{"id":2793,"date":"2016-07-25T11:31:46","date_gmt":"2016-07-25T09:31:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2793"},"modified":"2016-07-11T22:18:14","modified_gmt":"2016-07-11T20:18:14","slug":"das-internet-die-kommerzialisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2793","title":{"rendered":"Das Internet &#8211; die Kommerzialisierung"},"content":{"rendered":"<p>Das Internet entstand im Umfeld der Wissenschaft. Ab den 1990ern konnte es auch von Laiennutzen genutzt werden. Das lag zum einen am Preisverfall der Computer-Hardware, zum anderen an der zunehmend benutzerfreundlichen Interaktionsebene zwischen Mensch und Computer. Welche Entwicklungen zum heutigen Internet gef\u00fchrt haben und die grundlegende Funktionsweise einiger Internetanwendungen sind im Folgenden erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Die Kommerzialisierung<\/h3>\n<p>Ab 1991 konnten in den USA das Netz auch kommerzielle Unternehmen nutzen. 1989 entwickelte Tim Berners-Lee am CERN im Genf, die Anwendung des World Wide Web (WWW), was auch zur Verbreitung des Internet au\u00dferhalb der akademischen Welt beitrug. Berners-Lee \u00fcbertrug das Hypertextkonzept auf das Internet, um somit eine effiziente Informationsverwaltung von verf\u00fcgbaren Wissen zu erm\u00f6glichen. (vgl. Braun 2010, s. 205). Dabei erm\u00f6glicht dieses Konzept statt einer einzig linearen Darstellung bei Stichw\u00f6rtern direkt zur verlinkten Stelle zu springen, die den Kontext bzw. die Erkl\u00e4rung hierzu gibt. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006), was der urspr\u00fcnglichen Anwendung (Verlinkung und Pr\u00e4sentation von verschiedenen Forschungsergebnissen und -materialien) hilfreich war. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 143). Daher nannte Berners-Lee diese Verkn\u00fcpfungsweise auch World Wide Web. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 143).<\/p>\n<p>Berners-Lee ist auch Entwickler des Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und der Hypertext Markup Language (HTML). Das HTTP diente dazu, dass ein Computer im Internet nach bestimmten Dateien suchen konnte, die zu einem Dokument verkn\u00fcpft werden sollten. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 143). Der Uniform Resource Locator (URL) war die Adresse der so erstellten Dokumente. Mittels HTML war des dem Browser m\u00f6glich, die gefundenen Daten angemessen darzustellen. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 143f.)<\/p>\n<p>Das WWW wurde auch durch die kostenlose Verf\u00fcgbarkeit der ersten Browser erm\u00f6glicht, wie beispielsweise den Mosaic Browser der Universit\u00e4t Illinois, was 1994 jedoch zur Gr\u00fcndung der Firma Netscape f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Mitte der 1990er begannen immer mehr Entwickler ihre Programme und geschriebenen L\u00f6sungen nur gegen Lizenzgeb\u00fchr weiterzugeben. Kirpal und Vogel f\u00fchren drei Gesch\u00e4ftsmodelle des Internets auf: den Verkauf der Browsersoftware, der kostenpflichtige Zugang zum Internet, sowie das Internet als weiterer Absatzkanal f\u00fcr Produkte und Dienstleistungen (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 144). Dem Kommerzialisierungsbestreben kam entgegen, dass mehr und mehr Privatpersonen Computer f\u00fcr den Privatgebrauch hatten und auch die Bedienung des Computers zunehmend benutzerfreundlich gestaltet wurde. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 144f.). In den 1990ern war es zun\u00e4chst vor allem der geb\u00fchrenpflichtige Internetzugang, der Gewinne versprach. Dabei kann sich der Internetnutzer \u00fcber einen Knotenrechner des Internetproviders \u00fcber ein Modem oder eine ISDN-Verbindung in das www einw\u00e4hlen. (vgl. Kirpal\/Vogel 2006, S. 145).<\/p>\n<p>Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass die Verbreitung des Internets erst durch laienorientierte Innovationen kam, welche nicht von Forschern entwickelt wurden, sondern von ersten Nutzern bzw. Studenten der Computer Science, die die bisher sehr technikorientierte und wenig benutzerfreundliche Oberfl\u00e4che umgestalteten. (vgl. Hellige 2006, S. 17). Da es die Erfinder des Internets zun\u00e4chst nicht f\u00fcr den privaten Gebrauch entwickelt hatten, war die Nutzung des Internetnetzes so umst\u00e4ndlich, dass es kaum jemand au\u00dferhalb der Expertenzirkel auf sich nahm. (vgl. Hellige 2006, S. 16). Erst mit der Einf\u00fchrung von \u201eGraphic User Interfaces\u201c f\u00fcr Email oder Browser wurde es einfacher f\u00fcr den Laien den Computer zu bedienen. (vgl. Hellige 2006, S. 17).<\/p>\n<h3>Funktionsweise von World-Wide-Web -Anwendungen<\/h3>\n<p>Um eine Seite im Web aufzurufen, baut ein PC eine TCP-Verbindung mit dem Webserver auf. Der Browser auf dem Computer schickt dann eine Anfrage nach einer Webseite an den Server. Der Server liest nun entweder die angeforderte Seite oder erstellt sie dynamisch und schickt sie dann zur\u00fcck an den PC. Das gleiche Prinzip wird bei E-Mails und der Internettelefonie verwendet. (vgl. Braun 2010, S. 205).<\/p>\n<p>Neben dem reinen Aufrufen von Webseiten, gibt es nun auch Webservices. Dies \u201eist eine Softwareanwendung, die \u00fcber einen Uniform Resource Identifier eindeutig identifizierbar ist und deren Schnittstelle \u00fcber die Web Service Description Language beschrieben werden kann.\u201c (Braun 2010, S. 205). Somit\u00a0 k\u00f6nnen\u00a0 Softwareagenten direkt \u00fcber XML-Nachrichten (eXtensible Markup Language) kommunizieren, was den automatisierten Datenaustausch erleichtert. (vgl. Braun 2010, S. 205).<\/p>\n<h3>Neue Ans\u00e4tze in der Netzwerkverkn\u00fcpfung<\/h3>\n<p>Statt des Client-Server-Modells nahmen in den vergangenen Jahren auch Peer-to-Peer-Netze (P2P-Netze) zu. In einem P2P-Netz sind alle beteiligten Computer gleichberechtigt, sodass jeder Computer Empf\u00e4nger und Sender f\u00fcr Daten werden kann. H\u00e4ufig werden P2P-Netze \u201ezur Verbreitung von Suchanfragen nach Objekten verwendet.\u201c (Braun 2010, S. 206). Das hei\u00dft, dass beispielsweise Musikdateien h\u00e4ufig \u00fcber solche Netzwerke ausgetauscht werden.<\/p>\n<h3>Sicherheit<\/h3>\n<p>Da das Internet nicht prim\u00e4r f\u00fcr eine kommerzielle Nutzung entwickelt wurde, wurde Sicherheit erst ein gro\u00dfes Thema als es f\u00fcr alle ge\u00f6ffnet wurde. (vgl. Braun 2010, S. 206).<\/p>\n<h3>Die Zukunft<\/h3>\n<p>Braun schreibt 2010, dass vor allem drahtlos kommunizierende Endsysteme wie Kleinstcomputer und Sensoren \u00fcber Funk ihre Datenpakete austauschen werden. Dabei werden die Datenpakete \u00fcber mehrere drahtlose Zwischen knoten transportiert. (vgl. Braun 2010, S.206f.)<\/p>\n<h3>Literaturverzeichnis<\/h3>\n<p>Braun, Torsten (2010): Geschichte und Entwicklung des Internets. In: <em>Informatik Spektrum <\/em>33 (2), S. 201\u2013207. DOI: 10.1007\/s00287-010-0423-9 <a><img decoding=\"async\" style=\"border: 0px none; width: 16px!important; height: 16px!important; margin-left: 1px !important; margin-right: 1px !important;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAMAAAAoLQ9TAAAACXBIWXMAAAsTAAALEwEAmpwYAAAAB3RJTUUH3wMLCDospn8aqQAAAAd0RVh0QXV0aG9yAKmuzEgAAAAMdEVYdERlc2NyaXB0aW9uABMJISMAAAAKdEVYdENvcHlyaWdodACsD8w6AAAADnRFWHRDcmVhdGlvbiB0aW1lADX3DwkAAAAJdEVYdFNvZnR3YXJlAF1w\/zoAAAALdEVYdERpc2NsYWltZXIAt8C0jwAAAAh0RVh0V2FybmluZwDAG+aHAAAAB3RFWHRTb3VyY2UA9f+D6wAAAAh0RVh0Q29tbWVudAD2zJa\/AAAABnRFWHRUaXRsZQCo7tInAAAAP1BMVEXVKx7XKA\/XKRDXNyvYOCzaRTnaRjrdUkfgYFbibWTibmXnh4DqlY7topzvr6ryvLj0ysf319X65OP88vH\/\/\/\/OFxbNAAAAUUlEQVQY04XPyQ6AMAhF0duCQx06qP\/\/rS5MDDQxvuUJkAchugTi5RI\/oE0MzYIAchhQgN2uLLOS\/NGNtYfsIenpoD4DLxTJvthYfqpb6N+\/ASwbDc171o9\/AAAAAElFTkSuQmCC\" alt=\"\" \/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border: 0px none; width: 16px!important; height: 16px!important; margin-left: 1px !important; margin-right: 1px !important;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAMAAAAoLQ9TAAAACXBIWXMAAAsTAAALEwEAmpwYAAAAB3RJTUUH3wMLCDospn8aqQAAAAd0RVh0QXV0aG9yAKmuzEgAAAAMdEVYdERlc2NyaXB0aW9uABMJISMAAAAKdEVYdENvcHlyaWdodACsD8w6AAAADnRFWHRDcmVhdGlvbiB0aW1lADX3DwkAAAAJdEVYdFNvZnR3YXJlAF1w\/zoAAAALdEVYdERpc2NsYWltZXIAt8C0jwAAAAh0RVh0V2FybmluZwDAG+aHAAAAB3RFWHRTb3VyY2UA9f+D6wAAAAh0RVh0Q29tbWVudAD2zJa\/AAAABnRFWHRUaXRsZQCo7tInAAAAP1BMVEXVKx7XKA\/XKRDXNyvYOCzaRTnaRjrdUkfgYFbibWTibmXnh4DqlY7topzvr6ryvLj0ysf319X65OP88vH\/\/\/\/OFxbNAAAAUUlEQVQY04XPyQ6AMAhF0duCQx06qP\/\/rS5MDDQxvuUJkAchugTi5RI\/oE0MzYIAchhQgN2uLLOS\/NGNtYfsIenpoD4DLxTJvthYfqpb6N+\/ASwbDc171o9\/AAAAAElFTkSuQmCC\" alt=\"\" \/><\/a>.<\/p>\n<p>Hellige, Hans Dieter: Die Geschichte des Internet als LernprozessGI-Edition. stark erweiterte Neubearbietung von artec-paper 107, Nov.2003. artec &#8211; paper Nr. 138 2006. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Hans_Hellige\/publication\/37931469_Die_Geschichte_des_Internet_als_Lernprozess\/links\/552244d00cf2a2d9e14528b5.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 17.03.2016.<\/p>\n<p>Kirpal, Alfred; Vogel, Andreas (2006): Neue Medien in einer vernetzten Gesellschaft. Zur Geschichte des Internets und des World Wide Web. In: <em>N.T.M. <\/em>14 (3), S. 137\u2013147. DOI: 10.1007\/s00048-006-0239-5 <a><img decoding=\"async\" style=\"border: 0px none; width: 16px!important; height: 16px!important; margin-left: 1px !important; margin-right: 1px !important;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAMAAAAoLQ9TAAAACXBIWXMAAAsTAAALEwEAmpwYAAAAB3RJTUUH3wMLCDospn8aqQAAAAd0RVh0QXV0aG9yAKmuzEgAAAAMdEVYdERlc2NyaXB0aW9uABMJISMAAAAKdEVYdENvcHlyaWdodACsD8w6AAAADnRFWHRDcmVhdGlvbiB0aW1lADX3DwkAAAAJdEVYdFNvZnR3YXJlAF1w\/zoAAAALdEVYdERpc2NsYWltZXIAt8C0jwAAAAh0RVh0V2FybmluZwDAG+aHAAAAB3RFWHRTb3VyY2UA9f+D6wAAAAh0RVh0Q29tbWVudAD2zJa\/AAAABnRFWHRUaXRsZQCo7tInAAAAP1BMVEXVKx7XKA\/XKRDXNyvYOCzaRTnaRjrdUkfgYFbibWTibmXnh4DqlY7topzvr6ryvLj0ysf319X65OP88vH\/\/\/\/OFxbNAAAAUUlEQVQY04XPyQ6AMAhF0duCQx06qP\/\/rS5MDDQxvuUJkAchugTi5RI\/oE0MzYIAchhQgN2uLLOS\/NGNtYfsIenpoD4DLxTJvthYfqpb6N+\/ASwbDc171o9\/AAAAAElFTkSuQmCC\" alt=\"\" \/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border: 0px none; width: 16px!important; height: 16px!important; margin-left: 1px !important; margin-right: 1px !important;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAMAAAAoLQ9TAAAACXBIWXMAAAsTAAALEwEAmpwYAAAAB3RJTUUH3wMLCDospn8aqQAAAAd0RVh0QXV0aG9yAKmuzEgAAAAMdEVYdERlc2NyaXB0aW9uABMJISMAAAAKdEVYdENvcHlyaWdodACsD8w6AAAADnRFWHRDcmVhdGlvbiB0aW1lADX3DwkAAAAJdEVYdFNvZnR3YXJlAF1w\/zoAAAALdEVYdERpc2NsYWltZXIAt8C0jwAAAAh0RVh0V2FybmluZwDAG+aHAAAAB3RFWHRTb3VyY2UA9f+D6wAAAAh0RVh0Q29tbWVudAD2zJa\/AAAABnRFWHRUaXRsZQCo7tInAAAAP1BMVEXVKx7XKA\/XKRDXNyvYOCzaRTnaRjrdUkfgYFbibWTibmXnh4DqlY7topzvr6ryvLj0ysf319X65OP88vH\/\/\/\/OFxbNAAAAUUlEQVQY04XPyQ6AMAhF0duCQx06qP\/\/rS5MDDQxvuUJkAchugTi5RI\/oE0MzYIAchhQgN2uLLOS\/NGNtYfsIenpoD4DLxTJvthYfqpb6N+\/ASwbDc171o9\/AAAAAElFTkSuQmCC\" alt=\"\" \/><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Internet entstand im Umfeld der Wissenschaft. 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