{"id":1835,"date":"2013-07-05T15:07:03","date_gmt":"2013-07-05T13:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1835"},"modified":"2013-08-02T13:54:28","modified_gmt":"2013-08-02T11:54:28","slug":"rezensiert-seperate-beds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1835","title":{"rendered":"Rezensiert: Seperate Beds"},"content":{"rendered":"<p>Inzwischen finde ich die meisten B\u00fccher, die ich so lese ja auf die folgende Art: Ich muss irgendein Buch, das ich f\u00fcrs Studium brauche aus dem Freihandmagazin der Bibliothek selbst abholen. Nur zum Spass gucke ich dabei nat\u00fcrlich auch immer noch ein bisschen die Titel links und rechts und im Regal davor und danach an. Besonders in den Realen mit den Anschaffungen ab 2010 ist das eine sehr &#8220;gef\u00e4hrliche&#8221; Methode. Denn \u00fcblicherweise landen so nicht nur die zwei bis drei B\u00fccher die ich wirklich brauche, sondern auch noch zwei bis drei weitere, die interessant oder spannend klangen in meinem Korb. Damit ich wenigstens hin und wieder auch &#8216;was Literarisches lese, ist das dann meistens Belletristik. Der Anschaffungspolitik der Bibliothek geschuldet meistens englischsprachig.<\/p>\n<p>Am Freitag stolperte ich so \u00fcber\u00a0<em>Seperate Beds<\/em>, das mir wegen des h\u00fcbschen cremefarbenen Einbandes mit der sch\u00f6nen blauen Schrift aufgefallen war. Dann packte mich auch noch aus Gr\u00fcnden, derer ich mir nicht so ganz klar bin, der erste Absatz:<\/p>\n<blockquote><p>Zosia said to Annie, &#8220;I&#8217;m glad you got home befor I left.&#8221;<\/p>\n<p>Annie dumped a wohle lot of Christmas shopping on the table and ran her fingers through her hair. Bad hair day. Very bad hair day. &#8220;So am I. Are you in a hurry? Would you like a glass of wine?&#8221;<\/p>\n<p>There was just the two of them in the kitchen and the house was quiet and dark. Zosia always turned the ligths off as she worked through the rooms. When Annie commente on this thrift, she had replied, &#8220;We must not waste,&#8221; for the deprivations of Zsoia&#8217;s upbringing were lodged deep in her.<\/p><\/blockquote>\n<p>Elizabeth Buchans Geschichte beginnt mit dieser idyllischen Szene \u2013 kurz bevor das Ungl\u00fcck voll zuschl\u00e4gt und f\u00fcr die Familie alles immer nur noch schwieriger wird. Ich musste beim Lesen die ganze Zeit \u00fcber an J.K. Rowlings\u00a0<em>The Casual Vacancy<\/em> denken. Ausgel\u00f6st von einem Schicksalsschlag werden die Figuren in einen Strudel des Ungl\u00fccks gezogen. Anders als bei Rowling sind diese aber nicht v\u00f6llig kaputt und emotional unf\u00e4hig und deshalb wesentlich glaubhafter. Jedes Familienmitglied schleppt seine pers\u00f6nlichen Probleme mit sich herum \u2013 aber gleichzeitig werden alle doch so geschildert, dass sie auch positive, liebende Seiten haben und somit differenziert und menschlich erscheinen. Ich zumindest habe das Buch voll Spannung gelesen. Nicht diese atemanhalten und die gesamte Nacht druchlesen Art von Spannung, sondern die intensivere mitf\u00fchlende, \u00fcber die Figuren in Lesepausen nachdenkende und ihnen das Beste w\u00fcnschende Spannung. So ist es auch ganz gut, dass die Figuren unter mit sich ringen, R\u00fcckf\u00e4llen und Streitigkeiten sich mit ihren Problemen arrangieren. Den alten und den neuen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe jedenfalls schon lange kein Buch mehr so gerne gelesen, wie <i>Seperated Beds<\/i>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen finde ich die meisten B\u00fccher, die ich so lese ja auf die folgende Art: Ich muss irgendein Buch, das ich f\u00fcrs Studium brauche aus dem Freihandmagazin der Bibliothek selbst abholen. Nur zum Spass gucke ich dabei nat\u00fcrlich auch immer noch ein bisschen die Titel links und rechts und im Regal davor und danach an. 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