{"id":2248,"date":"2013-11-25T17:59:39","date_gmt":"2013-11-25T16:59:39","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2248"},"modified":"2014-04-01T18:05:29","modified_gmt":"2014-04-01T16:05:29","slug":"vom-marchenleser-zum-serienjunkie-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2248","title":{"rendered":"Vom M\u00e4rchenleser zum Serienjunkie (5)"},"content":{"rendered":"<h3>Technische Innovationen und Sinnesarbeit<\/h3>\n<p>Durch Medien werden Erz\u00e4hlungen ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Im Kommunikationsmodell nach Jacobson steht zwischen dem Sender und dem Empf\u00e4nger einer Nachricht nicht nur die Nachricht selbst, sondern auch ihr Kontext, ihr \u00dcbermittlungskanal und ihr Code. Erst aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Vermittlungsaspekte ergibt sich die eigentliche Botschaft.<\/p>\n<p>Durch den Druck ver\u00e4ndert sich so zum Beispiel auch, wie Geschichten vorgetragen werden:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/uk4fWNznJvE\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Zuh\u00f6rer k\u00f6nnen jetzt nicht nur der Geschichte zuh\u00f6ren und eigene Bilder im Kopf haben, sondern bekommen Illustrationen mitgeliefert. Aus heutiger Sicht mag dies banal und wenig imposant wirken, aber historisch gesehen sind in einer Zeit der Bilderarmut solche Geschichten mit gelieferten werden sehr einpr\u00e4gsam.<\/p>\n<p>Mit dem Buchdruck wird schlie\u00dflich der Zugang zu Wissen f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten revolutioniert. Neben Enzyklop\u00e4dien und der Bibel ist pl\u00f6tzlich auch Literatur leichter zug\u00e4nglich. Kolporteure verbreiten Volksb\u00fccher und andere Geschichten als Hausierer. Die Zensurbeh\u00f6rden versuchen dabei mit p\u00e4dagogischen Ma\u00dfnahmen auf die verbreiteten Inhalte einzuwirken. Gleichzeitig werden als minderwertig verschrieene B\u00fccher aber auch von einer intellektuellen Oberschicht interessiert gelesen.<br \/>\nDie Kritik am billigen Massenvergn\u00fcgen endet dabei allerdings nicht mehr, sobald sie einmal begonnen hat. W\u00e4hrend fr\u00fcher besonders Unterschiede zwischen \u201ehoher\u201c und \u201epopul\u00e4rer\u201c Literatur gezogen wurden (oder dem literarisch wertvollen Drama im Gegensatz zum \u201eSchundroman\u201c), wird Medienkritik heute besonders am Fernsehkonsum sichtbar. Allerdings ist auch hier ein Umbruch zu sp\u00fcren: Etwa seit 2000 entsteht \u201eQuality TV\u201c, wo bestimmte Serien als besonders herausragendes Erz\u00e4hlen interpretiert werden. Dies gilt zum Beispiel f\u00fcr Sorpanos, Mad Men oder auch Sherlock. Man k\u00f6nnte nun unterstellen, dass dieser Aufwertungsprozess haupts\u00e4chlich das Ziel hat, auch hochkulturell-positionierten Fernsehkritikern zu erm\u00f6glichen ohne schlechtes Gewissen Serien zu konsumieren.<\/p>\n<p>Das steigende Tempo in der Produktion von neuen Geschichten (Serien!!) ver\u00e4ndert die Erwartungen der Konsumenten an Geschichten.<br \/>\nhttp:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YlrP2IR58<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Technische Innovationen und Sinnesarbeit Durch Medien werden Erz\u00e4hlungen ver\u00e4ndert. Im Kommunikationsmodell nach Jacobson steht zwischen dem Sender und dem Empf\u00e4nger einer Nachricht nicht nur die Nachricht selbst, sondern auch ihr Kontext, ihr \u00dcbermittlungskanal und ihr Code. Erst aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Vermittlungsaspekte ergibt sich die eigentliche Botschaft. 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