{"id":783,"date":"2012-08-30T14:35:53","date_gmt":"2012-08-30T12:35:53","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=783"},"modified":"2013-10-08T10:56:17","modified_gmt":"2013-10-08T08:56:17","slug":"rezensiert-mathilde-und-der-duft-der-bucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=783","title":{"rendered":"Rezensiert: Mathilde und der Duft der B\u00fccher"},"content":{"rendered":"<p><em>Mathilde und der Duft der B\u00fccher<\/em> \u2013 ein Titel der mich als Leses\u00fcchtige, die auf das Reizwort <em>B\u00fccher<\/em>\u00a0gepolt ist,\u00a0nat\u00fcrlich sofort interessiert. Dass die Hauptfigur Buchbinderin ist, macht die Sache nur noch besser. Erschien mir doch der Beruf des Buchbinders, seitdem ich Cornelia Funkes &#8220;Tintenherz&#8221; gelesen hatte, als der traumhafteste \u00fcberhaupt. Dazu mag ich Geschichten, in denen &#8220;Geheimnise aus der Vergangenheit&#8221; aufgearbeitet werden m\u00fcssen, sehr gerne. So sind diese normalerweise doch spannend und lehrreich zu gleich. Schlie\u00dflich wird in solchen Geschichten normalerweise mit einer zweiten Erz\u00e4hlebene eine historische Epoche geschildert.<\/p>\n<p>Eine weibliche Heldin mit interessantem Beruf, ein spannendes Thema, alles schien perfekt.<\/p>\n<p>Und der Roman liest sich auch wunderbar fl\u00fcssig. Die eingearbeiteten Zitate aus Edmond Rostands &#8220;Cyrano de Bergerac&#8221; sind sehr stimmig. Ich tendiere zwar h\u00e4ufig dazu eingeschobene Stellen zu \u00fcberfligen oder gar zu \u00fcberlesen, aber hier habe ich sie alle mitgelesen.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt mit der Er\u00f6ffnung von Mathildes neuer Buchbinderwerkstatt in einem kleinen franz\u00f6sischen Dorf.\u00a0Durch\u00a0Zufall findet Mathilde eine r\u00e4tselhafte Liste mit Namen, in einem Buch, das ihr zum Restaurieren \u00fcberlassen wurde. F\u00fcr den Leser wird zwar schnell deutlich, worum es sich dabei handelt und wie Mathildes Probleme mit dieser Liste zusammenh\u00e4ngen, aber das ist noch nicht so schlimm. Schlie\u00dflich w\u00e4re ja auch interessant zu erfahren, auf welche Art und Weise Mathilde mit Hilfe ihrer Freunde zur L\u00f6sung des Problems kommt. Doch hier liegt der Haken des Romans: Mathilde tr\u00e4gt zun\u00e4chst zwar zur L\u00f6sung bei, doch die entscheidenden Schritte geschehen ohne sie und kommen im Roman, der schlie\u00dflich aus Mathildes Sicht erz\u00e4hlt wird, noch nicht einmal vor. Die L\u00f6sung des R\u00e4tsels wird nacherz\u00e4hlt! Ich war wirklich, wirklich entt\u00e4uscht, als die Seiten immer weniger wurden und der R\u00e4tselfortschritt nicht gr\u00f6\u00dfer wurde.<\/p>\n<p>Diese Erz\u00e4hlstrategie wirkte auf mich, als h\u00e4tte der Roman eine gewissen Seitenzahl partout nicht \u00fcberschreiten d\u00fcrfen, oder als w\u00e4re der Autorin gar die Lust am Erz\u00e4hlen ausgegangen.Es ist sehr schade, dass der ansonsten spannende und gut zu lesende Roman dadurch eigentlich den Kernpunkt der Geschichte verliert.<\/p>\n<p>Anne Delaflottes <em>Mathile und der Duft der B\u00fccher<\/em> wurde von Christian Kolb aus dem Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt. Auf deutsch erschien der Roman bei Kindler. Er kostet als Hardcover 17,95\u20ac und als Taschenbuch 8,99\u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mathilde und der Duft der B\u00fccher \u2013 ein Titel der mich als Leses\u00fcchtige, die auf das Reizwort B\u00fccher\u00a0gepolt ist,\u00a0nat\u00fcrlich sofort interessiert. 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