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Wissensorganisation

Vermutlich sammelt jeder während seiner Uni-Laufbahn eine Liste mit Dingen, die ich vor dem Studium hätte wissen sollen. Am aller meisten ärgere ich mich immer und immer wieder darüber, dass ich zwar eigentlich alle meine gelesenen Texte ordentlich abgeheftet und sortiert habe, aber dennoch meine Literaturdatenbank aus 7 Jahren Studium ein einziges Chaos ist.

Ich wünsche wirklich, jemand hätte mir im ersten Semester gesagt: Besuche einen Kurs, in dem du Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi, Endnote oder Zotero kennen lernst. Trage jeden einzelnen Text, den du recherchierst, liest, scannst, nicht-liest in eines dieser Datenbankprogramme ein. Mit vollständigen Literaturangaben. Und Verschlagwortung. Am Besten auch noch mit einer Kurzzusammenfassung und einer Kurzbewertung. Das wird dir SEHR viel Zeit sparen, wenn du mal ne große Arbeit schreibst. Mach es immer sofort. Oder wenigstens wochenweise gebündelt. Nimm ein Datenbankprogramm, das mit deinem Textverarbeitungsprogramm spricht. Lerne am besten sofort LaTeX und BibTeX zu benutzen. (Das bringt dann auch wieder Probleme mit sich, aber wenigstens auf einer höheren Ebene.)

Das ist zwar etwas unfair, weil ich  feststelle, dass während meiner Studienzeit diese Programme deutlich an Verbreitung zugenommen haben. Aber so habe ich eben erst mitten während meiner Studienzeit damit angefangen, ein Viertel meiner Texte nie eingetragen, weil es eine unglaubliche Arbeit ist, die zwar unglaublich viel Konzentration erfordert, aber gleichzeitig unglaublich langweilig ist. Außerdem fehlt die Hälfte aller Literatur, die ich jemals recherchiert habe, was so viel verschwendete Arbeitszeit bedeutet, dass ich gar nicht drüber nachdenken mag. Ich habe während meines Studiums und für die Arbeiten, die ich geschrieben habe, unglaublich viel Literatur rezipiert und kann auf so viel nicht so zugreifen, wie ich es gerne wollte. Dass ich keine ordentliche Systematik in meinem Recherche- und Ablagesystem habe, führt auch dazu, dass ich dauernd Texte, die ich schon recherchiert habe, vergesse, übersehe und nicht rezipiere. Entsprechend ist die Literaturliste für meine Masterarbeit gerade nicht halb so ordentlich und umfassend und tiefgehend, wie ich es gerne hätte. Und folglich bin ich jedes Mal, wenn ich über das Kapitel zum Forschungsstand nachdenke, extrem unglücklich, weil es nicht so ist, wie ich es am liebsten hätte.

Was mir auch jemand hätte sagen sollen ist: Bennene alle Scanns einheitlich. Lege sie systematisch ab. (Und Systematisch bedeutet nicht, dass sie in irgendwelchen sub-sub-sub-Ordnern zu Seminaren liegen, sondern in einem Ordner mit allen Texten, die du je gelesen hast. Lass dein Verwaltungsprogramm darauf zugreifen. Aber verhindere, dass es jemals irgendwas aus diesem Ordner löschen darf. Schütze diesen Ordner mit allen Möglichkeiten, er ist dein Heiligtum, DEIN SCHATZ.

Bleibt mir nur, es in Zukunft besser zu machen. Vermutlich werde ich (falls das mit der Promotion klappt) in der nächsten Zeit noch genug Texte und Dokumente ansammeln. Und vielleicht werde ich an einem langen Winterabend mal meine gesammelten Texte systematisch sortieren und ablegen (das Dia-Projekt von Wissenschaftlern sozusagen).


Geisteswissenschaftliche Sachliteratur

Percanta hat auf Twitter gefragt, welche geisteswissenschaftlichen Sachbücher man mögen würde und welche noch fehlen würden. Die Antwort ist mir für Twitter zu lang, aber wozu hab ich denn ein Blog. Also hier erst mal die Liste mit den wissenschaftlichen Büchern, die ich spontan so empfehlen würde.

  • Linda L. Layne, Sharra L. Vostral, Kate Boyer (Hg.): Feminist Technology. Das Buch haben wir im Seminar “Technik und Geschlecht” gelesen. Die Autorinnen schreiben witzig, gut lesbar und spannend. Darum gehts: Können Technik und Technologien feministisch sein? Welche Rolle spielen Tampons, Milchpumpen und Kondome für den Feminismus? Welche verschiedenen Blickwinkel kann man als feministische Frau darauf haben.
  • Gudrun Silberzahn-Jandt: Wasch-Maschine. Zum Wandel von Frauenarbeit im Haushalt. Das Buch ist quasi Kulturanthropologie in Reinform: Feldforschung, etwas historischer Hintergrund, ein Alltagsthema, der Genderforschungs-Blickwinkel. Darum gehts: Die Entwicklung der Waschmaschine und die damit verbundenen Veränderungen der Hausarbeit.
  • Julia Frindte, Siegrid Westphal (Hg.): Handlungsspielräume von Frauen um 1800. Darum gehts: Lebensbereiche in denen Frauen um 1800 agierten. Immer vor dem Hintergrund, welche Möglichkeiten und Freiheiten es gab, außerhalb konventioneller Rollenmuster zu leben.
  • Angela Borchert, Ralf Dressel (Hg.): Das Journal des Luxus und der Moden. Kultur um 1800. Schade dass das Buch zu teuer ist – aber das Bibliotheksexemplar steht jetzt seit über ‘nem Jahr in meinem Regal 😉 Darum gehts: Das Journal des Luxus und der Moden eine historische (Frauen-)Zeitschrift. Eine super spannende Quelle, die richtig viel Spass macht.

Die letzten beiden Bücher sind im Verlag Winter erschienen. Sie sind wunderschön blau. Außerdem kommen beide Publikationen aus dem gleichen DFG-Sonderforschungsbereich “Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800”. Alle Publikationen aus diesem, die ich bisher gelesen habe waren spannend.

  • Astrid Ackermann: London, Paris und die europäische Provinz. Die frühen Modejournale 1770-1830. Ein weiteres Buch aus der Reihe zu meiner Masterarbeit. Darum gehts: Der Titel sagt es quasi. Ackermann analysiert vergleichend verschiedene europäische Modejournale. Speziellen Fokus legt sie dabei auf: Geschmack, Kleidermode, Wohnen, Luxus, die Frage nach Geschlecht und Nation.
  • Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Das Buch muss einfach in einer Liste von mir auftauchen. Fantum seit dem ersten Semester. Wenn man sich mal an Bourdieus Stil gewöhnt hat, dann ist das Buch sogar ziemlich gut lesbar. Außerdem bringt Bourdieu einfach großartige Beispiele. Darum gehts: Bourdieu analysiert wie sich gesellschaftliche Zugehörigkeit ausdrückt, wie sich verschiedene Gruppen abgrenzen. Das Ganze für das Frankreich der 60er.
  • Salman Rushdie: Joseph Anton. Nur teilweise Sachbuch. Rushdie schreibt seine Autobiographie aber das ganze ist so literarisch, dass es auch einen guten Roman abgibt. Macht jedenfalls jede Menge Spass auf weitere Literatur.
  • Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein. Schon wieder was Feministisches. Aber Woolfs Überlegungen bringen einen heute noch weiter. Darum gehts: Die Frage warum Frauen im Großen und Ganzen eigentlich keine Literatur produziert haben, wie Shakespeare oder andere.
  • Bücher über Fantum. Doctor Who, Sherlock… egal. Da schreiben vor allem Wissenschaftler, die selbst Fans sind, entsprechend sind sie passioniert, aber kritisch und das merkt man den Texten einfach an. Wenn man selbst nicht grade Fan des betreffenden Gegenstandes ist, unter Umständen vielleicht anstrengend zu lesen, aber meistens steckt die Begeisterung an.
  • Ralph Bollmann: Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz. Und plötzlich möchte man wieder mal in die Oper oder wenigstens ins nächste Theater. Darum gehts: Bollmann besucht alle deutschen Opernhäuser. Das sind mehr als es sonst auf der gesamten Welt zusammen gibt. (Ein Hoch auf die deutsche Kleinstaaterei!)

Und dann ist da noch die Frage, was ich gerne lesen würde:

  • Mehr über Serienkonsum und -rezeption. Was machen Leute eigentlich wenn sie fernsehen? Warum machen sie das? In welchen Settings? Wie gehen sie mit Fernsehen um?
  • Was machen eigentlich die ganzen DIY-Leute so? Warum? Wie? Wie wird das finanziert? Was wird genäht, gestrickt, gehäkelt, geschreinert?
  • Mehr Literatur über Literatur, die Lust darauf macht, Literatur besser zu verstehen, Literatur analysiert ohne trocken zu sein…
  • Mehr Literatur über Musik, die mir Musik erklärt. Es gab da mal vom Bayerischen Rundfunk ‘ne CD zur Johannespassion. Die war großartig. Am besten ist so was multimedial. Text fürs Schnelllesen und Hörbeispiele zum Verstehen. Können nicht irgendwelche Musikwissenschaftler mal anfangen dazu zu bloggen? Jemand mit Klavier, der es dann noch vorspielt?

Quellenkritik

Ich arbeite ja am liebsten zu historischen Themen. Sobald ich eine historische Quelle verwende, wird ein Aspekt sehr wichtig: Die Quellenkritik. Dabei handelt es sich um den äußerst wichtigen Prozess die verwendete Quelle einzuordnen. In der Kulturanthropologie in Göttingen wurde in meinem ersten Semester als Grundlagentext zu dieser Methode der Aufsatz “Archivalische Quellen und die Möglichkeiten ihrer Auswertung” von Silke Göttsch verwendet.1 Inzwischen habe ich diesen Aufsatz bestimmt 10 Mal gelesen. Ich kehre nämlich immer und immer wieder dazu zurück, wenn ich mit einer historischen Arbeit nicht mehr so recht weiter weiß.

Damit ich beim nächsten Mal vielleicht einfach mal meine Zusammenfassung lesen kann, schreibe ich sie hier auf. Dabei existieren bestimmt schon 3 verschiedene Exzerpte des Textes in meinen Unterlagen. Aber ich lasse mal den guten alten hermeneutischen Zirkel von Gadamer ins Spiel kommen: Bei wirklich jedem Mal lesen ist etwas anderes an diesem Text wichtig für mich.

Fragen der Quellenkritik nach Karl-Sigismund Kramer

  1. “Kritik der Echtheit” = ist eine Quelle (un-)bewusst gefälscht?
  2. “Kritik des Früheren oder Späteren” = was ist die Reihenfolge des Dargestellten?
  3. “Kritik des Richtigen” = wie ist eine Quelle intentional gefärbt?

Es geht also vornehmlich um die Fragen der Entstehung und Herkunft einer Quelle. Das ist wichtig, weil Quellen, die in Archiven aufbewahrt werden, Geschehenes und Handlungen Verschriftlichen. Sie sind nur das Ergebnis von tatsächlichem Geschehen. Aus diesem Grund muss man besonders darüber nachdenken, wie der Entstehungsprozess der Quelle ist, um dann Aussagen treffen zu können, wie früheres Leben gewesen sein mag.

Für historische Texte, die keine archivalischen Quellen sind, gibt Brigitte Bönisch-Brednich im Beitrag “Reiseberichte” im selben Sammelband Hinweise:

  1. Welches Text-Genre verwendet man? Wie ist dieses historisch einzuordnen?
  2. Welche Autoren schreiben? Wie bilden sich deren Sichtweisen in den Texten ab?
  3. Welche Quellen haben diese Autoren möglicherweise verwendet?

Auch hier geht es vor allem darum sich die Bedingungen unter denen ein Text produziert wurde so bewusst wie möglich zu machen, um so der Gefahr zu entgehen Annahmen aus dem Text unbemerkt zu übernehmen und sich nicht genügend von der Quelle zu distanzieren.

  1. In: Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Hgg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der europäischen Ethnologie. Berlin 2007.

Leseliste (15): 22.10.2014

Gerade lese ich für die Masterarbeit alles mögliche über Wissen, Wissenstheorie, Wissensforschung, Wissenssoziologie. Halt zur Frage, was Wissen ist, wie es entsteht, wie es verbreitet wird, wer an allen Prozessen beteiligt ist…

Dabei bin ich heute im Kontext von der Bedeutung des Wissens für Handel in der Frühen Neuzeit über folgendes lustiges Beispiel gestolpert:

No wonder that in 1478, some Venetians made a hole in the roof of the Doge’s palace in order to discover the latest news from Istanbul. [Peter Burke: A Social History of Knowledge. S 156]

 

Außerdem neulich schon in der Zeit Die Besserbürger. Zur Frage von Lebensstil und Bürgertum und was passiert, wenn bestimmte Marken/Stile nicht mehr der Distinktion dienen weil sie zu “mainstream” sind. Daraus zu merken “normcore”, das ist der aktuellste Trend aus den USA. Funktioniert, indem man sich so normal wie möglich gibt.


Leseliste (14): 01.04.2014

Gelesen:

Maximilian Buddenboom und Isabel Bogdan haben ein neues Blog-Projekt ins Leben gerufen (das sie auf Twitter schon seit Wochen anteasern). Im neuen Blog Was machen die da? lassen sie Menschen von ihren Berufen erzählen. Sehr spannend zum Beispiel der erste Artikel über den Museumskurator Michael Merkel.

Satire in der Zeit. Die Wunderhaare der Wanderhure. Ist klar… Wow! So sehr habe ich schon lange nicht mehr über einen Text gelacht. Etwas unpraktisch, dass ich beim Lesen versucht habe Zähne zu putzen. Jetzt muss ich wohl meinen Badspiegel neu putzen. Und das Tablet.

Manchmal wundert es mich ja nicht, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht weiter fortgeschritten ist, sondern, dass sie überhaupt schon so weit ist. Für die Masterarbeit lese ich Sekundärliteratur über historische Zeitschriften. Gerade bin ich im Kapitel „Weibliche“ und „männliche“ Kleidung, es geht darum, dass um 1800 für Frauen plötzlich flache Schuhe modern werden, in denen man besser laufen und sich bewegen kann.

Schon eine Veränderung der Schuhmode konnte die Fügung dieser Welten sinnbildlich stören. Die Mode flacher Absätze wurde zum Gegenstand von Reflexionen über die Beziehung zwischen Mann und Frau sowie zum Ausdrucksmittel weiblichen und männlichen Selbstverständnisses. Diese Schuhmode wurde auf das weibliche Streben zurückgeführt, von den Männern unabhängiger zu sein. Bekämpft wurde mit ihr aber vor allem die Möglichkeit der Frauen, auch dergestalt „aufzutreten“. Sie hätten durch ihre Übernahme nichts gewonnen, denn der „firm and bold step“, der mit den neuen Schuhen möglich sei, sei „not exactly adapted to their sex“.

Die Nachteile dieser den „Geist der Zeit und seine tief einätzende Spur“ spiegelnden „Absatz-Umwälzungen“ schienen gravierend. Frauen konnten all das verlieren, was ihre „sanfte, hingebende nachfolgende“ Weiblichkeit ausmache. In bekannter Argumentation konnte eine Angleichung an das männliche Geschlecht mindestens zum Verlust weiblicher Anziehungskraft, wenn nicht auch der moralischen Integrität führen.

[…]

Doch setzte, und dies schien ausschlaggebend, der freie Schritt den Mann zurück. Er verletzte ihn in seinem Überlegenheitsgefühl, denn schließlich fühle er „seinen eigenen Werth in der erhöhten Kraft“ und legten „die Hohen Kacken jedem Weibe ungesehene Fesseln an (…), wodurch die Hülfe des Mannes ihm auf jedem Schritte nöthig wurde.“ Der aufrechte, gerade, zielstrebige Gang gehörte in der „bürgerlichen Gehkultur“ dem Mann zu, der Frau die „trippelnden Schritte“ – wobei hier nicht zuletzt die erotische Komponente von Schuhe und Gang eine Rolle spielten. Der wenig sichere Schritt als Ausdruck der Schwäche mach die Frauen anziehend, so die zuverlässige Auskunft des männlichen Autors […]


Leseliste (12)

Gelesen:

Delphine in der taz. Delphine sind dumme Fische – oder so.

Väterschaft. Irgend ein Mann hat irgendwo einen Artikel geschrieben, in dem er sich beschwert, wie arm er als Vater doch dran ist, weil er ständig bevormundet würde. Anatol Stefanowitsch schreibt seine deutlich anderen Beobachtungen dazu auf.

Außerdem für die Uni (Seminar Forschen im Netz) gerade wissenschaftliche Texte zu Facebook. Zum einen dazu, wie Facebook in Trinidad von verschiedenen Menschen zu verschiedenen Kommunikationszwecken genutzt wird: Daniel Miller Tales from Facebook. Zum anderen wie Facebook sich auf Liebesbeziehungen und besonders deren Ende auswirkt: Ilana Gershon The Breakup 2.0. Dass sich das Medium auf Botschaft auswirkt, ist jetzt ja keine besonders neue Erkenntnis. Interessant ist aber doch, dass sich durch die neuen Medien das Verständnis von Öffentlichkeit verändert. Während das tradtionelle Verständnis von Öffentlichkeit bedeutet, dass ich als Sprecher einem anonymen Publikum gegenüber stehe und deshalb meine Botschaft eben im Normalfall gerade nicht privat halte, gibt es bedingt durch Blogs und soziale Netzwerke ein anderes, neues Verständnis von Öffentlichkeit. Auch wenn eine Nachricht vielleicht allgemein öffentlich zugänglich ist, wird sie doch für eine bestimmte Gruppe geschrieben, von der bekannt ist, dass sie Zugang zu dem Medium hat, in dem die Nachricht veröffentlicht wird. Das kann in der Folge zu Konflikten führen, wenn andere als die intendierten Gruppen die Nachrichten lesen. Man denke an die Diskussionen um Partybilder auf Facebook etc. Die Partybilder sind offensichtlich für die Gruppe der Peers auf Facebook intendiert, werden aber problematisch, wenn andere Gruppen (Eltern/Arbeitgeber/etc.) auch darauf Zugriff bekommen.

 

Außerdem heute im Internet gefunden:


Leseliste (11)

Momentan bin ich so in meinem täglichen Leserhythmus für die Masterarbeit versunken, dass ich gar nicht dazu komme, das was ich so lese außerhalb meiner Exzerpte noch mal zusammenzufassen. Das führt dazu, dass ich grade noch nicht mal so genau sagen kann, was und wie viel ich so lese. Gefühlt den ganzen Tag unendlich viel (oder wahlweise, viel zu wenig und nicht lange genug). Aber insgesamt scheint sich die Tageseinteilung von vormittags lesen und ab dem späten Nachmittag Doctor Who gucken doch eher zu bewähren. Leider vernachlässige ich darüber sowohl Twitter als auch meinen Feedreader. Wann ich den das letzte Mal geöffnet habe, kann ich momentan tatsächlich nicht so genau sagen.

Internetkram:

Skulpturen, die so angezogen sind, dass sie aussehen wie Hipster. Hihi.

Weil man nicht häufig genug drauf hinweisen kann: Eine Infographik der Zeit zum Verbrauch von tierischen Produkten und den Lebensbedingungen der Tiere.

Googles Auto-Ergänzung bei Suchanfragen und das Frauenbild, das dort gezeigt wird. Sexismus allerorten.

Ein Artikel über Anna Holmes, die Frau die Jezebel zu einem coolen feministischen Blog gemacht hat.

Die (englische) Häkelanleitung für Minions.

Gelesen:

Alan Bradley The Sweetness at the Bottom of the Pie. Der erste Flavia de Luce Krimi. Ich mag ja Flavias gesunde Arroganz:

No point in wasting time with false vanity when you possess the real thing.

Außerdem fällt mir beim zweiten Lesen dieses Bandes gerade wieder besonders auf, dass es eines der Bücher ist, die ich nur mit geöffnetem youtube lesen sollte. Ständig erwähnt Flavia irgendwelche coole klassische Musik, verliert einen Halbsatz darüber und ich mit meiner mangelnden Bildung habe keine Ahnung, wie das Stück klingt, das sie gerade erwähnt hat. Heute habe ich zum Glück mal gesucht und eine wunderbare Neuentdeckung gemacht: Pietro Domenico Paradisi (1707-1791). Gleich mal gekauft. Im Roman wurde übrigens dieses Stück erwähnt:

Even from a quarter of a mile away I could hear the notes of the Toccata by Pietro Domenico Paradisi – the one from his Sonata in A Major – come tripping out to me. The Toccata was my favorite composition; to my mind it was the greatest musical accomplishment in the entire history of the world, but I knew that if Ophelia found that out, she would never play the piece again.

 

Für die Uni Andreas Reckwitz Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung angefangen. Das Buch beginnt mit einem Zitat aus diesem großartigen Video:

Für die Masterarbeit eine Reihe von Aufsätzen aus Franz X. Eder Historische Diskursanalysen gelesen. Sollte mir beim Analysieren meiner Quelle helfen, sobald ich mich wieder dran erinnern kann, was ich da eigentlich genau gelesen habe (bzw. endlich das Exzerpt überarbeitet habe) – einzelne Aufsätze schienen mir jedenfalls sehr hilfreich, wenn es darum geht, eine geeignete Methode zu finden.

Mit Peter L. Berger/Thomas Luckmann Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit angefangen. Das erste was ich zum Thema Wissen/Gesellschaft lese, was brauchbar erscheint.

Erste Artikel aus dem Journal des Luxus und der Moden. Allerdings noch ziemlich unstrukturiert dabei vorgegangen.

Worüber mal jemand was schreiben sollte:

Die Erwähnung von klassischen Musikstücken als Element der Stimmungserzeugung in Alan Bradleys Flavia de Luce Krimis. (Musikwissenschaftler, anyone?)