Category Archives: Alltag

Wochenrückblick KW 7

Die Woche bestand überwiegend aus Arbeit. Am Faschingsdienstag wurden im Bezirk Mittags die Stempeluhren abgestellt – dass die ganzen Kollegen da auch heim gingen, führte zu sehr ruhigem und entspanntem Arbeiten. Ein bisschen fies ist allerdings, dass man Minusstunden auf dem Arbeitskonto bekommt, wenn man nicht die Hälfte seiner Arbeitszeit vormittags erbringt, weil man eben immer so spät wie möglich anfängt und dafür Abends lange bleibt. Wenn man dann auch noch TROTZDEM den ganzen Tag da war … na gut, lassen wir das. Ich habe ohnehin niemals mehr die Möglichkeit, meine Mehrarbeitsstunden irgendwie auszugleichen, so wie mein Vertrag aktuell gestrickt ist.

Sehr viel Zeit mit dem Flyer für die Brot-Ausstellung verbracht. Der Grafiker brachte leider das Kunststück fertig, dass der Entwurf mit jedem Korrekturlauf etwas unmotivierter, liebloser und hingeworfener aussah. Jetzt hoffen, dass die Version, die er hoffentlich Montag schickt, verwendbar ist. Dass wir ohnehin super knapp dran sind, ist dabei auch nicht grad hilfreich.

Am Wochenende zuhause. Nicht alleine schlafen RULEZ!

Zum Frühstücken am Samstag mit einer Freundin getroffen – ihre Eltern waren mal wieder da und wir wollten die Gelegenheit nutzen, um wenigsten zu versuchen, einen Termin für ein Familientreffen mit ihrer und meiner Familie zu vereinbaren. Pfingsten sollte hoffentlich klappen! Abends dann Nervenzusammenbruch wegen krasser Anforderungen für spannende Stellenausschreibungen bekommen – und mangelnder sonstiger Stellenangebote. Aber immerhin gab es SEHR leckeres Essen. Zusammen mit umarmt einschlafen hat das meine Stimmung dann wieder gerettet.


Wochenrückblick KW 6

Die letzte Woche bestand wohl vornehmlich aus arbeiten. Immerhin drängt die neue Sonderausstellung “Brot. Nahrung mit Kultur”. Die soll am 22. März eröffnen – und bisher ist nur recht wenig davon fertig gestellt. Mal wieder wünschte ich, es gäbe bei uns etwas mehr Organisation und Struktur. Und vor allem wären motivierte, engagierte Kollegen toll. So wird das dritte Ausstellungsprojekt, an dem ich nur mitarbeiten soll, zu einem, das ich wohl organisiere und strukturiere. Das klingt arrogant und überheblich, ist aber leider so.

Ansonsten habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, dem Lieblingskollegen, der sich gerade fürchterlich über unkollegiales Verhalten, Faulheit und Betrügereien am Arbeitsplatz aufregt (zu Recht!), zuzuhören und zu versuchen ihn zu bestärken. Gleichzeitig bestand die Herausforderung der stellvertretenden Leitung überhaupt verständlich zu machen, wo das Problem liegt. Die beiden Herren gerieten ziemlich aneinander – und wenn eine Seite noch nicht mal verstanden hat, warum sie gerade angegriffen wird, obwohl die andere seit einem halben Jahr sagt, was sie stört, dann besteht trotz allem immer noch Vermittlungsbedarf.

In meiner kargen Freizeit hatte ich die Freude gleich zwei Redaktionstelefonate per Skype zu führen. Zum Einen sitze ich seit letztem Sonntag äußerst spontan in der Redaktion des Bundesblattes meiner Verbindung. Zum Glück zusammen mit meiner lieben S., mit der ich sehr gerne zusammenarbeite, mit der ich auch mal streiten kann, aber wir am Ende doch einen guten Konsens finden und dann noch mit dem C., der gut zu unserem Team passen wird. In nur zwei Stunden, haben wir Aufgaben verteilt, Organisatorisches besprochen und geklärt, welchen Weg wir gehen wollen, wenn die zu befürchtenden schwierigen Beiträge eingehen werden. Zum anderen haben die sprachbegabte C. und ich zu Beginn des Jahres überlegt, wie wir etwas mehr Leben hier ins Blog bringen könnten. Inklusive langer freundschaftsfördernder Telefonate. Denn unser Plan sieht natürlich auch und gerade vor, dass wir diesbezüglich regelmäßig telefonieren und wer wären wir, wenn wir dabei nicht vom eigentlichen Thema ab- und zu allem, was uns sonst so beschäftigt hinkämen.

Am Samstag dann der Herzensschwester beim Umzug geholfen. Die hat ja den perfekten Umzug organisiert: Nach dem sie die halbe Familie um Hilfe gebeten hat, ist ihr aufgefallen, dass sie selbst ausgerechnet am Wochenende des Umzugs eine Fortbildung hat und deshalb selbst nicht mit anpacken kann. Dem Schwager ist dann noch beim Starten des Autos am alten Wohnort die Batterie ausgegangen – da musste er dann wohl oder übel und trauriger Weise eineinhalb Stunden auf den Abschleppdienst warten. Genug Zeit, dass der Rest von uns am neuen Wohnort schon locker den Transporter ausräumen und alle Kisten, Möbel und die Waschmaschine nach oben schleppen konnten. Immerhin war es beiden ausgesprochen peinlich. Und zugegeben saßen wir die längste Zeit des Nachmittags mit Kuchen versorgt herum und haben uns unterhalten. Als gute Schwester blieb ich über Nacht und habe noch beim auspacken und einräumen geholfen. Das hat sehr viel Spaß gemacht, denn die Wohnung ist wirklich schön und hat mich zu jeder Menge kreativer Einrichtungsideen inspiriert.

Am Sonntag dann Sauna. Endlich mal wider warm werden und zumindest versuchen dem Muskelkater und dem Arbeitsstress entgegenzuwirken.


Wochenrückblick KW 3

Das Thema Bewerbungen wird immer drängender. Mittwoch hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt. Der war zum Glück deutlich weniger schlimm, als erwartet. Wir haben vereinbart, dass ich mich halt erst mal auf Stellen bewerbe, Fahrtkosten auch gleich deutschlandweit gezahlt bekomme ohne, dass ich dafür extra Anträge stellen müsste. Da ich ja durchaus gerne arbeiten gehe und dabei Spaß habe, waren wir uns bei der Notwendigkeit Bewerbungen zu schreiben ohnehin einig. Schicke Bewerbungsunterlagen habe ich jetzt auch. Wie schön es doch ist, wenn man Medientechniker im Familienkreis hat. Jetzt müsste ich nur mehr Anschreiben schreiben. Am Besten kreativ, innovativ, motiviert und kreativ;)

Zu Weihnachten habe ich von der in Paris lebenden Freundin eine Flasche Rotwein bekommen. Und welch wunderbares Geschmackserlebnis: Ich habe meinen ersten Wein probiert, bei dessen erster Nase und erstem Schluck ich an feuchte Erde dachte. Bisher schmeckte ich ja immer nur die unterschiedlichsten Früchte. Vielleicht muss ich wieder mehr Wein trinken und anfangen gezielt Geld dafür auszugeben.

Ein bisschen beim “Utopie Landwirtschaft”-Projekt voran gekommen. Wie immer erweist es sich als hilfreich, ein ANDERES dringendes Thema zu haben. Das Stichwort ist Prokrastination. Wenn es gut läuft, dann fange ich bei zwei Projekten nicht an die Wohnung zu putzen sondern lieber das eine oder das andere zu machen – schön abwechselnd. Jedenfalls habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit dem Kollegen geführt, der Nebenerwerbslandwirt ist. Ich liebe es ja sehr, Neues zu lernen. Und zum Thema Landwirtschaft ist das sehr einfach, weil ich dazu keine Ahnung habe. Von meinem fundierten Halbwissen mal abgesehen. Jedenfalls weiß ich jetzt wie Maschinenringe funktionieren (gut, und WAS man da alles für Vergünstigungen kriegt… Falls man mal bei einem Auto sparen will, sollte man Bekannte im Maschinenring haben.). Ich habe gelernt, warum die Raiffeisengenossenschaften nicht mehr ausreichen, um genug Vergünstigungen für Saatgut und Dünger zu bekommen. Stattdessen bilden die Bauern andere Einkaufsgemeinschaften, um so Großmengen abnehmen zu können und entsprechend günstigere Preise zu bekommen. Ich hab natürlich trotz allen Verständnisses “Papa ante Portas” im Ohr: “Bei zehn Gläsern sparen Sie 60 Pfennig.” – “Das klingt schon besser! Und bei Fünfzig?” Es ist ja ohnehin immer wieder spannend sich mit Landwirten zu unterhalten: Die haben eine völlig andere Sicht auf die Welt, als normale Menschen. Ich glaube, wenn man eigentlich Nahrungmittel produzieren möchte, dann ist man irgendwie bodenständiger und realitätsnäher. In Berlin ist ja gerade “Grüne Woche” – und die Reaktion von Bauern darauf ist nur wenig begeistert. Die meisten würden gerne – vielleicht sogar ohne Subventionen?!? – nicht draufzahlen wenn sie ihre Felder bewirtschaften. Die Sätze “wir sind nur bessere Landschaftspfleger” und “die Subventionen gibt es nur, damit wir nicht aufhören, Landwirtschaft zu betreiben und im Krisenfall die Versorgung gewährleisten können” hängen mir auf jeden Fall nach.

Am Wochenende konnte ich schon wieder nach Hause fahren. Dort nur gemeinsam eingeschlafen und aufgewacht. Im Second Handladen der Wahl gewesen, weil ich gucken wollte, ob sie ein Oberteil da haben, das Bewerbungstauglich ist. Hatten sie. Und außerdem gleich noch passende Stiefel, ein Top, ein Dirndl, das definitiv in die Kategorie #noktoberfest fällt, aber eigentlich ohne Schürze zum Glück einfach nur ein schickes Jeanskleid ist. Das Beste daran, arbeiten zu gehen, ist eindeutig, dass ich mein ganz und gar eigenes Geld ohne schlechtes Gewissen für genau das ausgeben kann, worauf ich Lust habe.

Hinterher mit der geschätzten Studienfreundin einem britischen Nachmittag gefröhnt. Wir haben endlich die letzte Staffel Doctor Who zu Ende geguckt – und beten jetzt, dass das Christmas Special und die nächste Staffel besser werden. Denken Sie sich hier einige Ausfälligkeiten gegenüber Steven Moffat. Ansonsten gab es köstlichen Tee, wir fabrizierten die bewährten Gurkensandwiches, buken die wundervollsten Scones und hatten sogar Clotted Cream dazu. Dafür dass der Creamtee als leichte Zwischenmahlzeit gedacht ist, ist mir hinterher meistens verdächtig übel.

Abends wurde ich dann noch mit der zartesten Tajine bekocht, die möglich ist. Verwöhnwochenende de luxe.


Wochenrückblick KW 1

Silvester ist ja nicht so mein Feiertag. Während Weihnachten mit der Familie für mich auch ohne den Mann an meiner Seite funktioniert, fehlt er an Silvester dann immer sehr. Es ist ein bisschen komisch, weil ich keine Silvestertradition habe und den Jahreswechsel als bedeutungsschwere Tage auch eher albern finde. Da könnte man doch annehmen, dass es beim Familienfest mehr auffallen würde, wenn ein wichtiger Teil meiner Familie fehlt. Aber an den Weihnachtstagen ist es eben auch laut und turbulent und es gibt leckeres Essen und tolle Geschenke. Silvester ist für mich dagegen meistens eher ruhig und beschaulich, am liebsten würde ich das komplett ignorieren – da bleibt dann eben auch mehr Zeit zum Nachdenken, in der auffällt, wer gerade ziemlich fehlt.

Aber eigentlich wollte ich mich ja eher darauf konzentrieren, was gut war!

Eine dritte Urlaubswoche am Stück. Eigentlich hatte ich kurz vor, doch was zu arbeiten. Aber das letzte Jahr war so voll Arbeit, dass ich mich dann doch lieber dazu entschieden habe nichts zu tun. Also habe ich mehr oder weniger nur ferngesehen. Nebenher habe ich zwei Paar Socken und eine halbe Mütze gestrickt, das neue Stickzeug ausprobiert und ansonsten einfach nur rumgehangen. Ein großes Manko der eReader meiner Eltern: zuhause liegen keine Bücherstapel mehr rum, die man durchstöbern kann und die für Entdeckungen zum Schmökern über die Feiertage gut sind. Außerdem hat leider auch noch die wirklich gut sortierte Bücherei der Kirchengemeinde zugemacht, was auch zum Wegfall an Lesestoff führt. Also nichts gelesen, aber dafür alle Romcoms auf Netflix geguckt, die ich noch nicht kannte.

Nur langsam habe ich Lust bekommen mich mit den anstehenden Bewerbungen, wissenschaftlichen Themen im Allgemeinen und den aktuellen Themen auf der Arbeit auseinander zu setzen. Einerseits ist das gar nicht so gut, weil ich so vieles in der letzten Woche erledigen wollte. Aber dazu hätte ich es wohl halten müssen, wie fliggerit auf Twitter schrieb:

Andererseits hat das Nichtarbeiten dazu geführt, dass ich etwas Distanz zu meinem aktuellen Job gefunden habe, der bis Ende Januar befristet ist. Lange konnte ich mir zwischen allen Ausstellungsprojekten und laufenden Arbeiten so gar nicht vorstellen, dass ich irgendwo anders arbeiten soll, das geht jetzt endlich einigermaßen.


Das Internet – die Kommerzialisierung

Das Internet entstand im Umfeld der Wissenschaft. Ab den 1990ern konnte es auch von Laiennutzen genutzt werden. Das lag zum einen am Preisverfall der Computer-Hardware, zum anderen an der zunehmend benutzerfreundlichen Interaktionsebene zwischen Mensch und Computer. Welche Entwicklungen zum heutigen Internet geführt haben und die grundlegende Funktionsweise einiger Internetanwendungen sind im Folgenden erklärt.

Die Kommerzialisierung

Ab 1991 konnten in den USA das Netz auch kommerzielle Unternehmen nutzen. 1989 entwickelte Tim Berners-Lee am CERN im Genf, die Anwendung des World Wide Web (WWW), was auch zur Verbreitung des Internet außerhalb der akademischen Welt beitrug. Berners-Lee übertrug das Hypertextkonzept auf das Internet, um somit eine effiziente Informationsverwaltung von verfügbaren Wissen zu ermöglichen. (vgl. Braun 2010, s. 205). Dabei ermöglicht dieses Konzept statt einer einzig linearen Darstellung bei Stichwörtern direkt zur verlinkten Stelle zu springen, die den Kontext bzw. die Erklärung hierzu gibt. (vgl. Kirpal/Vogel 2006), was der ursprünglichen Anwendung (Verlinkung und Präsentation von verschiedenen Forschungsergebnissen und -materialien) hilfreich war. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 143). Daher nannte Berners-Lee diese Verknüpfungsweise auch World Wide Web. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 143).

Berners-Lee ist auch Entwickler des Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und der Hypertext Markup Language (HTML). Das HTTP diente dazu, dass ein Computer im Internet nach bestimmten Dateien suchen konnte, die zu einem Dokument verknüpft werden sollten. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 143). Der Uniform Resource Locator (URL) war die Adresse der so erstellten Dokumente. Mittels HTML war des dem Browser möglich, die gefundenen Daten angemessen darzustellen. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 143f.)

Das WWW wurde auch durch die kostenlose Verfügbarkeit der ersten Browser ermöglicht, wie beispielsweise den Mosaic Browser der Universität Illinois, was 1994 jedoch zur Gründung der Firma Netscape führte.

Mitte der 1990er begannen immer mehr Entwickler ihre Programme und geschriebenen Lösungen nur gegen Lizenzgebühr weiterzugeben. Kirpal und Vogel führen drei Geschäftsmodelle des Internets auf: den Verkauf der Browsersoftware, der kostenpflichtige Zugang zum Internet, sowie das Internet als weiterer Absatzkanal für Produkte und Dienstleistungen (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 144). Dem Kommerzialisierungsbestreben kam entgegen, dass mehr und mehr Privatpersonen Computer für den Privatgebrauch hatten und auch die Bedienung des Computers zunehmend benutzerfreundlich gestaltet wurde. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 144f.). In den 1990ern war es zunächst vor allem der gebührenpflichtige Internetzugang, der Gewinne versprach. Dabei kann sich der Internetnutzer über einen Knotenrechner des Internetproviders über ein Modem oder eine ISDN-Verbindung in das www einwählen. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 145).

Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass die Verbreitung des Internets erst durch laienorientierte Innovationen kam, welche nicht von Forschern entwickelt wurden, sondern von ersten Nutzern bzw. Studenten der Computer Science, die die bisher sehr technikorientierte und wenig benutzerfreundliche Oberfläche umgestalteten. (vgl. Hellige 2006, S. 17). Da es die Erfinder des Internets zunächst nicht für den privaten Gebrauch entwickelt hatten, war die Nutzung des Internetnetzes so umständlich, dass es kaum jemand außerhalb der Expertenzirkel auf sich nahm. (vgl. Hellige 2006, S. 16). Erst mit der Einführung von „Graphic User Interfaces“ für Email oder Browser wurde es einfacher für den Laien den Computer zu bedienen. (vgl. Hellige 2006, S. 17).

Funktionsweise von World-Wide-Web -Anwendungen

Um eine Seite im Web aufzurufen, baut ein PC eine TCP-Verbindung mit dem Webserver auf. Der Browser auf dem Computer schickt dann eine Anfrage nach einer Webseite an den Server. Der Server liest nun entweder die angeforderte Seite oder erstellt sie dynamisch und schickt sie dann zurück an den PC. Das gleiche Prinzip wird bei E-Mails und der Internettelefonie verwendet. (vgl. Braun 2010, S. 205).

Neben dem reinen Aufrufen von Webseiten, gibt es nun auch Webservices. Dies „ist eine Softwareanwendung, die über einen Uniform Resource Identifier eindeutig identifizierbar ist und deren Schnittstelle über die Web Service Description Language beschrieben werden kann.“ (Braun 2010, S. 205). Somit  können  Softwareagenten direkt über XML-Nachrichten (eXtensible Markup Language) kommunizieren, was den automatisierten Datenaustausch erleichtert. (vgl. Braun 2010, S. 205).

Neue Ansätze in der Netzwerkverknüpfung

Statt des Client-Server-Modells nahmen in den vergangenen Jahren auch Peer-to-Peer-Netze (P2P-Netze) zu. In einem P2P-Netz sind alle beteiligten Computer gleichberechtigt, sodass jeder Computer Empfänger und Sender für Daten werden kann. Häufig werden P2P-Netze „zur Verbreitung von Suchanfragen nach Objekten verwendet.“ (Braun 2010, S. 206). Das heißt, dass beispielsweise Musikdateien häufig über solche Netzwerke ausgetauscht werden.

Sicherheit

Da das Internet nicht primär für eine kommerzielle Nutzung entwickelt wurde, wurde Sicherheit erst ein großes Thema als es für alle geöffnet wurde. (vgl. Braun 2010, S. 206).

Die Zukunft

Braun schreibt 2010, dass vor allem drahtlos kommunizierende Endsysteme wie Kleinstcomputer und Sensoren über Funk ihre Datenpakete austauschen werden. Dabei werden die Datenpakete über mehrere drahtlose Zwischen knoten transportiert. (vgl. Braun 2010, S.206f.)

Literaturverzeichnis

Braun, Torsten (2010): Geschichte und Entwicklung des Internets. In: Informatik Spektrum 33 (2), S. 201–207. DOI: 10.1007/s00287-010-0423-9 .

Hellige, Hans Dieter: Die Geschichte des Internet als LernprozessGI-Edition. stark erweiterte Neubearbietung von artec-paper 107, Nov.2003. artec – paper Nr. 138 2006. Online verfügbar unter https://www.researchgate.net/profile/Hans_Hellige/publication/37931469_Die_Geschichte_des_Internet_als_Lernprozess/links/552244d00cf2a2d9e14528b5.pdf, zuletzt geprüft am 17.03.2016.

Kirpal, Alfred; Vogel, Andreas (2006): Neue Medien in einer vernetzten Gesellschaft. Zur Geschichte des Internets und des World Wide Web. In: N.T.M. 14 (3), S. 137–147. DOI: 10.1007/s00048-006-0239-5 .


Das Internet – Wer hat’s erfunden?

Es gibt Technologien, wie das Fernsehen, das Handy oder das Internet, welche man einfach nur benutzt. Aber wie funktioniert beispielsweise das Internet? Wie hat es sich entwickelt und wie wird sich das ganze vielleicht noch entwickeln?

Die Anfänge

Die Advanced Research Projects Agency  – das ARPA-Netzwerk

In den 1950ern arbeitete das amerikanische Militär bereits mit einem netzwerk zur Erfassung und Auswertung von Daten der Luftraumüberwachung, dem sogenannten SAGE-Net (Semi-Automatic -Ground Environment Network). Dieses Netzwerk verband bereits mehrere geographisch verteilte Computer, basierte jedoch im Gegensatz zum späteren Internet noch auf dem Time-Sharing-Konzept, “das es mehreren Nutzer gleichzeitig ermöglichte, auf einen Großrechner zuzugreifen und mit ihm zu arbeiten.” (Kirpal/Vogel 2006, S. 138).

1958 wird die Advanced Research Projects Agency in den USA gegründet vom Verteidigungsministerium. Ziel dieser Einrichtung war es die „angewandte Forschung im akademischen und universitären Einrichtungen besser zu koordinieren“ (Braun 2010, S.201).

Zur damaligen Zeit gab es nur einige Großrechner. Die erste Idee war es, dass mehrere Anwender gleichzeitig an einem Computer arbeiten können. Das „Time-Sharing“ (Braun 2010, S.201) bedeutet, dass „[d]ie Rechenzeit eines Computers (…) so aufgeteilt [wird], dass jeder Prozess oder jeder Benutzer den Eindruck gewinnt, dass das entsprechende Programm Fortschritte erzielt.“ (Braun 2010, S.201).

Der ARPA-Mitarbeiter Bob Taylor hatte 1966 die Idee, die geographisch verteilten Großrechner zu einem Netzwerk zu verbinden. So hätte man ohne teure Investitionen die Rechnerleistung erhöht. Dies scheiterte jedoch daran, dass die Anzahl der erforderlichen Leitung „proportional zuN2 ,mit N=Anzahl der zu verbindenden Computer.“ (Braun 2010, S.201) ist.

Um dieses Kapazitätsproblem zu lösen, schlug Wesley Clark 1967 vor, ein Netz von „Interface message Processors (IMP)“ (Braun 2010, S. 201) zu bilden. Das Gerät des IMP sollte die Kommunikation zu anderen Computern über weitere IMPs erledigen. (vgl. Braun 2010, S.201). Zu diesem Zeitpunkt wusste man jedoch noch nicht, wie diese Kommunikationstechnologie aussehen sollte. (vgl. Braun 2010, S.201). Diese Interface Message Processors entlasteten also das Endgerät, sodass sich der Endcomputer (Client) nicht auch noch um den Netzbetrieb kümmern muss. Der Client-Computer musste sozusagen nur zur Kommunikation mit einem IMP eingerichtet werden, konnte aber über den IMP mit anders programmierten Rechnern kommunizieren. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 139f.)

Zur gleichen Zeit/Ebenfalls in den 1960ern überlegte sich Paul Baran wie die Kommunikation des Militärs sichergestellt werden konnte im Falle eines atomaren Angriffs. Da die Fernmeldetechnik bis dato auf hierarchischen, zentralistischen Strukturen beruhte, bedeutete der Ausfall eines Kommunikationsknotens einen Abbruch der Nachrichtenübermittlung (vgl. Braun 2010, S.202). Daher konzipierte er ein Netz von gleichberechtigten Knoten („Maschennetz“ (Kirpal/Vogel 2006, S. 139), sodass eine Nachricht beim Ausfall eines Knotens noch weitere Möglichkeiten hatte um an den Empfängerknoten weitergeleitet zu werden. (vgl. Braun 2010). Für die Umsetzung seiner Idee kontaktierte er die amerikanische Telefonfirma AT&T, der das Konzept nicht gefiel.

Ein Grund hierfür ist, dass „Traditionelle Telefonnetze sind im Gegensatz zu Datennetzen verbindungsorientiert und streng hierarchisch aufgebaut [sind]“ (Braun 2010, S.202). Das bedeutet auch, dass bei der Datenübermittlung die Leitung komplett belegt wird für eine Verbindung. (vgl. Braun 2010, S.202) Das heißt, selbst wenn beispielsweise zwei Leute am Telefon schweigen und somit keine Daten in dem Sinn übertragen werden ist die Leitung blockiert, da sie für diese Kommunikation belegt ist. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 139). Für die Kommunikation zwischen den Computern hätte dies zwei Nachteile: Zum einen werden die vorhandenen Leitungen nicht optimal ausgenutzt, zum anderen muss eine Verbindung auf bzw. abgebaut werden, um die „nicht genutzte“ Leitung freizugeben für andere Daten, was zeitlich sehr ineffizient ist. (vgl. Braun 2010, S. 202)

Die Paketübermittlung zwischen Netzwerkknoten

Donald Davis, damals am National Physical Laboratory (NPL) tätig, entwickelte parallel zu Barans dezentralem Netz das Konzept der Paketvermittlung. Die Idee ist sämtliche Verbindungen zwischen den Netzknoten für die jeweiligen Daten aufzuteilen, sodass bei „Nichtbelegung“ einer Verbindung die Daten über diese Leitung gesendet werden können. Zudem werden die Daten in kleine „Datenpakete“ aufgeteilt, die unabhängig voneinander über das Netz zum Empfängerknoten geschickt werden, wo die einzelnen Datenpakete wieder zur ursprünglichen Nachricht zusammengesetzt werden. (vgl. Braun 2010, S. 202).

1968 initiierte Larry Roberts die Umsetzung der Ideen durch eine Verbindung von vier Universitätsgroßrechnern. Die technische Umsetzung inklusive der Softwareprogrammierung für die IMP-Struktur übernahm das Unternehmen BBN. (vgl. Braun 2010, S.202f.) Dabei mussten die Nutzer des Netzwerks jedoch ihren eigenen Rechner selbst so programmieren, dass der eigene Rechner mit dem IMP kommunizieren konnte. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 140). Die Datenübertragung erfolgte zu diesem Zeitpunkt noch über die Telefonleitungen.

Dennoch musste 1969 auch noch ein Programm bzw. Protokoll entwickelt werden, dass die Kommunikation zwischen den IMP und den Endgeräten ermöglichte. Dieses Protokoll wurde von der Entwicklergruppe um Vint Cerf als „request for comments“ (RFC) –Spezifikation benannt. (vgl. Braun 2010, S. 203.)

Zudem entwickelte diese Arbeitsgruppe verschiedene Anwendungen wie 1971 die erste E-Mail-Software sowie die Telnet-Spezifikation, die „zum entfernten Einloggen in andere Rechner“ (Braun 2010, S. 203) dient. Da zwar über dieses Telnet-Protokoll Verbindungen zu anderen Computern möglich waren, der Austausch von größeren Datenmengen jedoch nicht, wurde 1972 das File Transfer Protocol (FTP) entwickelt. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S.141). Ebenso musste in den 1970ern der Programmiercode angepasst werden, sodass mehr als tatsächlich mehrere IMPs miteinander kommunizieren konnten. (vgl. Hellige 2006, S. 22).

1973 wurde mit „Talk“ eine Art Präform des Chats umgesetzt. Später gab es auch Usenet News, „ein Dienst, um Nachrichten in ein Forum zu stellen und diese zu diskutieren.“ (Braun 2010, S. 203).

Die Universität Hawaii entwickelte in den 1970ern das „Aloha-Verfahren“ für lokale Funktnetze. Beim Aloha-Verfahren sendet ein Netzwerkknoten einfach ein Datenpaket und hofft, dass es beim Empfänger ankommt, was jedoch zu Kollisionen führen kann, wenn zwei oder mehr Rechner gleichzeitig senden. (vgl. Braun 2010, S. 203). Das Ethernet verbesserte dieses Verfahren, indem der Netzwerkknoten vor dem Senden des Datenpakets abhört, ob andere Knoten senden und solange die eigene Übertragung zurückstellt. (vgl. Braun 2010, S.203).

Diese Ideen ließ die Entwicklergruppe um Vint Cerf auch bei der Konzipierung des Kommunikationsprotokolls Network Control Protocol einfließen, was später das TCP (Transport Control Protocol) wurde. Dabei „regelt [das TCP] den zuverlässigen Datentransport zwischen Computern über unzuverlässige Netze.“ (Braun 2010, S.203).

Denn das Problem war, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere unabhängige Netze gab, die man verbinden wollte. Aufgrund unterschiedlicher Standards zwischen den Netzwerken (bezüglich Datenpakten, Übertragungsgeschwindigkeit…) war es nicht möglich sie einfach auf Grundlage der ARPANET-Standards zu verbinden. Vielmehr entwickelten Vint Cerf und Rober Kahn die Idee von Gateway-Computern, die als Mittler zwischen den Netzwerken dienen sollten. Dabei sollten diese Gateway-Computer in jede Richtung als eine Art IMP arbeiten konnten und unter anderem die Größe der Datenpakete angepasst werden sollten. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 141f.).

Zunächst wurden Fehler bei der Übertragung im ARPANET durch benachbarte IMPs behoben. Im TCP wurde dies von den Endsystemen übernommen. 1977 wurde das TCP in TCP und IP (Internet Protocol) aufgeteilt. Hierbei ist das „IP (…) für das Weiterleiten von Paketen zwischen Quelle und Ziel verantwortlich. TCP sorgt für eine zuverlässige Kommunikation zwischen zwei am Internet angeschlossenen Computern.“ (Braun 2010, S. 204), da es die Daten vor dem Senden aufbereitet und etwaige Übertragungsfehler erkennt. (vgl. Kirpal/Vogel 2006, S. 142). Das IP ist für „das Routing zwischen den Netzwerkrechnern“ (Kirpal/Vogel 2006, S. 142) zuständig. 1983 löste das TCP/IP das Network Control Protocol komplett ab. Zwar gab es 1990 noch einen Versuch seitens der ISO ein vereinheitliches Protokoll zu entwerfen, letztlich setzte sich aber TCP/IP durch, da es bereits von den meisten genutzt wurde

Ab den 1980ern entstanden sowohl in den USA als auch in Europa viele solcher „Forschungsnetze“, welche die Universitäten miteinander verband und zumeist auf dem TCP/IP basierten.

Später wurden diese verschiedenen Einzelnetze zu einem großen Netz zusammengeschlossen. Zur Verbindung der Netze nutzte man Gateways (= Router), die die Rolle der IMP übernahmen. (vgl. Braun 2010, S. 204). Dabei sind mehrere solcher Einzelnetze regional häufig über ein Backbone-Netz miteinander verbunden. Solche Backbone-Netze werden meist von großen Internet Service Providern betrieben und sind untereinander wie international miteinander verbunden. (vgl. Braun 2010, S. 204).

Ab 1983 wurde im Internet das Domain Name System (DNS) eingeführt, dass der Verwaltung der Rechner- und Domänennamen diente. (vgl. Braun 2010, S. 205).

Die Vorformen des Internet waren also primär zur Vernetzung der Wissenschaftler und allenfalls noch im militärisch-staatlichen Bereich angedacht und umgesetzt. Entgegen der gezielten “Legendenbildung” einzelner Personen, die am Entstehungsprozess des Internet beteiligt waren, waren es jedoch nicht nur einzelne Genies aus den USA, die gezielt das Internet entworfen haben und zu dem gemacht haben, was es heute ist. Vielmehr waren es zu Beginn das mangelnde Geld um mehr teure Hardware zu kaufen, die das Time-Sharing-Konzept hervorbracht und später aufgrund von Effizienzüberlegungen zur Paketübermittlung von Daten führte. Zudem waren es die Ideen mehrerer Personen, welche die Internetentwicklung vorantrieben.

Literaturverzeichnis

Braun, Torsten (2010): Geschichte und Entwicklung des Internets. In: Informatik Spektrum 33 (2), S. 201–207. DOI: 10.1007/s00287-010-0423-9 .

Hellige, Hans Dieter: Die Geschichte des Internet als LernprozessGI-Edition. stark erweiterte Neubearbietung von artec-paper 107, Nov.2003. artec – paper Nr. 138 2006. Online verfügbar unter https://www.researchgate.net/profile/Hans_Hellige/publication/37931469_Die_Geschichte_des_Internet_als_Lernprozess/links/552244d00cf2a2d9e14528b5.pdf, zuletzt geprüft am 17.03.2016.

Kirpal, Alfred; Vogel, Andreas (2006): Neue Medien in einer vernetzten Gesellschaft. Zur Geschichte des Internets und des World Wide Web. In: N.T.M. 14 (3), S. 137–147. DOI: 10.1007/s00048-006-0239-5 .


Бар и клуб: Ausgehen in Russland

Shisha

In Russland bekommt man den Eindruck, dass man in Deutschland nicht zu feiern weiß. In St. Petersburg gibt es unzählige Bars und Clubs für jeden Geschmack. Für Hipster gibt es hier beispielsweise Bars mit Backsteinoptik  und Craft Beer aus allen Ecken der Welt, für Jazzliebhaber gibt es gleich mehrere Adressen, an denen es täglich Livemusik gibt. Am frühen Abend geht man gerne erstmal eine Shisha rauchen. Eine Russin hat mir erzählt, dass sich dieser Trend erst herausgebildet hat, seitdem es ein Rauchverbot gibt in den Bars und Restaurants. Dennoch gibt es auch Clubs in denen geraucht wird im Nebenzimmer. Insgesamt rauchen in meiner Wahrnehmung deutlich mehr Leute als in Deutschland. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich auch der relativ niedrige Preis: im Supermarkt kann man 70 Rubel (umgerechnet ca. 1 Euro), in der Bar für 140 Rubel  eine Packung Zigaretten bekommen.

Überrascht war ich, dass man auch im Club seine Shisha bestellen kann an der Bar, selbst wenn enges Gedränge herrscht. Musikalisch gesehen wird  vor allem Techno, House und Charts in den Clubs gespielt. Für ordentlich Stimmung sorgen unter anderem Go-Go-Tänzerinnen. Wer den besonderen Kick sucht, kann sich mit Helium gefüllte Balloons kaufen und einatmen. Ist man in entsprechender Stimmung, kann man auch in eine der vielen Karaokebars gehen. Manche Bars bieten es jeden Abend an, manche nur an bestimmten Abenden. In der Regel gibt es einen Moderator, der versucht durch Getränkegutscheine, die nächsten Karaokesänger zu motivieren.

Die Clubs werden meist erst um Mitternacht richtig voll, gefeiert wird dann bis in den Morgen hinein. Insgesamt geht man schicker angezogen aus. Wer in zerrissenen Jeans (dem modernen used-look) ankommt oder nur Turnschuhe als junger Mann trägt, wird vom Türsteher schon mitunter nicht reingelassen. Frauen tragen meistens hohe Schuhe und Rock oder Kleid, dass dann auch ruhig gewagt kurz sein darf. Daneben gibt es aber auch Vertreter eines eher “skandinavischen Styles”, die hohe Plateauschuhe mit Skinny-Jeans und leicht weit geschnittenen Blusen kombinieren. Wer ordentlich feiern möchte, ist in Russland auf jeden Fall richtig.


поезд: warum man den Pass beim Zugfahren in Russland braucht

Grölende Fußballfans in Zügen sind für mich schwer vorstellbar in Russland. Denn Zug fahren gleicht hier fast dem Fliegen. Bereits wenn man sich ein Ticket kauft am Schalter muss man seinen Pass zeigen, denn die Zugfahrkarten werden namentlich ausgestellt wie Flugtickets. Natürlich kann man die Fahrkarten auch am Automaten kaufen, darf aber ungefähr 10 Minuten zum Eintippen aller Informationen einplanen. Denn es werden die kompletten Passdaten abgefragt: Name, Vorname, Geschlecht, Passnummer, Geburtsort, Geburtsdatum.

Während man in Deutschland auch noch kurz vor Abfahrt des Zuges ankommen kann, ist das in Russland risikoreich. Denn Verspätungen sind eher selten. Außerdem kann man nur an den Türen einsteigen, vor denen ein Schaffner steht, der jeweils einzeln die Tickets mit dem dem Originalpass vergleicht, was schon ein bisschen dauern kann. Und da die Züge pünktlich sind, sollte man selbst rechtzeitig da sein, um einsteigen zu können. Selbst in den Regionalzügen, die in etwa vergleichbar mit deutschen REs sind, gibt es einen zugewiesenen Platz. Im Zug werden dann ein weiteres Mal die Tickets kontrolliert und entwertet vom Schaffner. Diese RE-Züge, mit denen ich gereist bin, waren alle sehr neu und sauber. Einziger Nachteil – für 5 Waggons gibt es nur zwei Toiletten, sodass man sich schon frühzeitig überlegen muss, ob man diese aufsuchen will oder nicht.

russischer Zug

Russlands Fläche beträgt rund 17.100.000 Quadratkilometer. Da ist der Zug auch eines der günstigeren Verkehrsmittel zum Reisen. Fast alle großen Städte sind über die Schienen verbunden. Und so kann man mit dem Zug bzw. Nachtzug Russland entdecken. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Russland für Züge mit Schlafwagen noch drei Klassen: die Luxusklasse, in dem nur zwei Betten in einem Abteil sind, die Klasse “Coupé”, die dem deutschen 4-Betten-Liegeabteil entspricht und die Klasse “Platzkartny”, in der es im Wagon nur die Liegen ohne Abteile  gibt. Die Nachtzüge sind dann schon mal älteren Datums. Grundsätzlich empfiehlt sich das Reisen mit einem kleinem Koffer bzw. einen Sporttasche, die man leicht durch alle engen Gänge bringt bzw. im Abteil ohne Probleme unterbekommt, denn sonst blockiert man schnell die übrigen Mitreisenden.

Der kleine Koffer ist auch von Vorteil beim Aussteigen am Bahnhof – denn im Gegensatz zu Deutschland gibt es äußerst selten an den Bahnsteigen Aufzüge, sodass unzählige Treppen zu bewältigen sind. Dafür ist es mir in Russland schon häufiger passiert, dass mir Männer meinen Koffer die Treppen runtergetragen haben. Seit dem Anschlag in Paris im November, muss man auch bereits eine Kofferkontrolle bzw. einen Metalldetektor durchlaufen, wenn man in das Bahnhofsgebäude möchte, sodass auch hier nicht jeder “frei” hereinkommt.


Зима: Winter in Russland

Winter in Russland

In Russland ist noch “richtig” Winter. Trotz Klimaerwärmung und Verschiebung des Schwerpunkts des Winters von November/Dezember zu Januar/Februar, kann jeder, dem die weiße Pracht fehlt in Russland den Winter erleben. Da Russland aufgrund seiner großen kontintentalen Erstreckung lange Winter hat, ist der Umgang mit dem Winter und seinen Unanehmlichkeiten ein ganz anderer als in Deutschland. Das betrifft zum einen den Umgang mit Schnee und zum anderen wie die Russen mit Kälte umgehen.

In Deutschland mag man sich noch überheblich lustig machen, wenn beispielsweise Frankreich oder Großbritannien nach dem ersten Schneefall das Chaos auf den Straßen, Flughäfen und Bahnstrecken ausbricht, während man in Deutschland bereits bei Ankündigung von Schneefall die Schneeräumer-Truppen alarmiert. Aber in Russland habe ich schon einfallsreicheres Gerät gesehen, um den Schnee von den Straßen und Gehwegen weg zu bekommen. Hier ein paar Beispiele:

Schneeräumer

Selbstverständlich gibt es für den groben Schnee den Schneeräumer, um den Schnee von der Straße zu schaffen. Aber dann ist der Schnee zwar weg von der Straße, würde sich aber immer mehr auftürmen, wenn es in den kommenden Wochen und Tagen weiterschneit. Daher gibt es in St. Petersburg diese Lösung:

Schneeschaufler

Nachdem der Schnee vom Schneeräumer zur Seite geräumt wurde und somit auch lockerer gemacht wurde, wird es mit diesem Gerät auf einen dahinter fahrenden Lastwagen geschaufelt und dann anschließend aus dem Stadtzentrum weggebracht.

Leider gibt es natürlich trotz aller Bemühungen rechtzeitig den Schnee wegzuräumen, das Phänomen, dass der Schnee langsam festgefahren bzw. festgetreten wird und dann nicht mehr so leicht von einem Schneeräumer entfernt werden kann. Daher gibt es noch dieses Gerät, um insbesondere Gehsteige vom Schnee zu befreien:

Schneewalze

Es ist eine Walze, an der eine riesige Plastikbürste angebracht ist, die den festgetretenen Schnee leicht vom Boden wegschrubbt. Damit es nicht glatt wird, wird meistens Salz gestreut. Dennoch ist es manchmal gar nicht so schlecht, wenn der leicht festgetretene Schnee auf dem Gehsteig liegen bleibt. Denn oftmals befinden sich darunter sehr glatte Steine, auf denen man mehr umherrutscht als über den Schnee zu laufen, der einen gewissen Halt gibt.

Schnee vom Dach schaufeln

Nachdem es viel geschneit hat, sind oftmals Gehsteige gesperrt. Den Grund sieht man, wenn man nach oben blickt:
Der viele Schnee würde irgendwann zu schwer werden und muss vom Dach heruntergeschaufelt werden.

Winterzeit ist in Russland Pelzzeit. In den Städten habe ich bisher viel häufiger Pelzgeschäfte gesehen und ein Pelzbesatz, eine modische Pelzmütze oder natürlich der klassische Nerzmantel sind im Winter der normale Anblick auf den Straßen.

Männer tragen zwar weniger Jacken, bei denen man den Pelz außen sieht, aber wer genau hinschaut sieht oftmals Männer mit Lammfelljacken, deren Pelz sich innen befindet. Daneben gibt es natürlich noch die klassische Pelzmütze mit den hochgeklappten Ohrklappen, die man(n) trägt und quasi nie herunterklappt. Auch die Polizei und das Militär haben diese klassischen Mütze – bisher habe ich jedoch noch nie einen Uniformierten mit heruntergeklappten Ohrenklappen gesehen.

Bei den Frauen überwiegt der dunkelbraune Nerzmantel. Interessant ist hier, dass es oft Mäntel mit 3/4 langen Ärmeln gibt, die man dann mit langen Lederhandschuhen trägt. An verschiedenen Schnitten mangelt es nicht. Mal nur hüftlang, mal knielang oder bis zu den Waden, als Nerz, als Lammfellmantel, als Luchsfell oder Fuchsfell – Pelzmäntel und  – jacken werden von allen Generationen getragen: auch junge Frauen tragen ihren Pelz. Und wer in ein Pelzgeschäft geht, findet auch meistens die Option, den Pelz auf Raten zu kaufen.

Wenn es kein ganzer Pelz ist, so gibt es Pelzmützen in allen Formen und Varianten: sei es eine Norwegermütze, die jedoch aus Fell besteht, eine halbrunde Topfform, die Fliegermütze mit den Ohrenklappen oder eine halbrunde Lederform, von Pelz umrahmt, mit Bommel oder angedeuteten Katzenohren – alles ist denkbar und wird auch getragen. Außerdem sieht man viel häufiger pelzbesetzte Kapuzen oder einen Art Pelzschal, der um die Schultern gelegt ist und an die an den früher in Deutschland getragenen Fuchspelz erinnert.

Oft kombinieren die Damen statt einer Mütze auch ein Schal mit typischen russischen Blumenmustern, den sie wie ein Kopftuch tragen oder einen dicken Schlauchschal, sodass die Ohren gut geschützt sind. Bei -15 Grad Celsius sieht man dann auch häufiger Menschen mit einer Art Ski-Kleidung auf den Straßen. Häufig passt die Jacke farblich gut mit der Skihose zusammen und hält dann selbstverständlich auch warm. Kinder sind natürlich meistens gut warm angezogen in Skihosen oder Skianzügen. Dennoch hält die Kälte die Menschen hier nicht davon ab, gut gekleidet ins Theater zu gehen. Wie bereits erwähnt, sind Wechselschuhe und elegante Kleidung hier nach wie vor Plicht – auch bei  starken Minusgraden.

Pelz in Russland

Nur wenn man sich die Häuser anschaut, will man lieber nicht drin wohnen. Da es an Geld mangelt, sieht man oft Holzfenster mit nur einem einfachen Glas. Zur Dämmung sind zwei solcher Fenster hintereinander montiert, dennoch sieht man, dass es durch die Ritzen wohl viel einfacher die Kälte dringt. Moderne Fenster mit wärmedämmenden Glas gibt es zwar auch, aber häufiger wohl diese Art von Holzfenster:

Holzfenster (1)


Столовая: Fast Food auf Russisch

Das Wort “Столовая” [Stolowaja] heißt erst mal nichts anderes als “Esszimmer”. Im heutigen Russland sind diese Stolowajas so etwas wie kantinenartige Restaurants. Sie bieten teilweise rund um die Uhr Essen an. Wie in einer Kantine, nimmt man sich am Beginn sein Tablett und kann sich dann sein Menü zusammenstellen. Doch neben den Stolowoajas gibt es noch eine Variante russischen Fast-Foods: Blini in allen Varianten.

russische Speisekarte mit Gramm-Angaben In St. Petersburg gibt es verschiedene Anbieter solcher Stolowajas. Allen gemein ist jedoch, dass sie für relativ wenig Geld russische Hausmannskost anbieten. Wenn man zur Mittagszeit eintritt, herrscht meist Hochbetrieb. Wer sich noch nicht auskennt oder sich nicht entscheiden kann, wird von der Schlange einfach weitergeschoben.

Zu Beginn kann man sich Graubrot oder Weißbrot nehmen, die typische Beilage zu den verschiedenen Salaten, die als erstes angeboten werden. Die Salate hier sind jedoch nicht aus grünen Salat. Vielmehr gibt es meist eine Variante des “Salat Olivier”: das sind kleingeschnittene, gedämpfte Karotten, gekochte Eier, Erbsen, Schinkenstückchen in einer Art Mayonnaise-Sauce. Meist gibt es auch einen Salat aus roten Beten mit Zwiebeln, oder geraspeltes Weißkraut mit geraspelten Karotten. Eine weitere Variante ist Fisch mit verschiedenen Gemüsen, ebenfalls in einer Mayonnaise-Sauce. Oberhalb der Salatauslage stehen verschiedenst gefüllte Semmeln. Beispielsweise eine Art Wienerl im Teigmantel oder eine Semmel mit Kraut gefüllt. Es gibt auch süße Varianten, die mit Marmelade, Quark oder Nüssen gefüllt sind. Außerdem gibt es in den gut sortierten Stolowajas Süßigkeiten, die ein bisschen an türkisches Baklava erinnern.

Wer etwas möchte, muss das dem Angestellten hinter der Theke sagen und bekommt das gewünschte dann durchgereicht. Teilweise wird es auch genau abgewogen. Das ist nicht verwunderlich, da es selbst in den normalen Restaurants üblich ist, dass angegeben wird, wieviel Gramm man bekommt. Zum Beispiel ein Steak 300g mit 150g Kartoffeln als Beilage und 20ml Sauce.

Dann kommt man zu den Suppen: je nach Größe des Stolowajas gibt es meist zwischen zwei und vier verschiedene Suppen, die angeboten werden. Darunter sind meist Klassiker wie Borsch (eine Rote-Bete-Suppe), Schtschi (eine Kohlsuppe), Erbenssuppe in Stückchen und Soljanka. Anschließend geht es weiter zu den Hauptgerichten. Es gibt meist Pilaw, ein Reisgericht mit Fleischstückchen und Karotten, Frikadellen, Fisch und Hähnchenschenkel. Letzteres kann dann mit wahlweise Nudeln, Kartoffelpüree, Buchweizen oder Reis kombiniert werden. Manchmal gibt es auch eine Art Gulasch. Hier kann man sich als Neuling auch mal täuschen mit dem Preis, der für das Fleisch oftmals nicht pro Portion sondern pro 100g angegeben ist.

Natürlich darf ein passender Nachttisch nicht fehlen. Neben den bereits geschilderten süßen Semmeln befinden sich in einer gekühlten Theke Torten. Sie sehen meist aus wie deutsche Sahne – oder Buttercremetorten, sind aber für den deutschen Geschmack einen Tick zu süß. Ein Klassiker der nicht fehlen darf ist “Medovik”, eine millefeuille-artige Honigtorte, bei deinen der Teig sich mit süßer Cremefüllung abwechselt.

TeremokWeiter geht es dann zu den Getränken: neben schwarzen oder grünen Tee, Kaffee oder Wasser, gibt es meist auch “kompot”, ein Getränk, dass aus Trockenfrüchten und Zucker hergestellt wird. Nun nur noch bezahlen und sich einen Platz suchen. Das Publikum ist sehr gemischt: selbstverständlich gibt es Studenten, die es als Ersatz für die Mensa nehmen, aber auch Arbeitende, jung und alt gleichermaßen. Das verwundert nicht angesichts der Preise: einen Teller Suppe gibt es im Schnitt für 45- 60 Rubel, das Hauptgericht kostet je nach Fleischart zwischen 100 und 200 Rubel, ein Getränk ca. 30-50 Rubel. So kann man bereits für 150 Rubel (ca. 2,10 Euro zum Kurs von 1Euro =70Rubel)) satt werden.

Wer nicht diese breite Auswahl möchte und Fan von Pfannkuchen ist, kommt bei den Ketten “Чайная ложка” [tschájnaja lóshka] oder “Теремок” [Teremok] auf seine Kosten. Denn hier gibt es statt Burger die russischen Blini in allen Varianten. Wobei in Russland “блины” [blini] einfach nur Pfannkuchen heißt. Auch hier kann man meist noch einen Salat auswählen und dann Pfannkuchen in allen möglichen süßen und herzhaften Varianten. Beispiele sind Pfannkuchen mit roter Beerenmarmelade, Schokosauce, Schokosauce und eingerollter Banane, Topfen oder Honig, Pfannkuchen mit Lachs, mit roten Kaviar, mit Champignons und Salat, mit Tomaten und Hühnchenstückchen und Knoblauchsauce…

Auch hier bestellt man an der Theke und geht dann mit seinem Tablett zu einem freien Platz. Zur Mittagszeit gibt es hier meist noch ein spezielles Angebot des “Businesslunch”, der in den Restaurants im Zentrum allgemein üblich ist. So gibt es meist zwischen 12 und 16 Uhr ein vergünstigtes Menü, bei dem man ein Getränk, ein Tagesgericht und eine Suppe für 200 bis 350 Rubel bekommt. Ansonsten kosten solche gefüllte Pfannkuchen zwischen 60 und 150 Rubel.

Eine weitere Variante für ein russisches Mittagessen sind Restaurants, in denen es russische “Pierogi” gibt. Sie sind nicht zu verwechseln mit den polnischen Piroggen, die den schwäbischen Maultauschen ähneln. Die bekannteste Kette ist sicherlich “Stolle“, die diese Art von herzhaften und süßen Pies anbieten. Meinem Geschmacksempfinden handelt es sich dabei um eine Art Hefeteig, der mit verschiedenen Sachen gefüllt wird. Beispielsweise Pirog mit Zitronenfüllung, Moosbeeren, Apfel-Zimt oder Johannisbeere, Hase und Champignons, Lachs-Dill, Quark, Weißkraut, Hähnchen… In diesen Restaurants kann man sich den Pirogkuchen auch zum mitnehmen bestellen und hat dann seinen russisches Mittagessen zum mitnehmen.