{"id":799,"date":"2012-10-03T10:43:59","date_gmt":"2012-10-03T08:43:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=799"},"modified":"2012-09-30T21:52:13","modified_gmt":"2012-09-30T19:52:13","slug":"rezensiert-lichter-setzen-uber-grellem-grund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=799","title":{"rendered":"Rezensiert: Lichter setzen \u00fcber grellem Grund"},"content":{"rendered":"<p>Wie die Posts der letzen Wochen vielleicht gezeigt haben, besch\u00e4ftige ich mich sehr gerne mit historischen Frauen. Denn wenn man genau hinsieht, best\u00e4tigen sich Vorurteile von eingeschr\u00e4nkten Frauenrollen doch gar nicht. Stattdessen kann man selbstbewusste Frauen entdecken, die wissen was sie wollen und von denen man durchaus noch lernen kann.<\/p>\n<p>Eine solche Frau ist auch die in Renate Feyls Roman <em>Lichter setzen \u00fcber grellem Grund<\/em>\u00a0portraitierte Elisabeth Vig\u00e9e-Lebrun. Fr\u00fch von ihrem eigenen Talent \u00fcberzeugt und darin best\u00e4tigt, ist sie im Roman selbstbewusst bis an die Grenze der Arroganz.<\/p>\n<div style=\"width: 312px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"    \" title=\"Selbstportrait 1800 (von wikimedia)\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/6\/67\/Vig\u00e9e-Lebrun_1800.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"357\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Selbstportrait 1800 (von wikimedia)<\/p><\/div>\n<p>Elisabeth Vig\u00e9e-Lebrun war die bedeutendste Portraitistin in Europa um 1800. Sie malte die bekanntesten Personen ihrer Zeit, darunter auch Marie Antoinette. Diese Verbindung zum franz\u00f6sischen K\u00f6nigshaus jedoch bedeutete f\u00fcr sie gro\u00dfe Gefahr, die ein langes Exil zur Folge hatte.<\/p>\n<p>Renate Feyl beschreibt nun den schwierigen Aufstieg Elisabeths als K\u00fcnstler. Vom Kampf das Malen wirklich lernen zu d\u00fcrfen, der Sehnsucht nach der Anerkennung ihrer Kunst durch die Akademie, bis hin zur Reise durch ganz Europa, als sie nicht mehr nach Frankreich zur\u00fcckkehren kann und stattdessen Europas F\u00fcrsten portraitert.<\/p>\n<p>Ihre Kunst verschafft ihr dabei nicht nur Zugang zu allen m\u00f6glichen Personen, sondern auch gro\u00dfen Reichtum, mit dem sie ihre Familie lebenslang unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Der Roman ist gut und spannend geschrieben und liest sich ganz wunderbar. Doch ein kleines Manko bleibt haften: Als tats\u00e4chlich existierende Person verschwimmen im biographischen Roman nat\u00fcrlich die Grenzen zwischen echter Lebensgeschichte und Fiktion. Denn nat\u00fcrlich kann man Vig\u00e9es Gedanken und Empfindungen nicht mehr nachvollziehen braucht sie aber doch, um einen Roman schreiben zu k\u00f6nnen. In historischen Romanen wird dieses Dilemma \u00fcblicher Weise gel\u00f6st, indem ein Kapitel zur Recherche und zur tats\u00e4chlichen Biographie angeh\u00e4ngt wird. Dieses fehlt bei Renate Feyhl leider, was ich sehr schade fand. Denn gerade bei schlechter Quellenlage k\u00f6nnen fiktionale Elemente L\u00fccken in einer Biographie schlie\u00dfen, die eine schillernde Person, wie Elisabeth Vig\u00e9e-Lebrun zug\u00e4nglicher machen. Dennoch w\u00e4re die M\u00f6glichkeit, solche Elemente richtig einordnen zu k\u00f6nnen, w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Renate Feyhl <em>Lichter setzen \u00fcber grellem Grund.<\/em>\u00a0Kiepenheuer und Witsch 2011. Gebunden 19,99\u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Posts der letzen Wochen vielleicht gezeigt haben, besch\u00e4ftige ich mich sehr gerne mit historischen Frauen. Denn wenn man genau hinsieht, best\u00e4tigen sich Vorurteile von eingeschr\u00e4nkten Frauenrollen doch gar nicht. 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