{"id":498,"date":"2012-03-25T16:05:50","date_gmt":"2012-03-25T14:05:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=498"},"modified":"2013-09-30T20:13:47","modified_gmt":"2013-09-30T18:13:47","slug":"die-gleichberechtigung-und-die-frauenquote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=498","title":{"rendered":"Die Gleichberechtigung und die Frauenquote"},"content":{"rendered":"<p>Dass Frauen in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt sind &#8211; eine Tatsache, die viele bestreiten, oder gar nicht wahrnehmen &#8211; zeigt am deutlichsten Geschlechterverh\u00e4ltnis auf dem Arbeitsmarkt. Frauen verdienen weniger als M\u00e4nner, arbeiten eher in Berufen, die schlecht bezahlt sind, werden auch in vergleichbaren Positionen schlechter bezahlt als M\u00e4nner, haben mit der Geburt von Kindern h\u00e4ufig einen Karriereknick und sind in Spitzenpositionen schlecht bis kaum vertreten. <\/p>\n<p>Das momentan beliebteste Mittel zur L\u00f6sung zumindest eines dieser Probleme ist die Frauenquote. Durch eine gesetzliche Regelung sollen Unternehmen gezwungen werden, endlich mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen einzustellen &#8211; und zwar nicht nur als Personalchefinnen. Bisher ist dies scheinbar die einzige Position, f\u00fcr die Unternehmen Frauen als qualifiziert genug erachten. Eine L\u00f6sung des Problems durch Selbstverpflichtung der Unternhemen, mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen einzustellen, blieb bisher folgenlos.<\/p>\n<p>Das beliebteste Argument gegen eine Frauenquote ist, dass danach die Besetzung von Stellen nicht mehr allein nach Qualifikation des Bewerbers geschehe. Meinen Beobachtungen nach wird dieses Argument vor allem von M\u00e4nnern gebracht, die um ihre Wettbewerbschancen bangen. Denn: Frauen und M\u00e4nner sind inzwischen gleich gut ausgebildet. Statistiken zeigen sogar einen leichten Vorteil der Frauen, wenn es um Qualifikation geht. Dass dennoch hochranige Stellen \u00fcberwigend mit M\u00e4nnern besetzt werden, zeigt also, dass nicht &#8220;Qualifikatioin&#8221; sondern &#8220;M\u00e4nnlichkeit&#8221; das entscheidende Kriterium ist. Das Konzept einer Frauenquote ist n\u00e4mlich nicht, dass mehr Frauen eingestellt werden m\u00fcssen, sondern dass <strong>bei gleicher Qualifikation Frauen vor M\u00e4nnern bevorzugt eingestellt werden m\u00fcssen<\/strong>, und dies solange bis ein bestimmter Prozentsatz von Stellen mit Frauen besetzt worden ist. Ein Prozentsatz der unter dem Anteil von Frauen an der Bev\u00f6lkerung liegt, wohlgemerkt. An Universit\u00e4ten ist diese Regelung \u00fcbrigens schon \u00fcblich &#8211; ohne, dass dies bisher zu schwerwiegenden Problemen in der wissenschaftlichen Praxis gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Allerdings muss ich auch anmerken, dass das wirkliche Problem am Arbeitsmarkt meiner Meinung nach nicht durch eine Frauenquote l\u00f6sbar ist. Denn der Anteil von Frauen in F\u00fchrungspositionen ist nicht das gruns\u00e4tzliche Problem. Vielmehr werden Frauen am Arbeitsmarkt generell benachteiligt. Dabei spielen alle oben genannten Probleme zusammen.<br \/>\nDass Frauen weniger verdienen und einen Karriereknick haben h\u00e4ngt ebenso zusammen, wie Kinderkriegen und Aufstieg in der Hierarchie. Die Frauenquote l\u00f6st keines dieser Probleme. Vielmehr m\u00fcsste es ein breites Umdenken am Arbeitsmarkt geben. L\u00f6sungen, die Kinder- und Arbeitnehmerfreundlich sind. Flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner. Die M\u00f6glichkeit von zuhause zu arbeiten&#8230;<br \/>\nNur so kann das Problem eines Karriereknickes f\u00fcr Frauen gel\u00f6st werden. Gleichzeitig werden auch nur so auch M\u00e4nner wirklich gleichberechtigt. Nur wenn auch sie flexibel zuhause anwesend sein k\u00f6nnen, haben sie wirklich Zeit und Gelegenheit sich um Kinder und Familie zu k\u00fcmmern. Einen Anspruch, den moderne M\u00e4nner theoretisch ja durchaus haben.<\/p>\n<p>Das Ziel ist eben nicht Frauen mehr arbeiten zu lassen, sondern echte Gleichberechtigung zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Frauen in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt sind &#8211; eine Tatsache, die viele bestreiten, oder gar nicht wahrnehmen &#8211; zeigt am deutlichsten Geschlechterverh\u00e4ltnis auf dem Arbeitsmarkt. Frauen verdienen weniger als M\u00e4nner, arbeiten eher in Berufen, die schlecht bezahlt sind, werden auch in vergleichbaren Positionen schlechter bezahlt als M\u00e4nner, haben mit der Geburt von Kindern h\u00e4ufig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wprm-recipe-roundup-name":"","wprm-recipe-roundup-description":""},"categories":[102,12,133],"tags":[840,147,149,820,146,138],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/498"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=498"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/498\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2041,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/498\/revisions\/2041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}