{"id":7,"date":"2011-02-28T10:30:52","date_gmt":"2011-02-28T09:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=7"},"modified":"2013-09-30T20:08:04","modified_gmt":"2013-09-30T18:08:04","slug":"bahnhofsimpression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=7","title":{"rendered":"Bahnhofsimpression"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 24px; font-size: 14px;\">Ein Umsteigebahnhof im unterfr\u00e4nkischen Niemandsland. Sechs Gleise, die genau zwei mal pro Stunde befahren werden &#8211; immerhin sind die Z\u00fcge auf einander abgestimmt: gerade kommen drei auf einmal an, warten aufeinander\u2026 Aber der einzige Passagier, der sich an diesem Bahnhof l\u00e4nger aufh\u00e4lt, um umzusteigen, bin ich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 24px; font-size: 14px;\">Es ist Ende Februar, durchschnittskalt und grau-bew\u00f6lkt und als ich mein Gep\u00e4ck Richtung Bahnhofsgeb\u00e4ude schleppe, bin ich erstaunt, dass es hier tats\u00e4chlich eine Bahnhofshalle zu geben scheint und noch erstaunter, als die T\u00fcr dazu sich tats\u00e4chlich \u00f6ffnen l\u00e4sst. Auch meine Bef\u00fcrchtungen bez\u00fcglich der Sauberkeit treffen nicht ein. Offensichtlich m\u00f6chten sich hier noch nicht mal irgendwelche Jugendlichen des Nachts\u00a0aufhalten. Es gibt immerhin eine Bank und verschlossene Toiletten (&#8220;WC nur im Zug&#8221;). M\u00f6glichkeiten sich die Zeit zu vertreiben bleiben allerdings wenige. Der B\u00e4cker am Bahnhofsvorplatz hat geschlossen, immerhin ist Sonntag, und selbst der Gasthof sieht nicht sonderlich frequentiert aus. Noch nicht mal eine tickende Bahnhofsuhr. Daf\u00fcr gibt es Vogelgezwitscher, einen vorbeirauschenden G\u00fcterzug und summende Leuchtstoffr\u00f6hren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 24px; font-size: 14px;\">An der T\u00fcr des ehemaligen Bahnhofskiosks &#8211; was f\u00fcr Zeiten, als man noch an s\u00e4mtlichen Bahnh\u00f6fen Deutschlands mit Essen und Getr\u00e4nken und Zeitschriften und Sitzpl\u00e4tzen versorgt wurde &#8211; klebt noch das Windowcolor-Schild des letzen Mieters: Ristaurante &#8211; Pizzeria und das Bild eines Zuges, darunter, das wirkt als h\u00e4tte jemand ausschlie\u00dflich die Kindervorlage abgemalt. Im Guckkasten daneben die Ausschreibung zur Neuvermietung. Letzer Stand: 05.09.2006. Falls also jemand Interesse hat: Man kann die Gastst\u00e4tte ausschlie\u00dflich mit der zugeh\u00f6rigen P\u00e4chterwohnung mieten. Biervertrag inclusive.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia; font-size: medium;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Andererseits, warum sollte man ausgerechnet hier einen neuen Bahnhofskiosk er\u00f6ffnen? Ich bin, bis die n\u00e4chsten drei Z\u00fcge mit Ankommenden beziehungsweise f\u00fcr Wegwollende kommen, die einzige Person, die sich \u00fcberhaupt an diesem Bahnhof aufh\u00e4lt. Besonders gewinnversprechend ist das ja nicht gerade.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Umsteigebahnhof im unterfr\u00e4nkischen Niemandsland. 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