{"id":1193,"date":"2012-10-29T22:35:54","date_gmt":"2012-10-29T21:35:54","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1193"},"modified":"2012-12-28T13:50:28","modified_gmt":"2012-12-28T12:50:28","slug":"irene-nemirovsky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturblaettchen.de\/?p=1193","title":{"rendered":"Ir\u00e8ne Nemirovsky"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\">Ein junges M\u00e4dchen, dass die Attit\u00fcden ihrer Mutter Leid hat. Eine Mutter, die sich unter dem Druck der Gesellschaft sieht, vor allem, was Statussymbole angeht. Und eine folgenreiche Entscheidungen machen die Essenz der Erz\u00e4hlung &#8220;Der Ball&#8221; von Ir\u00e8ne Nemirovsky aus.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Mehr kann man eigentlich nicht verraten, wenn man die Spannung nicht zerst\u00f6ren m\u00f6chte. Aber auch hier, \u00e4hnlich wie bei Krist\u00f3fs Buch \u201eDas gro\u00dfe Heft\u201c, best\u00e4tigt sich wieder: B\u00fccher m\u00fcssen nicht lang sein, um dem Leser Freude zu bereiten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nach diesem Buch habe ich noch zwei weitere B\u00fccher von Ir\u00e8ne Nemirovsky gelesen, die mir sie als Autorin nur noch sympathischer gemacht haben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In &#8220;Herr der Seelen&#8221; merkt man deutlich den latenten Antisemitismus der Gesellschaft, die Ir\u00e8ne Nemirovsky abbildet, gleichwohl sie selbst als J\u00fcdin geboren worden war. Der Stil ist sehr klar und \u00fcbersichtlich.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ihr unvollendetes Werk &#8220;Suite fran\u00e7aise&#8221; wirkt dagegen wie eine Mischung aus einem Impressionismusgem\u00e4lde und feinen kleinen Skizzen. Das Buch spielt in Frankreich und beginnt mit der Besetzung durch die Deutschen im Juni 1940. Viele kleine Mosaik-Einblicke ergeben als Ganzes die Grundatmosph\u00e4re, w\u00e4hrend kleine Szenen zwischen verschiedenen Akteursgruppen den gro\u00dfen Stimmungsbildern ein Gesicht geben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Liest man &#8220;Herr der Seelen&#8221; und &#8220;Suite fran\u00e7aise&#8221; hintereinander, hat man den Eindruck B\u00fccher zweier verschiedener Autoren zu lesen, da die Techniken der Beschreibung so unterschiedlich sind. Da &#8220;Suite fran\u00e7aise&#8221; aber auch ihr letztes Werk ist, bevor sie in Auschwitz starb, kann man eine Weiterentwicklung ihres Schreibstils unterstellen. Insgesamt aber ein Oeuvre, dass es zu entdecken gilt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Ir\u00e9ne Nemirovsky wurde 1903 in Kiev als Tochter eines j\u00fcdischen Bankiers <em>geboren<\/em>. Da sie haupts\u00e4chlich von ihrer franz\u00f6sischen Gouvernante erzogen wurde, war Franz\u00f6sisch wie eine Muttersprache f\u00fcr sie, in der sie sp\u00e4ter auch ihre Romane verfasste. Ihre Familie floh nach der Oktoberrevolution nach Paris, wo es ihnen in den zwanziger Jahren gelang wieder zu Wohlstand zu kommen. Ir\u00e9ne Nemirovsky studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne und fing jung an zu schreiben. 1926 heiratet sie Michel Epstein. Der Roman \u201eDavid Golder\u201c machte sie mit einem Schlag bekannt. Es folgten weitere Erz\u00e4hlungen und Romane, wie \u201eDer Ball\u201c oder \u201eDer Fall Kurilow\u201c. Wegen des wachsendes Antisemitismus lie\u00df sie sich 1939 taufen. Nach der Besetzung Frankreichs im Juni 1940, war ihr bewusst, dass nur sehr schwierig weitergehen w\u00fcrde. Bis zu ihrer Deportation 1942, schrieb sie unter Pseudonym f\u00fcr die Zeitschrift \u201eGringoire\u201c Artikel und arbeitete an ihrem letztem Werk. Im August 1942 starb sie in Auschwitz. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein junges M\u00e4dchen, dass die Attit\u00fcden ihrer Mutter Leid hat. 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