{"id":2840,"date":"2018-01-21T21:32:36","date_gmt":"2018-01-21T20:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2840"},"modified":"2018-01-21T21:33:05","modified_gmt":"2018-01-21T20:33:05","slug":"wochenruckblick-kw-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2840","title":{"rendered":"Wochenr\u00fcckblick KW 3"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Bewerbungen wird immer dr\u00e4ngender. Mittwoch hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt. Der war zum Gl\u00fcck deutlich weniger schlimm, als erwartet. Wir haben vereinbart, dass ich mich halt erst mal auf Stellen bewerbe, Fahrtkosten auch gleich deutschlandweit gezahlt bekomme ohne, dass ich daf\u00fcr extra Antr\u00e4ge stellen m\u00fcsste. Da ich ja durchaus gerne arbeiten gehe und dabei Spa\u00df habe, waren wir uns bei der Notwendigkeit Bewerbungen zu schreiben ohnehin einig. Schicke Bewerbungsunterlagen habe ich jetzt auch. Wie sch\u00f6n es doch ist, wenn man Medientechniker im Familienkreis hat. Jetzt m\u00fcsste ich nur mehr Anschreiben schreiben. Am Besten kreativ, innovativ, motiviert und kreativ;)<\/p>\n<p>Zu Weihnachten habe ich von der in Paris lebenden Freundin eine Flasche Rotwein bekommen. Und welch wunderbares Geschmackserlebnis: Ich habe meinen ersten Wein probiert, bei dessen erster Nase und erstem Schluck ich an feuchte Erde dachte. Bisher schmeckte ich ja immer nur die unterschiedlichsten Fr\u00fcchte. Vielleicht muss ich wieder mehr Wein trinken und anfangen gezielt Geld daf\u00fcr auszugeben.<\/p>\n<p>Ein bisschen beim\u00a0&#8220;Utopie Landwirtschaft&#8221;-Projekt voran gekommen. Wie immer erweist es sich als hilfreich, ein ANDERES dringendes Thema zu haben. Das Stichwort ist Prokrastination. Wenn es gut l\u00e4uft, dann fange\u00a0ich bei zwei Projekten nicht an die Wohnung zu putzen sondern lieber das eine oder das andere zu machen \u2013 sch\u00f6n abwechselnd. Jedenfalls habe ich ein sehr interessantes Gespr\u00e4ch mit dem Kollegen gef\u00fchrt, der Nebenerwerbslandwirt ist. Ich liebe es ja sehr, Neues zu lernen. Und zum Thema Landwirtschaft ist das sehr einfach, weil ich dazu keine Ahnung habe. Von meinem\u00a0fundierten Halbwissen mal abgesehen. Jedenfalls wei\u00df ich jetzt wie Maschinenringe funktionieren (gut, und WAS man da alles f\u00fcr Verg\u00fcnstigungen kriegt\u2026 Falls man mal bei einem Auto sparen will,\u00a0sollte man Bekannte\u00a0im Maschinenring haben.). Ich habe gelernt, warum die Raiffeisengenossenschaften nicht mehr ausreichen, um genug Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr Saatgut und D\u00fcnger zu bekommen. Stattdessen bilden die Bauern andere Einkaufsgemeinschaften, um so Gro\u00dfmengen abnehmen zu k\u00f6nnen und entsprechend g\u00fcnstigere Preise zu bekommen. Ich hab nat\u00fcrlich trotz allen Verst\u00e4ndnisses &#8220;Papa ante Portas&#8221; im Ohr: &#8220;Bei zehn Gl\u00e4sern sparen Sie 60 Pfennig.&#8221; \u2013 &#8220;Das klingt schon besser! Und bei F\u00fcnfzig?&#8221; Es ist ja ohnehin immer wieder spannend sich mit Landwirten zu unterhalten: Die haben eine v\u00f6llig andere Sicht auf die Welt, als normale Menschen. Ich glaube, wenn man eigentlich Nahrungmittel produzieren m\u00f6chte, dann ist man irgendwie bodenst\u00e4ndiger und realit\u00e4tsn\u00e4her. In Berlin ist ja gerade &#8220;Gr\u00fcne Woche&#8221; \u2013 und die Reaktion von Bauern darauf ist nur wenig begeistert. Die meisten w\u00fcrden gerne \u2013 vielleicht sogar ohne Subventionen?!? \u2013 nicht draufzahlen wenn sie ihre Felder bewirtschaften. Die\u00a0S\u00e4tze &#8220;wir sind nur bessere Landschaftspfleger&#8221; und &#8220;die Subventionen gibt es nur, damit wir nicht aufh\u00f6ren, Landwirtschaft zu betreiben und im Krisenfall die Versorgung gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen&#8221; h\u00e4ngen mir auf jeden Fall nach.<\/p>\n<p>Am Wochenende konnte ich schon wieder nach Hause fahren. Dort nur gemeinsam eingeschlafen und aufgewacht. Im Second Handladen der Wahl gewesen, weil ich gucken wollte, ob sie ein Oberteil da haben, das Bewerbungstauglich ist. Hatten sie. Und au\u00dferdem gleich noch passende Stiefel, ein Top, ein Dirndl, das definitiv in die Kategorie #noktoberfest f\u00e4llt, aber eigentlich ohne Sch\u00fcrze zum Gl\u00fcck einfach\u00a0nur ein schickes\u00a0Jeanskleid ist. Das Beste daran, arbeiten zu gehen, ist eindeutig, dass ich mein ganz und gar eigenes Geld ohne schlechtes Gewissen f\u00fcr genau das ausgeben kann, worauf ich Lust habe.<\/p>\n<p>Hinterher mit der gesch\u00e4tzten Studienfreundin einem britischen Nachmittag gefr\u00f6hnt. Wir haben endlich die letzte Staffel Doctor Who zu Ende geguckt \u2013 und beten jetzt, dass das Christmas Special und die n\u00e4chste Staffel besser werden. Denken Sie sich hier einige Ausf\u00e4lligkeiten gegen\u00fcber Steven Moffat. Ansonsten gab es k\u00f6stlichen Tee, wir fabrizierten die bew\u00e4hrten Gurkensandwiches, buken die wundervollsten Scones und hatten sogar Clotted Cream dazu. Daf\u00fcr dass der Creamtee als leichte Zwischenmahlzeit gedacht ist, ist mir hinterher meistens verd\u00e4chtig \u00fcbel.<\/p>\n<p>Abends wurde ich dann noch mit der zartesten Tajine bekocht, die m\u00f6glich ist. Verw\u00f6hnwochenende de luxe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Bewerbungen wird immer dr\u00e4ngender. Mittwoch hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt. Der war zum Gl\u00fcck deutlich weniger schlimm, als erwartet. Wir haben vereinbart, dass ich mich halt erst mal auf Stellen bewerbe, Fahrtkosten auch gleich deutschlandweit gezahlt bekomme ohne, dass ich daf\u00fcr extra Antr\u00e4ge stellen m\u00fcsste. 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