{"id":2429,"date":"2015-04-22T13:58:09","date_gmt":"2015-04-22T11:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2429"},"modified":"2015-04-22T13:58:09","modified_gmt":"2015-04-22T11:58:09","slug":"quellenkritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2429","title":{"rendered":"Quellenkritik"},"content":{"rendered":"<p>Ich arbeite ja am liebsten zu historischen Themen. Sobald ich eine historische Quelle verwende, wird ein Aspekt sehr wichtig: Die Quellenkritik. Dabei handelt es sich um den \u00e4u\u00dferst wichtigen Prozess die verwendete Quelle einzuordnen. In der Kulturanthropologie in G\u00f6ttingen wurde in meinem ersten Semester als Grundlagentext zu dieser Methode der Aufsatz &#8220;Archivalische Quellen und die M\u00f6glichkeiten ihrer Auswertung&#8221; von Silke G\u00f6ttsch verwendet.<sup class='footnote'><a href='#fn-2429-1' id='fnref-2429-1' onclick='return fdfootnote_show(2429)'>1<\/a><\/sup> Inzwischen habe ich diesen Aufsatz bestimmt 10 Mal gelesen. Ich kehre n\u00e4mlich immer und immer wieder dazu zur\u00fcck, wenn ich mit einer historischen Arbeit nicht mehr so recht weiter wei\u00df.<\/p>\n<p>Damit ich beim n\u00e4chsten Mal vielleicht einfach mal meine Zusammenfassung lesen kann, schreibe ich sie hier auf. Dabei existieren bestimmt schon 3 verschiedene Exzerpte des Textes in meinen Unterlagen. Aber ich lasse mal den guten alten hermeneutischen Zirkel von Gadamer ins Spiel kommen: Bei wirklich jedem Mal lesen ist etwas anderes an diesem Text wichtig f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Fragen der Quellenkritik nach Karl-Sigismund Kramer<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"line-height: 13px;\">&#8220;Kritik der Echtheit&#8221; = ist eine Quelle (un-)bewusst gef\u00e4lscht?<\/span><\/li>\n<li>&#8220;Kritik des Fr\u00fcheren oder Sp\u00e4teren&#8221; = was ist die Reihenfolge des Dargestellten?<\/li>\n<li>&#8220;Kritik des Richtigen&#8221; = wie ist eine Quelle intentional gef\u00e4rbt?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es geht also vornehmlich um die Fragen der Entstehung und Herkunft einer Quelle. Das ist wichtig, weil Quellen, die in Archiven aufbewahrt werden, Geschehenes und Handlungen Verschriftlichen.\u00a0Sie sind nur das Ergebnis von tats\u00e4chlichem Geschehen. Aus diesem Grund muss man besonders dar\u00fcber nachdenken, wie der Entstehungsprozess der Quelle ist, um dann Aussagen treffen zu k\u00f6nnen, wie fr\u00fcheres Leben gewesen sein mag.<\/p>\n<p>F\u00fcr historische Texte, die keine archivalischen Quellen sind, gibt Brigitte B\u00f6nisch-Brednich im Beitrag &#8220;Reiseberichte&#8221; im selben Sammelband Hinweise:<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"line-height: 13px;\">Welches Text-Genre verwendet man? Wie ist dieses historisch einzuordnen?<\/span><\/li>\n<li>Welche Autoren schreiben? Wie bilden sich deren Sichtweisen in den Texten ab?<\/li>\n<li>Welche Quellen haben diese Autoren m\u00f6glicherweise verwendet?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auch hier geht es vor allem darum sich die Bedingungen unter denen ein Text produziert wurde so bewusst wie m\u00f6glich zu machen, um so der Gefahr zu entgehen Annahmen aus dem Text unbemerkt zu \u00fcbernehmen und sich nicht gen\u00fcgend von der Quelle zu distanzieren.<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-2429'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-2429-1'> In: Silke G\u00f6ttsch, Albrecht Lehmann (Hgg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der europ\u00e4ischen Ethnologie. Berlin 2007. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2429-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich arbeite ja am liebsten zu historischen Themen. Sobald ich eine historische Quelle verwende, wird ein Aspekt sehr wichtig: Die Quellenkritik. 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