{"id":2579,"date":"2015-11-22T18:59:32","date_gmt":"2015-11-22T17:59:32","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2579"},"modified":"2016-01-15T20:55:05","modified_gmt":"2016-01-15T19:55:05","slug":"%d0%b4%d0%b5%d0%bb%d0%b0%d1%82%d1%8c-%d0%bf%d0%be%d0%ba%d1%83%d0%bf%d0%ba%d0%b8-einkaufen-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2579","title":{"rendered":"\u0434\u0435\u043b\u0430\u0442\u044c \u043f\u043e\u043a\u0443\u043f\u043a\u0438: Einkaufen in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Wer als Durchschnittsdeutscher ans Einkaufen in\u00a0 Russland denkt, wird vermutlich zun\u00e4chst einmal an sowjetzeiten\u00e4hnliche trist graue Superm\u00e4rkte denken. Doch 25 Jahre Marktwirtschaft zeigen Wirkung, wenn auch das Produktangebot durch die aktuellen Sanktionen durch die EU wieder eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<div>Zun\u00e4chst einmal ist es erstaunlich wie viele Superm\u00e4rkte bzw. kleine Lebensmittell\u00e4den es in einer Gro\u00dfstadt wie St. Petersburg gibt. Vornehmlich im Zentrum gibt es kleine Lebensmittell\u00e4den, die meist ein begrenztes Sortiment an allt\u00e4glichen Lebensmitteln wie Wurst, K\u00e4se und Konserven haben, aber vor allem eine gr\u00f6\u00dfere Auswahl an Getr\u00e4nken alkoholischer wie nicht-alkoholischer Natur bereithalten. Als Ladenschild dient meist nur eine kleine Leuchtreklame mit der Aufschrift &#8220;\u043f\u0440\u043e\u0434\u0443\u043a\u0442\u044b&#8221; [produkty]. Die Preise liegen meist \u00fcber dem Durchschnitt der gr\u00f6\u00dferen russischen Supermarktketten. Daneben gibt es Superm\u00e4rkte wie &#8220;\u041f\u0435\u0440\u0435\u043a\u0440\u0451\u0441\u0442\u043e\u043a&#8221; [Perekrjostok] oder &#8220;\u0414\u0438\u043a\u0441\u0438&#8221; [Diksi], die sich wohl am ehesten preislich und vom Sortimentsangebot mit den deutschen Edeka oder Rewe vergleichen lassen. Konzeptuell \u00e4hnlich zu Aldi scheint mir pers\u00f6nlich &#8220;\u041a\u043e\u043f\u0435\u0439\u043a\u0430&#8221; [Kopejka].<\/div>\n<div>Daneben gibt es\u00a0 Hyperm\u00e4rkten, die sich alle au\u00dferhalb des Zentrums befinden und nicht selten neben einem gro\u00dfen Einkaufszentrum liegen bzw. darin integriert sind. Beispielsweise &#8220;\u041b\u0435\u043d\u0442\u0430&#8221; [Lenta], &#8220;\u041e&#8217;\u043a\u0435\u0439&#8221; [Okey] oder auch &#8220;\u0410\u0448\u0430\u043d&#8221; [Auchan]. Um die Kunden dorthin zu bringen, gibt es teilweise kostenlose Shuttlebusse von den naheliegenden Metrostationen aus.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die gro\u00dfen Unterschiede zwischen deutschen und russischen Superm\u00e4rkten liegen zum einem bei den \u00d6ffnungszeiten, dem Sortiment und den Verpackungsgr\u00f6\u00dfen.<\/div>\n<div>W\u00e4hrend man in Deutschland als Berufst\u00e4tiger froh sein darf \u00fcber die \u00d6ffnungszeiten bis 20 Uhr der meisten gr\u00f6\u00dferen Superm\u00e4rkte unter der Woche, gibt es hier in St. Petersburg viele Superm\u00e4rkte, die bis 22 oder 23 Uhr ge\u00f6ffnet haben. Das gilt nicht nur f\u00fcr Werktage, sondern auch am Wochenende. Einige gr\u00f6\u00dfere Superm\u00e4rkte sind sogar 24 Stunden, 7 Tage die Woche ge\u00f6ffnet. Daf\u00fcr \u00f6ffnen manche erst ab 9 Uhr morgens.<\/div>\n<div>Das Sortiment unterscheidet sich selbstverst\u00e4ndlich durch die anderen Essgewohnheiten. Zwar sind russische Superm\u00e4rkte \u00e4hnlich den deutschen aufgebaut, dass hei\u00dft das man zun\u00e4chst einmal die Obst- und Gem\u00fcseabteilung kurz nach dem Eingang hat und erst dann wahlweise zu den Fr\u00fchst\u00fccksartikeln und Milchprodukten kommt und erst ganz zuletzt Hygieneartikel und Getr\u00e4nke vorfindet.<\/div>\n<div>Dennoch gibt es gro\u00dfe Unterschiede hinsichtlich der Preise und der angebotenen Qualit\u00e4t. In Deutschland ist es in Superm\u00e4rkten Standard, dass das Gem\u00fcse bereits gewaschen angeboten wird. Hier gibt es h\u00e4ufig Gem\u00fcse auch ungewaschen angeboten, zum Beispiel Karotten, Rote Bete oder Kartoffeln. Die ungewaschenen Feldfr\u00fcchte sind nat\u00fcrlich g\u00fcnstiger als die Gewaschenen. Zudem gibt es einen gr\u00f6\u00dferen Umfang an angebotener Qualit\u00e4t. In den Auslagen liegen zum Teil angesto\u00dfene Fr\u00fcchte, Obst und Gem\u00fcse verschiedenster Gr\u00f6\u00dfen oder sehr reife Fr\u00fcchte, wie braune Bananen oder sehr kleine Auberginen. Preislich sind vor allem relativ regional vorhandene Gem\u00fcse &#8211; und Obstsorten g\u00fcnstig, wie z.B. Wei\u00dfkohl, Kartoffeln, Karotten, Rote Bete oder \u00c4pfel. Paprika, Tomaten oder Gurken hingegen sind im Vergleich dazu jedoch teuer. Zum Beispiel, kann man 1 Kilo Kartoffeln f\u00fcr 15 Rubel bekommen, w\u00e4hrend Paprika 114 Rubel kosten. Selbstverst\u00e4ndlich spiegelt der Preis auch saisonale Verf\u00fcgbarkeit von Gem\u00fcse &#8211; und Obstsorten wider.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Insgesamt scheinen mir die Preise jedoch im Vergleich mit Deutschland im Schnitt h\u00f6her. Sobald man mehr als die Standardprodukte (wie z.B. Eier, Milch, Mehl&#8230;) kauft, wird die Rechnung deutlich h\u00f6her. Vor allem wenn man sich Preise f\u00fcr Fleisch, Wurst und K\u00e4se anschaut. Dies h\u00e4ngt einerseits sicherlich mit den Sanktionen der EU gegen\u00fcber Russland zusammen. Andererseits sprechen folgende<a href=\"http:\/\/de.sputniknews.com\/infographiken\/20150113\/300565729.html\" target=\"_blank\"> Zahlen<\/a> aber auch f\u00fcr sich: w\u00e4hrend in Deutschland Haushalte im Schnitt rund 13 % f\u00fcr Lebensmittel ausgeben, gehen in Russland rund 28% vom Budget f\u00fcr Lebensmittel weg. Das w\u00fcrde auch mein Gef\u00fchl erkl\u00e4ren, st\u00e4ndig sehr viel f\u00fcr Lebensmittel auszugeben.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ein weiterer Stolperstein f\u00fcr einen Deutschen ist das aufgedruckte Datum. W\u00e4hrend in Deutschland meist nur das Mindesthaltbarkeitsdatum abgedruckt ist, findet man in Russland h\u00e4ufig auch (nur) das Produktions &#8211; bzw. Abf\u00fcllungsdatum abgedruckt. So muss man tats\u00e4chlich immer pr\u00fcfen, welches Datum nun gemeint ist.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Au\u00dferdem haben Verbraucherverb\u00e4nde hinsichtlich der Preistransparenz in Deutschland schon ganze Arbeit geleistet. Oft stehe ich vor dem Preisschild und suche zun\u00e4chst nach einer Angabe, ob der Preis z.B. bei Obst je 100g oder pro St\u00fcck ist. W\u00e4hrend in Deutschland anschlie\u00dfend noch der Kilopreis angegeben ist des Produkts, f\u00e4llt das in Russland komplett weg. Daher muss man manchmal ganz genau hinschauen, ob das Produkt denn nun g\u00fcnstig ist oder im Rahmen liegt. Denn die angebotenen Verpackungsgr\u00f6\u00dfen sind h\u00e4ufig ungerade Gr\u00f6\u00dfen, z.B. statt 1 kg nur 900g Zucker, statt 200g l\u00f6slicher Kaffee nur 180g. So f\u00e4llt der Preisvergleich im Gesch\u00e4ft sehr schwierig aus und findet bei Zeitnot meist gar nicht statt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&#8220;3 zum Preis von 2&#8221; &#8211; Aktionen sind beliebt, genauso bei Diksi beispielsweise ausgew\u00e4hlte Aktionsartikel noch einmal extra an der Kasse jedem Kunden angeboten werden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wer eine gr\u00f6\u00dfere Gem\u00fcse &#8211; und Obstauswahl m\u00f6chte, kann auch noch auf einen der M\u00e4rkten gehen. Allerdings muss man hier zumindest Grundkenntnisse in Russisch haben, um entsprechend bestellen und reagieren zu k\u00f6nnen.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer als Durchschnittsdeutscher ans Einkaufen in\u00a0 Russland denkt, wird vermutlich zun\u00e4chst einmal an sowjetzeiten\u00e4hnliche trist graue Superm\u00e4rkte denken. 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