{"id":2185,"date":"2013-11-18T12:45:31","date_gmt":"2013-11-18T11:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2185"},"modified":"2014-03-31T14:05:23","modified_gmt":"2014-03-31T12:05:23","slug":"vom-marchenleser-zum-serienjunkie-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=2185","title":{"rendered":"Vom M\u00e4rchenleser zum Serienjunkie (4)"},"content":{"rendered":"<h3>Vorlesen und Lesen \u2013 Bild, Schrift und Performanz<\/h3>\n<blockquote><p>Fiction has two uses. Firstly, it&#8217;s a gateway drug to reading. The drive to know what happens next, to want to turn the page, the need to keep going, even if it&#8217;s hard, because someone&#8217;s in trouble and you have to know how it&#8217;s all going to end \u2026 that&#8217;s a very real drive. And it forces you to learn new words, to think new thoughts, to keep going. To discover that reading per se is pleasurable. Once you learn that, you&#8217;re on the road to reading everything. And reading is key.<br \/>\nNeil Gaiman im <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/books\/2013\/oct\/15\/neil-gaiman-future-libraries-reading-daydreaming\" target=\"_blank\">Guardian<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die F\u00e4higkeit zu Lesen ist eine Schl\u00fcsselqualifikation. Nicht nur, weil man sich ohne lesen zu k\u00f6nnen nicht in unserer Welt zurecht findet, sondern auch, weil das Lesen fiktiver Texte die Phantasie und Vorstellungskraft f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Schrift stellt die erste Revolution f\u00fcr die menschliche Begeisterung f\u00fcr Geschichten und Erz\u00e4hlungen dar. Denn nun k\u00f6nnen Geschichten festgehalten werden und &#8220;verschwinden&#8221; nicht mehr direkt, nachdem sie erz\u00e4hlt wurden. Tats\u00e4chlich stellen Geschichte und Geschichten neben Gesetzestexten die ersten aufgeschriebenen Texte dar. Die zweite Revolution ist dann der Buchdruck. Bald sind Geschichten nicht mehr nur einer kleinen Minderheit sondern f\u00fcr die breite Masse zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>McLuhan (<em>the medium is the message<\/em>) beschreibt, wie durch die Form des Mediums, in dem eine Botschaft transportiert wird, sich diese selbst ver\u00e4ndert. Dabei spielt besonders die Halbarkeit von Tr\u00e4germedien (Pergament vs. CD-Rom) und der Einfluss des Mediums auf die k\u00f6rperlichen Aspekte der Rezeption (Buch in der Hand vs. Reader) eine Rolle.<br \/>\nDie Verschriftlichung und die M\u00f6glichkeit des Alleine-Lesens kann dabei als erster Schritt zu Individualismus (oder negativer ausgedr\u00fcckt zu Vereinzelung) gesehen werden. Durch die Rezeption fiktiver Texte f\u00fcr sich allein wird ein Ausbruch aus der Gemeinschaft m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Walter Ong sieht in der Entwicklung der Medien keinen \u00dcbergang von M\u00fcndlichkeit zur Schriftlichkeit, sondern betont, dass geschriebene Texte m\u00fcndlich vorgetragene erg\u00e4nzen.<br \/>\nEr stellt einerseits die Dynamik des M\u00fcndlichen heraus, in der Formeln und Erinnerungshilfen gebraucht werden, um einen sich immer ver\u00e4ndernden und niemals gleichen Text vorzutragen. Andererseits zeigt er, wie durch Schreiben als technologischem Entfremdungsprozess Bewusstseinsver\u00e4nderungen entstehen und analytisches Denken geschult wird.<\/p>\n<p>Die Gew\u00f6hnung an neue Medien ist dabei nicht immer ganz einfach:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/vimeo.com\/63806990\">User-Helpdesk im Mittelalter<\/a> from <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/jayke\">Jonas K\u00f6hne<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<p>Lesen als kulturelle Praxis ist eine F\u00e4higkeit die sich nur langsam verbreitet hat. Lange war die F\u00e4higkeit zu lesen nur wenigen vorbehalten und zudem ein Akt der &#8220;Verm\u00fcndlichung&#8221;. Denn es wurde nicht leise f\u00fcr sich, sondern laut f\u00fcr viele gelesen. Viele Texte spielen deshalb auch lange mit dem Zwischenstadium von geschriebenem und gesprochenem Text. Im Gegensatz zur Geschichte des Mediums Buch ist allerdings auch die Geschichte der Praxis des Lesens nur schlecht erforscht. Dies liegt unter anderem daran, dass es nur wenige geeignete Quellen gibt, anhand derer die historische Entwicklung des Lesens untersucht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorlesen und Lesen \u2013 Bild, Schrift und Performanz Fiction has two uses. Firstly, it&#8217;s a gateway drug to reading. 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