{"id":1988,"date":"2013-09-22T22:25:31","date_gmt":"2013-09-22T20:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1988"},"modified":"2013-09-22T22:25:31","modified_gmt":"2013-09-22T20:25:31","slug":"leseliste-4-22-09-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1988","title":{"rendered":"Leseliste (4): 22.09.2013"},"content":{"rendered":"<h3>Gelesen:<\/h3>\n<p>Florian Illies\u00a0<em>1913. Der Sommer des Jahrhunderts.<\/em> Ein Roman der sich l\u00e4se wie der ellenlange Angebermonolog eines Germanisten, der zeigen m\u00f6chte, was er so an Klatschwissen \u00fcber die deutschen Intellektuellen des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts drauf hat; wenn er nicht so pointiert geschrieben w\u00e4re. Gerade jetzt nach dieser Bundestagswahl, die meine gesamte Filterbubble f\u00fcr missgl\u00fcckt h\u00e4lt und nicht so recht verstehen kann und will, dr\u00e4ngen sich dann auch noch jede Menge Parallelen auf. Wenn sowieso in jeder politischen Diskussion Andeutungen fallen, die die jetzige Situation mit dem Ende der Weimarer Republik vergleichen, alle in Weltuntergangsstimmung sind, dann ist der Schritt noch weiter zur\u00fcck zu einem Haufen Intellektueller, die alle zwischen Gr\u00f6\u00dfenwahn und Versagensangst schwanken und in deren Werk sich vielleicht doch schon der Diskurs um das Ende der gewohnten politischen Ordnung wiederspiegelt, nicht so weit. Und dann stellt sich mir aber doch auch die Frage, wie es sein kann, dass meine eigene Lebenswelt, meine Filterbubble und all mein Denken offensichtlich so weit von dem der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung entfernt ist? Und was bedeutet dieser Bruch f\u00fcr eine Gesellschaft? Und worin besteht dieser Bruch? In einer Mehrheit, die m\u00f6glichst keine Ver\u00e4nderungen haben m\u00f6chte und einfach nur m\u00f6glichst lange den bequemen Status quo behalten m\u00f6chte auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite einer intellektuellen Minderheit, die daran glaubt, dass es Ver\u00e4nderungen auf allen Gebieten geben muss, damit das, was wirklich wichtig ist bleiben kann? Haben wir dabei nicht schon l\u00e4ngst eigentlich den \u00dcberblick dar\u00fcber, was ver\u00e4ndert werden muss verloren? An der st\u00e4ndigen Komplexit\u00e4t von allem, der immer vorhandenen anderen Seite des ABER, scheitern wir doch schon im allt\u00e4glichen Versuch ein besseres und ethisch richtiges Leben zu f\u00fchren. Glauben wir \u00fcberhaupt daran, dass sich irgendetwas ge\u00e4ndert h\u00e4tte, w\u00e4re die Wahl anders ausgegangen? Denn zumindest in meinem Umfeld wurde nicht von Alternativen, sondern nur von kleineren \u00dcbeln gesprochen. Ist die jetzige Entt\u00e4uschung \u00fcber den Ausgang der Wahl einfach nur die Reaktion, die daraus folgt, dass unsere nur noch uns selbst vorgespielte Illusion, dass sich vielleicht doch etwas \u00e4ndern k\u00f6nnte, geplatzt ist, die eigentlich eher ein vergeblicher Wunsch und ein m\u00fc\u00dfiger Traum ist, den wir verzweifelt der Realit\u00e4t entgegensetzen? Steht dem gegen\u00fcber, dass es eine Mehrheit gibt, die sich noch nicht mal solchen Illusionen hingeben m\u00f6chte?<\/p>\n<h3>Wor\u00fcber jemand mal was schreiben m\u00fcsste:<\/h3>\n<p>Eine kluge Analyse dieser Bundestagswahl<\/p>\n<p>Einen Text dar\u00fcber, wie man trotz allem f\u00fcr mehr Gleichheit, mehr Freiheit und mehr Sozialsinn werben kann. Wie wir unsere Hoffnungen und Illusionen nicht an knapp 5% f\u00fcr eine rechte Partei zerplatzen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelesen: Florian Illies\u00a01913. Der Sommer des Jahrhunderts. 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