschauen statt nur seufzend aus dem Museum zu gehen mit dem Gedanken, es ja sowieso nicht mehr so schnell wiederzusehen. Genau das gleiche gilt für die kurz angelesen Künstlerinformationen in Museen, die meist interessant sind, aber danach schnell wieder in der Tiefe des Bewusstseins abtauchen.

Deswegen gibt es von mir jetzt den “Bilderfragebogen”, in Anlehnung an den Bücherfragebogen.

  1. Das Bild, das dir bei deinem letzten Ausstellungs-/Museumsbesuch gefallen hat.
  2. Dein Lieblingsbild bzw. eines deiner präferierten Bilder.
  3. Das schönste Porträt.
  4. Das gruseligste Porträt.
  5. Ein Bild, das dich melancholisch werden lässt.
  6. Ein Bild, das dich zum Lachen bringt.
  7. Das Bild mit der schönsten Hintergrundgestaltung.
  8. Ein modernes Bild, das dir gefällt.
  9. Die anmutigste Skulptur.
  10. Ein dynamisches Bild.
  11. Ein Bild, das dich inspiriert hat.
  12. Die  Kunstströmung, die du am meisten magst.
  13. Ein Lieblingskünstler.
  14. Das interessanteste Künstlerpaar.
  15. Die schönste Schwarz-weiß-Photographie.
  16. Die schönste Buchillustration, die du gesehen hast.
  17. Die Kunstrichtung, die du hässlich findest.
  18. Die tollste Karikatur.
  19. Das Bild, das du dir nie in die Wohnung hängen würdest.
  20. Ein Bild, das du gerne in deiner Wohnung hättest.

Museum: Bachhaus Eisenach

Gebloggt am: 26.06.2011 von Lisseuse

Das Bachhaus in Eisenach war die dritte Einrichtung, die wie mit unserem Seminar “Was ist ein Museum? Was ist eine Gedenkstätte?” besucht haben. Die Blogeinträge für nummer eins und zwei verbergen sich unter den Links.
Da es zum Einen mein zweiter Besuch im Bachhaus, zum anderen aber auch die Exkursion mit der schlechtesten Organisation war, so dass wir kein richtiges Gespräch mit einer Person des Museums führen konnten, wird mein Bericht wohl viel kürzer Ausfallen.

Das Bachmuseum befindet sich, wohl wie viele Personalmuseen, in einem Gebäude, von dem nicht völlig geklärt ist, ob und wie Johann Sebastian Bach in diesem gelebt hat. Im geführten ersten Teil der Ausstellung wurde jedoch ausdrücklich betont, dass es zur Tradition des Museums gehört, das Bachhaus als Geburtshaus Bachs darzustellen und dass fehlende schriftliche Quellen dafür durch die lange mündliche Tradierung, dass dies der Fall sei, ausgeglichen werde.

Bachhaus Eisenach (via Wikipedia)

Die Ausstellung des Bachhauses gliedert sich in vier Teile. Zunächst betritt man mit der Sammlung historischer Musikinstrumente, den einzigen Teil mit Führung. Hier werden immer zur vollen Stunde einzelne Instrumente vorgeführt und außerdem auch einige Hintergrundinformationen zu Bach und der Ausstellung gegeben. Anschließend werden die Museumsbesucher in den Bereich der Sonderausstellung geführt. Hier gibt es in bisher unregelmäßigen Abständen wechselnde Sonderausstellungen. Die aktuelle, noch bis November 2011 laufende Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Bachinterpretin Wanda Landowska. Neben Texttafeln mit vielen Fotos wird dieser Teil der Ausstellung durch iPod-Hörstationen interessant, an denen man einzelne Aufnahmen Landowskas anhören kann. Dabei sind Texte und Musikausschnitte aufeinander abgestimmt und ergänzen sich gegenseitig. So sind meist auch keine ganzen Werke Bachs im Zusammenhang zu hören, sondern nur einzelne Stücke. Der dritte Teil der Ausstellung befindet sich im historischen Gebäude und zeigt neben der Geschichte der Familie Bach auch, wie eine (Musiker-)Familie zu Lebzeiten Bachs gelebt haben könnte. Der interessanteste Teil der Ausstellung ist jedoch der vierte, der sich im modernen Neubau befindet. Hier wendet sich der Fokus der Ausstellung von der Person Bachs weg, hin zu seiner Musik. Neben der sehr verständlichen Erklärung vieler musiktheoretischer Probleme, die für Bachs Musik wichtig sind (hier kann auch der Laie verstehen, wie der Contrapunkt funktioniert und warum das “Wohltemperierte Klavier” so besonders ist) gibt es hier erneut jede Menge Hörstationen, an denen einzelne Stücke erklärt werden.

Zudem gibt es in diesem Teil auch die Möglichkeit an Spielstationen vieles selbst auszuprobieren oder sich am Computer noch einmal selbst genauer über Johann Sebastian Bach und seine Musik zu informieren.

Das Bachhaus ist – trotz des missglückten Exkurisonsbesuchs – eines der besten Museen, die ich bisher besucht habe. Man kann darin problemlos einen verregneten Nachmittag damit verbringen schöne Musik zu hören und sie besser zu verstehen.

Der Link zur Homepage des Bachhauses: http://www.bachhaus.de/


Museum: Schillerhaus Weimar

Gebloggt am: 11.06.2011 von Lisseuse

Unsere zweite Exkursion führte uns nach Weimar. Der erste Teil der Miniserien über die Museumsexkursionen findet sich hier.

Um 1800 bildete das Herzogtum Sachsen-Weimar unter der Regentschaft von Herzogin Anna-Amalia einen Raum, in dem sich die intellektuellen Größen der Zeit versammeln konnten. Dies lag unter anderem daran, dass im Herzogtum eine relativ großzügige Zensur gehandhabt wurde, so dass es nicht nur Goethe und später Schiller, sondern auch Herder und Wieland dorthin zogen. Hinzu kam, dass die am geistigen Leben interessierte Herzogin diesen Männern auch Anstellungen an ihrem Hof bieten konnte. In der Folge ist Weimar heute voller Gedenkorte und Museen, die Personen thematisieren, die dort um 1800 gelebt haben.

Schiller selbst lebte nur von Oktober 1799 bis zu seinem Tod 1804 in Weimar und bewohnte dort überdies mehrere Wohnungen. Dass wir ausgerechnet das Schillerhaus besuchten, liegt am Kult der bereits im 19. Jahrhundert um Schiller und dessen Wohnhaus entstand. Im identifikationsbedürftigen 19. Jahrhundert begann, im Zusammenhang mit der Nationalstaatbewegung die Suche nach Identifikationsfiguren. Mit dem vorläufige Scheitern der Nationalbewegung verstärkte sich dieses Bedürfnis nach Figuren der nationalen Identifikation noch. Dass ausgerechnet Schiller zu einer der deutschen Identifikationsfiguren des 19. Jahrhunderts wurde liegt daran, dass er nicht nur als “der deutsche Autor” galt, dessen Texte zur Allgemeinbildung beinahe aller Bevölkerungsgruppen gehörte, sondern auch seine Lebensgeschichte zur “Heilsgeschichte” umgedeutet wurde. Während seine Texte, die nach heutigem Verständnis keineswegs national, sondern garadezu europäisch sind (man betrachte nur einmal die Handlungsorte seiner Dramen), als Ausdruck der nationalen Revolution gedeutet wurden, wurde Schiller selbst zur “Christusgestalt”. Dabei wurde sein künstlerisches Schaffen als “hohe Begabung” mit “heiligem Ernst” gedeutet und seine immer wieder aufkeimende Krankheit mit dem Leiden Christus’ gleichgesetzt. In diesem Zusammenhang entstanden nun nicht nur zahlreiche Schillerdenkmäler, sondern auch das Schillerhaus. Dieses wurde 1847 und damit am Vorabend der Revolution von 1848/49 als nationale Gedenkstätte eingerichtet.

Schillerhaus Weimar (via Wikipedia; Urheber: Andreas Trepte)

Diese ursprüngliche Gestaltung des Schillerhauses als Gedenkstätte und Ort der Schillerverehrung spiegelt sich noch im heutigen Museum. Obwohl der Innenhof mit einem Neubau gestaltet wurde, in dem sich neben Kasse, Museumsshop und sanitären Anlagen auch mehrere Funktions- und Ausstellungsräume befinden, gibt es keine wirkliche Thematisierung Schillers und seines Werkes. Stattdessen ist die Hauptattraktion seine Wohnstätte, in der versucht wurde, die Inneneinrichtun so originalgetreu wie möglich wiederherzustellen. Dabei gibt es jedoch in den Räumen selbst keine Hinweise darauf, dass es eben dennoch kaum Originaleinrichtungsgegenstände mehr gibt. Gleichzeitig bleiben die Räume seltsam seelenlos. Nur mit viel Phantasie kann der Besucher sich vorstellen, dass überhaupt jemand in ihnen gelebt haben soll.

Da wir ein Führung durch den Dozenten bekommen haben, kann ich zudem leider nicht beurteilen, ob in den Führungen des Museums oder im Audioguide die Einrichtung problematisiert und die Geschichte des Schillerhauses besser erzählt wird. Die Erklärungen, die wir zumindest zum Audioguide bekommen haben, deuten jedoch darauf hin. Für einen Besuch, empfehle ich daher diesen zu benutzen, auch wenn ich selbst keine Erfahrungen mit diesem Audioguide gemacht habe.

Kurze Linkliste:

Die Klassikstiftung zu Schillers Wohnhaus
Die Klassikstiftung zum Schiller-Museum


Museum: Luthergeburtshaus in Eisenach

Gebloggt am: 28.05.2011 von Lisseuse

In diesem Semester besuche ich die Verantaltung Was ist eine Gedenkstätte? Was ist ein Museum?. Bevor es hier im Blog hauptsächlich um die drei Exkursionen gehen wird, die wir in verschiedene Einrichtungen des Personengedenkens gemacht haben, werde ich zum besseren Verständnis kurz die Unterschiede zwischen den beide. Typen erläutern:
Eine Gedenkstätte ist immer an einen historischen Ort gebunden; dabei wird davon ausgegangen, dass auch Orte ein “Gedächtnis” an Ereignisse haben, die an ihnen bewahrt bleiben. Solche Orte werden “Gedenkort” genannt. Eine Gedenkstätte entsteht nun, wenn an einem solchen Ort eine Institution entsteht, die an diese Ereignisse besonders erinnern möchte. Ein Museum dagegen ist an keinen Ort gebunden und zeichnet sich besonders durch eine Sammlung zu einem bestimmten Thema aus. Zum Umgang mit dieser Sammlung gibt es bestimmte internationale Museumsregeln. Unter anderem beinhalten diese, dass die Sammlung sachgemäß bewahrt, erforscht und damit erschlossen werden muss. Der Hauptpunkt ist jedoch das Zeigen der Exponate in einer Ausstellung, bei der es vor allem darum gehen soll, wissen über die Gegenstände zu vermitteln.

Das erste Museum, das wir besucht haben, war das Luthergeburtshaus in Eisleben.

Luthers Geburtshaus in Eisleben (via Wikipedia)

Luthers Geburtshaus in Eisleben (via Wikipedia)

In den ersten Räumen des Museums, das sich vor allem in einem seit 2007 existiernden Neubau befindet, wird besonders auf die Verbindung Luthers zur Stadt Eisleben und die Geschichte der Stadt in der Lutherzeit eingegangen. Dabei wechseln sich Räume zur Sozialgeschichte Eislebens mit solchen zur Familie Luther ab. In kurzen Tafeln wird jeweils erläutert, was das Thema des jeweiligen Raumes ist. Die Ausstellungsstücke bleiben ansonsten unkommentiert. Zum besseren Verständis der Funktion vieler Einzelstücke sind jedoch immer wieder Modelle aufgebaut, in denen die Gegenstände “benutzt” werden. Gerade bei den Räumen zum Eislebener Bergbau (Luthers Vater war dort Arbeiter) sind diese sehr hilfreich. Hinzu kommen in allen Räumen kleine Tafeln, auf denen Originalzitate von Martin Luther zum Thema des jeweiligen Raumes stehen. Diese verbinden als “roter Faden” nicht nur die einzelnen Räume untereinander, sondern auch alle Räume mit dem Überthema “Luther”.

Da die Familie Luther nur wenige Jahre in Eisleben verbracht hat, gibt es dort besonders wenige Exponate, die in einer Ausstellung gezeigt werden könnten. Zudem steht das Museum in Konkurrenz zum Luthersterbehaus, dem Luthermuseum in Eisenach und der Wartburg. Aus diesen Gründen wird in Eisleben, neben der bereits geschilderten Einbindung in die Stadtgeschichte, besonders der historische Ort als Geburtshaus dargestellt. Da sich das Museum dabei jedoch vor das Problem gestellt sieht, dass zwar einerseits Luther tatsächlich in einem Haus an dieser Stelle geboren wurde, andererseits aber das Originalhaus im Stadtbrand von 1689 abbrannte, muss auch mit dieser Inszenierung vorsichtig umgegangen werden. Dies wurde gelöst, indem in dem historischen Gebäude, das aus dem Jahr 1693 stammt, Räume zum anfassen und ausprobieren gestaltet wurden. Originalgetreu nachgebaute Stücke zeigen einen Schlafraum, eine Stube und eine Küche, wie sie in der Lutherzeit typisch waren. Während so zwar der historische Bruch reflektiert wird, verliert der Ort gleichzeitig die Aura des “Nachempfindens”. Das “Gedenken” an die historische Persönlichkeit Martin Luther geht zusammen mit jeder religiös-andächtigen Stimmung verloren. Seitens des Museums, das sich ausdrücklich als solches und nicht als Gedenkstätte versteht, ist dieser Effekt jedoch durchaus gewünscht. Höhepunkt der Ausstellung sind jedoch die Bildergalerie mit den Reformatoren und Fürsten, die sich um die Reformation verdient gemacht haben. Diese exisiert im “schönen Saal” seit dem Wiederaufbau des Lutherhauses. Hinzu kommt eine Luther-Gedenktafel, die seit dem späten 16. Jahrhundert auf das Luthergeburtshaus aufmerksam macht.

Die Organistatoren im Luthergeburtshaus haben ein tolles Konzept für ihre Ausstellung entwickelt, das leider an zwei Punkten scheitert: Durch das Bemühen, die Gemachtheit des Ortes zu zeigen, geht das Gefühl für den Ort zu einem großen Teil verloren. An wenigstens einem Punkt der Ausstellung wäre ich gerne betrogen worden, um weigstens ein Mal das Gefühl haben zu können: Hier stand Luther. Zum Dritten befindet sich das Museum an einem Ort, in dem ein Drittel der Häuser leer stehen. Dies schlägt sich deutlich auf die Stimmung im Ort nieder. Dennoch bietet Eisleben, gerade wenn auch das Luthersterbehaus 2012 mit neuem Konzept wiedereröffnet werden wird, eine gute Ergänzung zum größeren Lutherrummel in Eisenach.

kurze Linksammlung:
Das Geburtshaus auf martinluther.de 

Das Geburtshaus auf der Homepage der Stadt Eisleben