{"id":2311,"date":"2014-05-13T19:18:04","date_gmt":"2014-05-13T17:18:04","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2311"},"modified":"2015-01-21T12:37:23","modified_gmt":"2015-01-21T11:37:23","slug":"serien-fans-produsage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2311","title":{"rendered":"Serien, Fans und Produsage"},"content":{"rendered":"<p>Die Einleitung zu diesem Artikel findet sich <a href=\"http:\/\/kulturblaettchen.de\/2014\/05\/13\/wie-tumblr-eine-serie-schrieb\/\" title=\"Wie Tumblr eine Serie schrieb\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Fernsehen findet heute eigentlich im Internet statt. Fans streamen ihre Lieblingsserien, sammeln und diskutieren in Wikis und Foren jedes Detail, das es \u00fcber Schauspieler, Produzenten und Inhalte zu finden gibt, und f\u00fchren dar\u00fcber hinaus die Geschichten in Fanfiction, Fan Art und Fan Videos selbst fort. Serielles Erz\u00e4hlen im TV, Fans und Formen von Produsage haben die Medienlandschaft ver\u00e4ndert.<\/p>\n<h3>Serialit\u00e4t<\/h3>\n<p>Im Tagungsband \u201ePopul\u00e4re Serialit\u00e4t\u201c betont Frank Kelleter den Zusammenhang von Popul\u00e4rkultur und Serialit\u00e4t <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-1' id='fnref-2311-1' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>1<\/a><\/sup>. Serien zeichnen sich dadurch aus, dass sie fortlaufenden Geschichten sind, die der Wiedererkennbarkeit wegen standardisiert sind, gleichzeitig aber immer neue Wendungen nehmen m\u00fcssen, um spannend zu bleiben <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-2' id='fnref-2311-2' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>2<\/a><\/sup>. Serien sind leicht in das Alltagsleben zu integrieren und k\u00f6nnen<\/p>\n<blockquote><p>eine geradezu epidemische, d.h. au\u00dfergew\u00f6hnlich reproduktionsintensive und differenzierungsfreudige Wirkung auf die allt\u00e4gliche und zunehmend auch die \u00f6ffentliche Kommunikation ihrer Leser, Zuschauer und Produzenten entfalten\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-3' id='fnref-2311-3' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>3<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Bedingt wird dies vor allem durch einen Ver\u00e4nderung des seriellen Erz\u00e4hlens, die vielfach an der amerikanischen Serie <em>The Sopranos<\/em> (HBO 1999-2007) festgemacht wird. Im so genannten Quality-TV werden \u201enarrativ komplexe Sendungen\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-4' id='fnref-2311-4' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>4<\/a><\/sup> gezeigt, die sich deutlich von konventionellen Produktionen unterscheiden: Sie kombinieren episodische Handlungsstr\u00e4nge mit multiepisodischen Handlungsb\u00f6gen <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-5' id='fnref-2311-5' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>5<\/a><\/sup> und haben eine gesteigerte Selbstbez\u00fcglichkeit <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-6' id='fnref-2311-6' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>6<\/a><\/sup>. Durch diese ver\u00e4nderte Erz\u00e4hlstrategie verschiebt sich das Interesse der Zuschauer von den Erz\u00e4hlinhalten auf die Art und Weise, wie erz\u00e4hlt wird <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-7' id='fnref-2311-7' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>7<\/a><\/sup>. Serien die so erz\u00e4hlt werden, zeichnen sich durch eine hohe \u201erewatchability\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-8' id='fnref-2311-8' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>8<\/a><\/sup> aus, Fans gucken diese Serien wieder und wieder und k\u00f6nnen dabei immer neue Facetten der Erz\u00e4hlung entdecken. Diese Fans werden auch selbst aktiv, indem sie \u00fcber die Serien diskutieren. Ihr Feedback wird f\u00fcr die Autoren und Autorinnen der Serien und den weiteren Verlauf der Geschichten wichtig <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-9' id='fnref-2311-9' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>9<\/a><\/sup>. Aber auch f\u00fcr die Verbreitung der Serien \u00fcber verschiedene mediale Systeme, unterschiedliche Medien\u00f6konomien und nationale Grenzen ist die aktive Teilnahme der Seriengucker wichtig <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-10' id='fnref-2311-10' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>10<\/a><\/sup>.<\/p>\n<h3>Fans<\/h3>\n<p>Fans tun ganz explizit das, was alle anderen auch tun: Sie besch\u00e4ftigen sich jeden Tag mit Texten und Medien. Sie gehen mit diesen (und ihrem Fan-Sein) spielerischen um und nehmen sich selbst meist nicht allzu ernst <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-11' id='fnref-2311-11' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>11<\/a><\/sup>. Da Fans den medialen Wandel repr\u00e4sentieren werden sie f\u00fcr die Rezeptionsforschung besonders relevant <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-12' id='fnref-2311-12' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>12<\/a><\/sup>. Faye beschreibt in ihrem Vorwort zu <em>Sherlock and Transmedia Fandom<\/em> die Gef\u00fchlslage von Fans:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWhat we want is more stories, and we will find them \u2013 one way or another, and by various methods, each suited to our nature and our age and our tastes and our creativity.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-13' id='fnref-2311-13' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>13<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine besondere Rolle bei der Fortf\u00fchrung von Geschichten durch Fans spielt Fanfiction. Diese erf\u00fcllt nicht nur das Bed\u00fcrfnis von Fans nach immer weiteren Geschichten. Durch Fanfiction f\u00fcllen Fans auch L\u00fccken die in der seriellen Erz\u00e4hlung vorhanden sind <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-14' id='fnref-2311-14' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>14<\/a><\/sup>, oder interpretieren Figuren und Handlungen ganz anders als im Original, wenn ihre Leseerwartung von den Autoren nicht erf\u00fcllt wird <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-15' id='fnref-2311-15' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>15<\/a><\/sup>. Durch das Internet und Seiten wie <a href=\"https:\/\/www.fanfiction.net\" target=\"&quot;_blank\">fanfiction.net<\/a> w oder <a href=\"http:\/\/www.livejournal.com\" target=\"_blank\">livejournal.com<\/a> k\u00f6nnen Fans dabei nicht nur ihre Geschichten besonders leicht ver\u00f6ffentlichen, sondern auch gegenseitig kommentiern und so verbessern und ver\u00e4ndern. Auch multible Autorenschaften und intertextuelle Verweise werden auf diesen Plattformen erleichtert <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-16' id='fnref-2311-16' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>16<\/a><\/sup>. In ihrem Band zu Fanfiction schreibt Jamison: \u201eSometimes, at some of its best times, fanfiction is a game writers play for the game\u2018s own sake.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-17' id='fnref-2311-17' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>17<\/a><\/sup>.<\/p>\n<h3>Zwischenbemerkung: Sherlock Holmes und Fanfiction<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend Harry Potter zumindest auf fanfiction.net, einer der gr\u00f6\u00dften Seiten auf der Fanfiction publiziert werden kann, mit \u00fcber 680000 Geschichten <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-18' id='fnref-2311-18' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>18<\/a><\/sup> das Buch mit den meisten Fanfictions ist, kann Sherlock Holmes auf eine sehr lange Geschichte der Pastiches und Fanfictions zur\u00fcckblicken <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-19' id='fnref-2311-19' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>19<\/a><\/sup>. Sherlock Holmes, ist nach Jamison, die Figur mit den meisten spin-offs, Pastiches und Adaptionen in den unterschiedlichsten Medien <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-20' id='fnref-2311-20' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>20<\/a><\/sup>. Diese Geschichten wurden in Fanzines, also von Fans herausgegebenen Magazinen, ver\u00f6ffentlicht. \u00dcblicherweise erz\u00e4hlen sie im Doyleschen Kanon erw\u00e4hnte, aber nicht ausgef\u00fchrte F\u00e4lle <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-21' id='fnref-2311-21' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>21<\/a><\/sup>. Als Modus der Erz\u00e4hlung w\u00e4hlen die Fans dabei den gleichen Stil, wie A.C. Doyle <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-22' id='fnref-2311-22' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>22<\/a><\/sup>. Sie spielen \u201eThe Great Game\u201c, in dem sie die Geschichten von Sherlock Holmes so betrachten, als h\u00e4tte es Sherlock Holmes und John Watson tats\u00e4chlich gegeben. Doyle wird in diesem Kontext nur noch zum Chronisten, der reale Ereignisse aufschreibt <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-23' id='fnref-2311-23' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>23<\/a><\/sup>. Weil sich Fans durch diesen Schreibmodus besonders intensiv mit den Figuren und dem Stil des Kanons auseinandersetzten, haben sie ein \u201eeven more complicated relationship with the fidelity of adapitions than does the average critical fandom.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-24' id='fnref-2311-24' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>24<\/a><\/sup><br \/>\nIm Internet finden sich Geschichten zu Sherlock Holmes allerdings erst, seit der Ver\u00f6ffentlichung von <em>Sherlock<\/em> (BBC 2010-) <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-25' id='fnref-2311-25' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>25<\/a><\/sup>. Auf fanfiction.net geh\u00f6rt Sherlock mit 46200 Geschichten zu den Top 5 der Serien <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-26' id='fnref-2311-26' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>26<\/a><\/sup> Grund f\u00fcr diese extrem Hohe Zahl an Geschichten ist, dass Sherlock mit 3 Staffeln pro Episode eine ausnehmend kurze Serie ist und die einzelnen Staffeln dar\u00fcber hinaus auch noch mit einem Abstand von zwei Jahren gesendet werden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/Hamulas\/status\/421033683659669504\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-2307 alignnone\" alt=\"Hiatus\" src=\"http:\/\/kulturblaettchen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Hiatus.tiff\" width=\"636\" height=\"370\" \/><\/a><br \/>\nDennoch ist die Serie sehr erfolgreich, und das obwohl Sherlock Holmes viele Eigenschaften (wie beispielsweise sein Drogenmissbrauch) und ikonographische Details (der Deerstalker) fehlen, die sonst f\u00fcr Adaptionen \u00fcblich sind. Gleichzeitig steckt sie aber voll Referenzen auf den Kanon der Geschichten von Doyle, die auch immer noch wirken, obwohl <em>Sherlock<\/em> keine historische sondern eine moderne Adaption ist. Die Serie spielt im England des 21. Jahrhunderts und Sherlock Holmes benutzt moderne Technologien um seine F\u00e4lle zu l\u00f6sen. Auch die Visualiserung der Handlung durch Kameraf\u00fchrung und Texteinblendungen ist sehr modern. Allerdings kritisiert Balaka Basu, dass <em>Sherlock<\/em> viele Aspekte des modernen Lebens in Londen unterschlage und wirke wie eine Vorstellung des 21. Jahrhunderts aus dem 19. Jahrhundert gesehen <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-27' id='fnref-2311-27' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>27<\/a><\/sup>.<br \/>\nDa die Regeln von Fanfiction weniger streng sind, als die von \u201eThe Great Game\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-28' id='fnref-2311-28' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>28<\/a><\/sup> und das Bed\u00fcrfnis der Autoren mehr \u00fcber die Figuren zu erfahren gro\u00df ist <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-29' id='fnref-2311-29' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>29<\/a><\/sup>, gibt es keine Variation von Figurenkonstellation oder Handlung mehr, die zu <em>Sherlock<\/em> noch nicht erz\u00e4hlt ist: \u201eThere\u2018s not one lonely little kink left unloved in the Sherlock fandom.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-30' id='fnref-2311-30' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>30<\/a><\/sup>. Die Geschichten auf fanfiction.net drehen sich dabei vor allem um die emotionalen Aspekte der Serie. Denn w\u00e4hrend zwar von allen Figuren immer wieder eine romantische Beziehung zwischen Sherlock und John angedeutet wird, streiten die beiden diese mit einer Vehemenz ab, die es verlockend macht ihre Geschichte anders zu erz\u00e4hlen. Unter dem Hashtag #Johnlock schreiben Fans zu allen Aspekten der Bromance.<br \/>\n*********Spoilers f\u00fcr <em>The Reichenbach Fall<\/em><br \/>\nAuch das Ende von <em>The Reichenbach Fall<\/em> wird in Fanfictions ausgiebig thematisiert. Denn obwohl sich die gesamte Episode nur darum dreht, zu erz\u00e4hlen, wie Sherlock Selbstmord begeht, wissen die Zuschauer zwar am Ende, wie es dazu kam, aber nicht, wie es passieren konnte, dass er doch \u00fcberleben konnte. Die Fanfiction zu <em>The Reichenbach Fall<\/em> bleibt allerdings vornehmlich innerhalb der Regeln von The Great Game und damit in der Perspektive von John Watson, der im Gegensatz zu den Zuschauern nicht wei\u00df, dass Sherlock Holmes noch lebt. Die Geschichten erz\u00e4hlen also besonders den Trauerprozess der unterschiedlichen Charaktere.<br \/>\n*********Ende Spoilers f\u00fcr <em>The Reichenbach Fall<\/em><\/p>\n<h3>Produsage<\/h3>\n<p>Die Interaktion von Fans mit ihren Serienhelden oder der \u00dcbergang vom passiven Konsum zur aktiven Nutzun markiert einen Kulturellen Shift, den Jenkins als \u201econvergence culture\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-31' id='fnref-2311-31' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>31<\/a><\/sup> bezeichnet: \u201eConvergence involves both a change in the way media is produced and a change in the way media is consumed.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-32' id='fnref-2311-32' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>32<\/a><\/sup>. Der gleiche Prozess wird von Bruns als \u201eprodusage\u201c beschrieben und detailliert ausgef\u00fchrt. Produsage steht ihm zufolge im direkten Kontrast zur industriellen Produktion und ist durch einschneidende Ver\u00e4nderungen in der Produktionskette von Produzenten \u00fcber H\u00e4ndler zu Konsumenten gepr\u00e4gt <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-33' id='fnref-2311-33' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>33<\/a><\/sup>. Durch das Internet als Massenmedium ver\u00e4ndert sich der Zugang zu Informationen und Produktionsmitteln, es entstehen peer-to-peer Modelle sozialer Organisation und das Teilen von Inhalten wird immer einfacher <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-34' id='fnref-2311-34' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>34<\/a><\/sup>. Konsumenten werden zu Nutzern und k\u00f6nnen mit den Produzenten auf gleicher Ebene kommunizieren <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-35' id='fnref-2311-35' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>35<\/a><\/sup>. Im Internet werden Nutzer aktiv involviert, die Trennung zwischen Produktion und Nutzung von Inhalten kann immer weniger klar vollzogen werden <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-36' id='fnref-2311-36' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>36<\/a><\/sup>. In diesem \u201eProduktionsprozess\u201c, der in viele kleine Einzelschritte geteilt ist, die jederzeit von allen eingesehen werden k\u00f6nnen, ist jeder Beitrag gleichwertig. Das Produkt, das am Ende entsteht ist der Allgemeinheit zug\u00e4nglich <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-37' id='fnref-2311-37' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>37<\/a><\/sup>, oder nach v. Hippel ein \u201ecommons\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-38' id='fnref-2311-38' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>38<\/a><\/sup>, das st\u00e4ndig in Entwicklung bleibt <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-39' id='fnref-2311-39' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>39<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p><em>Sherlock<\/em> entsteht als Fanprodukt von Steven Moffat und Mark Gatiss <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-40' id='fnref-2311-40' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>40<\/a><\/sup>. Durch die geschickte \u00dcbertragung in die Moderne, schaffen Moffat und Gatiss es die Serie au\u00dferhalb des \u00fcblichen Fan-Diskurses zu stellen und so sowohl neue Zuschauergruppen zu erschlie\u00dfen, als auch die alten Sherlock-Holmes-Fans, die eigentlich besonders kritisch sind, f\u00fcr sich zu gewinnen <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-41' id='fnref-2311-41' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>41<\/a><\/sup>. Dadurch wurde die Serie f\u00fcr die Forschung besonders interessant, denn es k\u00f6nnen nicht nur individuelle und gemeinschaftliche Fan-Zug\u00e4nge, sondern auch unterschiedliche Generationen von Fans analysiert werden <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-42' id='fnref-2311-42' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>42<\/a><\/sup>. Obwohl die Serie explizit ein Fan-Produkt von Moffat und Gatiss ist, stellen sowohl Hills als auch Basu in ihren Analysen fest, dass die beiden als Autoren Fanfiction zwar anerkennen, aber sich und die Serie zumindest in den ersten beiden Staffeln davon distanzieren <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-43' id='fnref-2311-43' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>43<\/a><\/sup>. In der Folge gebe es auch kein \u201efolding text\u201c (nach Berger\/Marlow), \u201ewhere non-canonical fan wirting can supposedly be folded back into canonical, professional screenwriting.\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-44' id='fnref-2311-44' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>44<\/a><\/sup> Dabei regt die Serie als teil von \u201emedia culture permeated with clues and vital knowledge,\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-2311-45' id='fnref-2311-45' onclick='return fdfootnote_show(2311)'>45<\/a><\/sup> die Fans ganz besonders dazu an \u00fcber die erz\u00e4hlten Geschichten zu spekulieren.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Weiter geht es mit Teil 1 meiner Analyse <a href=\"http:\/\/kulturblaettchen.de\/2014\/05\/13\/sherlocknotdead\/\" title=\"#SherlockNotDead\" target=\"_blank\">#sherlockNotDead<\/a> und Teil 2 <a href=\"http:\/\/kulturblaettchen.de\/2014\/05\/13\/be-careful-what-you-post-on-tumblr\/\" title=\"Be careful what you post on Tumblr\u2026\" target=\"_blank\">Be careful what you post on Tumblr\u2026<\/a>.&nbsp;<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-2311'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-2311-1'> (Kelleter) S. 12 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-2'> (Kelleter) S. 22 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-3'> (Kelleter) S. 23 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-3'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-4'> (Mittell) S. 97 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-4'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-5'> (Mittell) S. 106 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-5'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-6'> (Mittell) S. 110, (Kelleter) S. 21 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-6'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-7'> (Mittell) S. 111 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-7'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-8'> (Mittell) S. 102 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-8'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-9'> (Mittell) S. 104 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-9'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-10'> Jenkins, H. (2006) Convergence Culture. Where Old and New Media Collide. New York, London. S. 3 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-10'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-11'> (Booth) S. 12 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-11'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-12'> (Booth) S. 1 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-12'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-13'> (Faye) S. 2 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-13'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-14'> (Booth) S. 6 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-14'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-15'> (Jamison) S. 31 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-15'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-16'> (Faye) S. 2f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-16'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-17'> (Jamison) S. 8 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-17'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-18'> <a href=\"https:\/\/www.fanfiction.net\/book\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.fanfiction.net\/book\/<\/a> zuletzt eingesehen: 12.05.2014 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-18'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-19'> Im Gegensatz zu Fanfiction, die ausschlie\u00dflich dadurch definiert wird, dass sie eben von Fans geschrieben wird, imitieren Pastiches auch den Stil ihres Vorbildes. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-19'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-20'> (Jamison) S. 40 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-20'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-21'> (Jamison) S. 43 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-21'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-22'> Polasek, A. D. (2012) &#8216;Winning &#8220;The Grand Game&#8221;. \u2018Sherlock\u2019 and the Fragmentation of Fan Discourse&#8217;. In: Louisa Ellen Stein &amp; Kristina Busse (Hg.): \u2018Sherlock\u2019 and Transmedia Fandom. Essays on the BBC series. Jefferson (North Carolina), London. S. 41\u201354. Hier: S. 43 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-22'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-23'> Stein, L. E. &amp; Busse, K. (2012) &#8216;Introduction: The Literary, Televisual and Digital Adventures of the Beloved Detective.&#8217;. In: Louisa Ellen Stein &amp; Kristina Busse (Hg.): \u2018Sherlock\u2019 and Transmedia Fandom. Essays on the BBC series. Jefferson (North Carolina), London. S. 9\u201324. Hier: S. 18 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-23'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-24'> Polasek (2012) S. 44 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-24'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-25'> (Jamison) S. 46 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-25'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-26'> <a href=\"https:\/\/www.fanfiction.net\/tv\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.fanfiction.net\/tv\/<\/a> zuletzt eingesehen: 12.05.2014 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-26'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-27'> Basu, B. (2012) &#8216;\u2018Sherlock\u2019 and the (Re)Invention of Modernity&#8217;. In: Louisa Ellen Stein &amp; Kristina Busse (Hg): \u2018Sherlock\u2019 and Transmedia Fandom. Essays on the BBC series. Jefferson (North Carolina), London. S. 196\u2013209. Hier: S. 199 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-27'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-28'> Polasek (2012) S. 49 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-28'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-29'> (Faye) S. 5 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-29'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-30'> (Atlin Merrick) S. 50 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-30'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-31'> Jenkins (2006) S. 3 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-31'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-32'> Jenkins (2006) S. 16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-32'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-33'> (Bruns) S. 9 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-33'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-34'> (Bruns) S. 13f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-34'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-35'> (Bruns) S. 14 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-35'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-36'> (Bruns) S. 18 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-36'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-37'> (Bruns) S. 19f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-37'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-38'> (Bruns) S. 23 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-38'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-39'> (Bruns) S. 22 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-39'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-40'> Adams, G. (2012) Sherlock. The Casebook. Wemding. S. 2f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-40'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-41'> Polasek (2012) S. 41f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-41'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-42'> Stein\/Busse (2012) S. 16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-42'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-43'> Hills, M. (2012) &#8216;&#8221;Sherlock&#8217;s&#8221; Epistemological Economy and the Value of \u201cFan\u201d Knowledge. How Producer-Fans Play the (Great) Game of Fandom&#8217;. In: Louisa Ellen Stein &amp; Kristina Busse (Hg.): \u2018Sherlock\u2019 and Transmedia Fandom. Essays on the BBC series. Jefferson (North Carolina), London. S. 27\u201340. Hier: S. 34f; Basu (2012) S. 209 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-43'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-44'> Hills (2012) S. 35 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-44'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2311-45'> Hills (2012) S. 31f <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2311-45'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einleitung zu diesem Artikel findet sich hier. &nbsp; Fernsehen findet heute eigentlich im Internet statt. Fans streamen ihre Lieblingsserien, sammeln und diskutieren in Wikis und Foren jedes Detail, das es \u00fcber Schauspieler, Produzenten und Inhalte zu finden gibt, und f\u00fchren dar\u00fcber hinaus die Geschichten in Fanfiction, Fan Art und Fan Videos selbst fort. Serielles [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wprm-recipe-roundup-name":"","wprm-recipe-roundup-description":""},"categories":[150,145,409,322,151,67],"tags":[404,698,693,691,626,683],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2311"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2311"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2385,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2311\/revisions\/2385"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}