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Столовая: Fast Food auf Russisch

Gebloggt am: 20.01.2016 von Corinna

Das Wort “Столовая” [Stolowaja] heißt erst mal nichts anderes als “Esszimmer”. Im heutigen Russland sind diese Stolowajas so etwas wie kantinenartige Restaurants. Sie bieten teilweise rund um die Uhr Essen an. Wie in einer Kantine, nimmt man sich am Beginn sein Tablett und kann sich dann sein Menü zusammenstellen. Doch neben den Stolowoajas gibt es noch eine Variante russischen Fast-Foods: Blini in allen Varianten.

russische Speisekarte mit Gramm-Angaben In St. Petersburg gibt es verschiedene Anbieter solcher Stolowajas. Allen gemein ist jedoch, dass sie für relativ wenig Geld russische Hausmannskost anbieten. Wenn man zur Mittagszeit eintritt, herrscht meist Hochbetrieb. Wer sich noch nicht auskennt oder sich nicht entscheiden kann, wird von der Schlange einfach weitergeschoben.

Zu Beginn kann man sich Graubrot oder Weißbrot nehmen, die typische Beilage zu den verschiedenen Salaten, die als erstes angeboten werden. Die Salate hier sind jedoch nicht aus grünen Salat. Vielmehr gibt es meist eine Variante des “Salat Olivier”: das sind kleingeschnittene, gedämpfte Karotten, gekochte Eier, Erbsen, Schinkenstückchen in einer Art Mayonnaise-Sauce. Meist gibt es auch einen Salat aus roten Beten mit Zwiebeln, oder geraspeltes Weißkraut mit geraspelten Karotten. Eine weitere Variante ist Fisch mit verschiedenen Gemüsen, ebenfalls in einer Mayonnaise-Sauce. Oberhalb der Salatauslage stehen verschiedenst gefüllte Semmeln. Beispielsweise eine Art Wienerl im Teigmantel oder eine Semmel mit Kraut gefüllt. Es gibt auch süße Varianten, die mit Marmelade, Quark oder Nüssen gefüllt sind. Außerdem gibt es in den gut sortierten Stolowajas Süßigkeiten, die ein bisschen an türkisches Baklava erinnern.

Wer etwas möchte, muss das dem Angestellten hinter der Theke sagen und bekommt das gewünschte dann durchgereicht. Teilweise wird es auch genau abgewogen. Das ist nicht verwunderlich, da es selbst in den normalen Restaurants üblich ist, dass angegeben wird, wieviel Gramm man bekommt. Zum Beispiel ein Steak 300g mit 150g Kartoffeln als Beilage und 20ml Sauce.

Dann kommt man zu den Suppen: je nach Größe des Stolowajas gibt es meist zwischen zwei und vier verschiedene Suppen, die angeboten werden. Darunter sind meist Klassiker wie Borsch (eine Rote-Bete-Suppe), Schtschi (eine Kohlsuppe), Erbenssuppe in Stückchen und Soljanka. Anschließend geht es weiter zu den Hauptgerichten. Es gibt meist Pilaw, ein Reisgericht mit Fleischstückchen und Karotten, Frikadellen, Fisch und Hähnchenschenkel. Letzteres kann dann mit wahlweise Nudeln, Kartoffelpüree, Buchweizen oder Reis kombiniert werden. Manchmal gibt es auch eine Art Gulasch. Hier kann man sich als Neuling auch mal täuschen mit dem Preis, der für das Fleisch oftmals nicht pro Portion sondern pro 100g angegeben ist.

Natürlich darf ein passender Nachttisch nicht fehlen. Neben den bereits geschilderten süßen Semmeln befinden sich in einer gekühlten Theke Torten. Sie sehen meist aus wie deutsche Sahne – oder Buttercremetorten, sind aber für den deutschen Geschmack einen Tick zu süß. Ein Klassiker der nicht fehlen darf ist “Medovik”, eine millefeuille-artige Honigtorte, bei deinen der Teig sich mit süßer Cremefüllung abwechselt.

TeremokWeiter geht es dann zu den Getränken: neben schwarzen oder grünen Tee, Kaffee oder Wasser, gibt es meist auch “kompot”, ein Getränk, dass aus Trockenfrüchten und Zucker hergestellt wird. Nun nur noch bezahlen und sich einen Platz suchen. Das Publikum ist sehr gemischt: selbstverständlich gibt es Studenten, die es als Ersatz für die Mensa nehmen, aber auch Arbeitende, jung und alt gleichermaßen. Das verwundert nicht angesichts der Preise: einen Teller Suppe gibt es im Schnitt für 45- 60 Rubel, das Hauptgericht kostet je nach Fleischart zwischen 100 und 200 Rubel, ein Getränk ca. 30-50 Rubel. So kann man bereits für 150 Rubel (ca. 2,10 Euro zum Kurs von 1Euro =70Rubel)) satt werden.

Wer nicht diese breite Auswahl möchte und Fan von Pfannkuchen ist, kommt bei den Ketten “Чайная ложка” [tschájnaja lóshka] oder “Теремок” [Teremok] auf seine Kosten. Denn hier gibt es statt Burger die russischen Blini in allen Varianten. Wobei in Russland “блины” [blini] einfach nur Pfannkuchen heißt. Auch hier kann man meist noch einen Salat auswählen und dann Pfannkuchen in allen möglichen süßen und herzhaften Varianten. Beispiele sind Pfannkuchen mit roter Beerenmarmelade, Schokosauce, Schokosauce und eingerollter Banane, Topfen oder Honig, Pfannkuchen mit Lachs, mit roten Kaviar, mit Champignons und Salat, mit Tomaten und Hühnchenstückchen und Knoblauchsauce…

Auch hier bestellt man an der Theke und geht dann mit seinem Tablett zu einem freien Platz. Zur Mittagszeit gibt es hier meist noch ein spezielles Angebot des “Businesslunch”, der in den Restaurants im Zentrum allgemein üblich ist. So gibt es meist zwischen 12 und 16 Uhr ein vergünstigtes Menü, bei dem man ein Getränk, ein Tagesgericht und eine Suppe für 200 bis 350 Rubel bekommt. Ansonsten kosten solche gefüllte Pfannkuchen zwischen 60 und 150 Rubel.

Eine weitere Variante für ein russisches Mittagessen sind Restaurants, in denen es russische “Pierogi” gibt. Sie sind nicht zu verwechseln mit den polnischen Piroggen, die den schwäbischen Maultauschen ähneln. Die bekannteste Kette ist sicherlich “Stolle“, die diese Art von herzhaften und süßen Pies anbieten. Meinem Geschmacksempfinden handelt es sich dabei um eine Art Hefeteig, der mit verschiedenen Sachen gefüllt wird. Beispielsweise Pirog mit Zitronenfüllung, Moosbeeren, Apfel-Zimt oder Johannisbeere, Hase und Champignons, Lachs-Dill, Quark, Weißkraut, Hähnchen… In diesen Restaurants kann man sich den Pirogkuchen auch zum mitnehmen bestellen und hat dann seinen russisches Mittagessen zum mitnehmen.


делать покупки: Einkaufen in Russland

Gebloggt am: 22.11.2015 von Corinna

Wer als Durchschnittsdeutscher ans Einkaufen in  Russland denkt, wird vermutlich zunächst einmal an sowjetzeitenähnliche trist graue Supermärkte denken. Doch 25 Jahre Marktwirtschaft zeigen Wirkung, wenn auch das Produktangebot durch die aktuellen Sanktionen durch die EU wieder eingeschränkt wird.

Zunächst einmal ist es erstaunlich wie viele Supermärkte bzw. kleine Lebensmittelläden es in einer Großstadt wie St. Petersburg gibt. Vornehmlich im Zentrum gibt es kleine Lebensmittelläden, die meist ein begrenztes Sortiment an alltäglichen Lebensmitteln wie Wurst, Käse und Konserven haben, aber vor allem eine größere Auswahl an Getränken alkoholischer wie nicht-alkoholischer Natur bereithalten. Als Ladenschild dient meist nur eine kleine Leuchtreklame mit der Aufschrift “продукты” [produkty]. Die Preise liegen meist über dem Durchschnitt der größeren russischen Supermarktketten. Daneben gibt es Supermärkte wie “Перекрёсток” [Perekrjostok] oder “Дикси” [Diksi], die sich wohl am ehesten preislich und vom Sortimentsangebot mit den deutschen Edeka oder Rewe vergleichen lassen. Konzeptuell ähnlich zu Aldi scheint mir persönlich “Копейка” [Kopejka].
Daneben gibt es  Hypermärkten, die sich alle außerhalb des Zentrums befinden und nicht selten neben einem großen Einkaufszentrum liegen bzw. darin integriert sind. Beispielsweise “Лента” [Lenta], “О’кей” [Okey] oder auch “Ашан” [Auchan]. Um die Kunden dorthin zu bringen, gibt es teilweise kostenlose Shuttlebusse von den naheliegenden Metrostationen aus.
Die großen Unterschiede zwischen deutschen und russischen Supermärkten liegen zum einem bei den Öffnungszeiten, dem Sortiment und den Verpackungsgrößen.
Während man in Deutschland als Berufstätiger froh sein darf über die Öffnungszeiten bis 20 Uhr der meisten größeren Supermärkte unter der Woche, gibt es hier in St. Petersburg viele Supermärkte, die bis 22 oder 23 Uhr geöffnet haben. Das gilt nicht nur für Werktage, sondern auch am Wochenende. Einige größere Supermärkte sind sogar 24 Stunden, 7 Tage die Woche geöffnet. Dafür öffnen manche erst ab 9 Uhr morgens.
Das Sortiment unterscheidet sich selbstverständlich durch die anderen Essgewohnheiten. Zwar sind russische Supermärkte ähnlich den deutschen aufgebaut, dass heißt das man zunächst einmal die Obst- und Gemüseabteilung kurz nach dem Eingang hat und erst dann wahlweise zu den Frühstücksartikeln und Milchprodukten kommt und erst ganz zuletzt Hygieneartikel und Getränke vorfindet.
Dennoch gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Preise und der angebotenen Qualität. In Deutschland ist es in Supermärkten Standard, dass das Gemüse bereits gewaschen angeboten wird. Hier gibt es häufig Gemüse auch ungewaschen angeboten, zum Beispiel Karotten, Rote Bete oder Kartoffeln. Die ungewaschenen Feldfrüchte sind natürlich günstiger als die Gewaschenen. Zudem gibt es einen größeren Umfang an angebotener Qualität. In den Auslagen liegen zum Teil angestoßene Früchte, Obst und Gemüse verschiedenster Größen oder sehr reife Früchte, wie braune Bananen oder sehr kleine Auberginen. Preislich sind vor allem relativ regional vorhandene Gemüse – und Obstsorten günstig, wie z.B. Weißkohl, Kartoffeln, Karotten, Rote Bete oder Äpfel. Paprika, Tomaten oder Gurken hingegen sind im Vergleich dazu jedoch teuer. Zum Beispiel, kann man 1 Kilo Kartoffeln für 15 Rubel bekommen, während Paprika 114 Rubel kosten. Selbstverständlich spiegelt der Preis auch saisonale Verfügbarkeit von Gemüse – und Obstsorten wider.
Insgesamt scheinen mir die Preise jedoch im Vergleich mit Deutschland im Schnitt höher. Sobald man mehr als die Standardprodukte (wie z.B. Eier, Milch, Mehl…) kauft, wird die Rechnung deutlich höher. Vor allem wenn man sich Preise für Fleisch, Wurst und Käse anschaut. Dies hängt einerseits sicherlich mit den Sanktionen der EU gegenüber Russland zusammen. Andererseits sprechen folgende Zahlen aber auch für sich: während in Deutschland Haushalte im Schnitt rund 13 % für Lebensmittel ausgeben, gehen in Russland rund 28% vom Budget für Lebensmittel weg. Das würde auch mein Gefühl erklären, ständig sehr viel für Lebensmittel auszugeben.
Ein weiterer Stolperstein für einen Deutschen ist das aufgedruckte Datum. Während in Deutschland meist nur das Mindesthaltbarkeitsdatum abgedruckt ist, findet man in Russland häufig auch (nur) das Produktions – bzw. Abfüllungsdatum abgedruckt. So muss man tatsächlich immer prüfen, welches Datum nun gemeint ist.
Außerdem haben Verbraucherverbände hinsichtlich der Preistransparenz in Deutschland schon ganze Arbeit geleistet. Oft stehe ich vor dem Preisschild und suche zunächst nach einer Angabe, ob der Preis z.B. bei Obst je 100g oder pro Stück ist. Während in Deutschland anschließend noch der Kilopreis angegeben ist des Produkts, fällt das in Russland komplett weg. Daher muss man manchmal ganz genau hinschauen, ob das Produkt denn nun günstig ist oder im Rahmen liegt. Denn die angebotenen Verpackungsgrößen sind häufig ungerade Größen, z.B. statt 1 kg nur 900g Zucker, statt 200g löslicher Kaffee nur 180g. So fällt der Preisvergleich im Geschäft sehr schwierig aus und findet bei Zeitnot meist gar nicht statt.
“3 zum Preis von 2” – Aktionen sind beliebt, genauso bei Diksi beispielsweise ausgewählte Aktionsartikel noch einmal extra an der Kasse jedem Kunden angeboten werden.
Wer eine größere Gemüse – und Obstauswahl möchte, kann auch noch auf einen der Märkten gehen. Allerdings muss man hier zumindest Grundkenntnisse in Russisch haben, um entsprechend bestellen und reagieren zu können.

 


Bücher zum Verschlingen

Gebloggt am: 08.04.2013 von wnetoa

November war’s und ähnlich kalt wie jetzt, daher bin ich auch nicht zu spät mit meinem Bericht, sondern das Wetter hat einfach gewartet, bis ich endlich damit rausrücke.

Von Lisseuse hab ich den Tipp damals über Twitter bekommen, ich möge doch bitte stellvertretend eine Buchpräsentation besuchen. Anfangs skeptisch, haben mich dann aber sowohl Ort als auch Buch und Autorin motiviert, mir das auch tatsächlich vorzunehmen. Nicht zuletzt die Verkostung von Rezepten aus dem Buch war dann ausschlaggebend, das Büro etwas früher als normal zu verlassen. Ach, ich hab noch gar nicht erwähnt, dass es sich um ein Kochbuch handelt? Naja, jetzt ist es raus!

öveg-Buchpräsantation

öveg-Buchpräsantation

die Autoren: Katharina Seiser / Meinrad Neunkirchner, Österreich vegetarisch

Schon alleine beim Eintreten der Buchhandlung weiss man, worauf man sich einlässt: eine Duftmischung von Gewürzen gibt einem das Gefühl, als ob schon was Leckeres zu Essen am Herd stehen würde, aber nein: diese Buchhandlung ist auch gleichzeitig Bezugsquelle für die nötigen Gewürze, was besser nicht passen könnte.

Nach ein paar einleitenden Worten zur Motivation des Buches, was denn außer Mehlspeisen an österreichischem Essen vegetarisch wäre, gab es noch einige Erklärungen zur Aufmachung des Buches selbst mit einer fast schon entschuldigenden Feststellung, dass der Verlag nur 3 statt der gewünschten 5 Lesezeichen-Bändchen zuließ. Danach ging es direkt in eine offene Fragerunde in der kleinen fast schon familiären Runde.

öveg-Lauschen

öveg-Lauschen

Das beste an einer Vorstellung eines Kochbuches ist aber – so auch in diesem Fall – wenn der Inhalt auch noch  in Form einer Verkostung vorstellig wird. So kamen wir also zusätzlich in die vergnügliche Situation drei der Rezepte frisch zubereitet zu geniessen und uns dabei gelichzeitig um das eigene Abendessen weniger Sorgen machen zu müssen.

Die Kostproben waren so schmackhaft, dass ich erst beim letzten Gang (es gab schliesslich Vorspeise, Suppe, Haupt- und Nachspeise) daran gedacht habe, auch Bilder davon zu machen. Man hat mir dann erklärt, dass ich wohl kein eingefleischter Food-Blogger bin, was ich nicht widerlegen kann: Erst das Essen, dann… naja, ihr erkennt das Problem. 😉

öveg-Mehlspeis

öveg-Mehlspeis

So zwischen den Gängen hat sich auch eine Menschenschlange in den Backstage-Bereich der Buchhandlung (da wo das Essen herkam) gebildet, was mich erst vermuten lies, dass es da Nachschub gab. Das man sich den holen wollte, konnte ich durchaus verstehen. Aber anders als angenommen waren die Besucher darauf aus, die eben erworbenen Bücher auch gleich noch bei einem kurzen und sehr netten Gespräch mit Katha signieren zu lassen.

Zum Nachstöbern und Durchbummeln: der Blog esskultur ist ebenso empfehlenswert wie auch die kulinarischste Buchhendlung, die ich je erlebt habe: Babette’s.

Mehr von mir zu lesen gibt es übrigens unter: http://myvoid.net


Französische Kulinarika

Gebloggt am: 23.01.2013 von Corinna

Derzeit entdeckt Sarah Wiener die französische Küche auf Arte. Das Konzept der 30 – minütigen Sendung ist einfach: Sarah Wiener erfährt erst kurz vorher wohin es geht und welche regionale Spezialität sie zubereiten muss. Die Zutaten erntet sie oft selbst oder stellt sie selber her, z.B. Käse. Das Essen, welches sie zubereitet, wird anschließend von einer Jury bewertet. Je nach Region sind es beispielsweise Mitglieder einer Wein-Confrérie oder die Produzenten der verwendeten Produkte. Neben dem Entdecken mancher Herstellungsmethoden, lernt man auch einige Zutaten wie bestimmte Käse oder Gemüsesorten kennen. Mehr hier.


Auf dem Weihnachtsmarkt

Gebloggt am: 18.12.2012 von Corinna

Weihnachten rückt näher, die Zeit Geschenke zu finden wird knapper – was kann man dagegen tun in Südfrankreich? Ganz einfach: Auf den Weihnachtsmarkt gehen. Das ist zumindest laut einem französischen Bekannten dessen Zweck – auf dem Weihnachtsmarkt kauft man Geschenke. Während bei mir der deutsche Weihnachtsmarkt eher für Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtsschmuck steht, ist in meiner französischen Stadt das Sortiment doch leicht anders und man könnte tatsächlich ein Weihnachtsgeschenk finden.

Auch hierzulande gibt es Glühwein, jedoch in Plastikbechern. Selbstverständlich werden regionale kulinarische Spezialitäten verkauft wie getrocknete Salamivarianten, verschiedenste Käsesorten, regionale Spezialitäten in Konserven und natürlich darunter auch die berühmte „Foie gras“. Statt

Bratwürste gibt es „Aligot“ oder „Tartiflette“. Aligot ist eine Art Käse-Kartoffelmasse mit Knoblauch, die sich beim essen durch den Käsegehalt schön mit der Gabel ziehen lässt. Tartiflette besteht aus Kartoffelscheiben, mit Speck und Käse dazu. Beides sind sehr deftige Gerichte, die aber bestens zu kälteren Temperaturen passen. Den süßen Ausgleich gibt es mit französischen Lebkuchen, der jedoch geschmacklich und von der Zusammensetzung nicht so viel mit den klassischen Nürnberger Lebkuchen zu tun hat. Es fehlen vor allem der große Nuss – und Zitronatanteil. Daneben gibt es noch Nougat und Crêpes zu kaufen.

Nur ein einziger Stand verkauft Krippenfiguren und von sonstigen Weihnachtsschmuck fehlt auch jede Spur. Das ist aber ganz normal, wenn man bedenkt, dass es den Weihnachtsmarkt hier erst seit 13 Jahren gibt. Dafür kann man hier schöne Lederwaren, Dekoartikel aus Glas oder Holz, originelle Schreibgeräte, Taschen aus Indien, Kirschkernkissen, Spielzeug aus Holz oder auch Schmuck kaufen.

Auch der in Deutschland obligatorische Weihnachtsbaum fehlt, von einer Krippe ganz abgesehen – stattdessen ist in der Mitte des Platzes ein überdimensionaler „Pere – Noel“ aus LED-Lichtern platziert, vor dem dann tatsächlich auch ab und an Chöre Weihnachtslieder singen.

Ganz anders sieht es in Nordfrankreich aus, vor allem im Elsass, da hier die Weihnachtstraditionen auch mitbegründet wurden – sei es, dass der erste Christbaum in Selestat stand oder ein Straßburger Glasbläser in Ermangelung von Äpfeln die ersten Glaskugeln für den Weihnachtsbaum geschaffen hat. Auch der Adventskranz ist hier in Südfrankreich unbekannt, sowie die Tradition des Adventskalenders. Zwar kann man für Kinder auch hier Adventskalender kaufen, aber es scheint mir weniger üblich zu sein als in Deutschland.

 


Gelesen und für gut befunden: 30.11.2012

Gebloggt am: 30.11.2012 von Lisseuse

Weil ich gerade nur zwischen drin meinen Feedreader leerlese hier eine größtenteils unkommentierte Linkliste der besten Blogeinträge, die ich in den letzten paar Tagen gelesen habe. Alles wundervolle Geschichten und interessante Gedanken, versprochen.

Anke Gröner bloggt über ihr Studenten-Dasein: November-Journal, 22. November 2012 und Hans Memlings Devotions- und Ehepaardiptychen. Das tut sie mit so viel Begeisterung, dass man sofort in München Kunstgeschichte und Musikwissenschaften studieren möchte. Oder einfach nur so begeisterungsfähig zu sein wünscht.

Nebenher arbeitet sie auch noch: Audi-Fahrhilfen: Maria Kühn, Gerd Schönfelder, Vico Merklein

Antje Schrupp setzt sich mit der Frage auseinander, ob und in welcher Form es historische Frauenforschung braucht oder ob die Suche nach “großen Frauen” feministischen Ansätzen entgegen steht. Brauchen wir “große” Frauen?

Außerdem legt sie recht deutlich dar, warum man nicht einfach so bei Facebook aussteigen sollte und warum Facebook von so vielen Menschen benutzt wird: Euer Facebook gejammere nervt!

Herr Buddenbohm schreibt über:

63 Stück pro Person – oder wie viele manti braucht es um glücklich zu werden? Katharina Seiser tut das was sie am Besten kann: Voll Begeisterung über Essen zu schreiben.

Novemberregen über die Frage, wer den bitte in einer modernen Familie der Haushaltsvorstand sein soll.

Isabel Bogdan bewundert Menschen, die begeisterungsfähig sind: yeah, yeah, yeah!


Gelesen und für gut befunden: 27.11.2012

Gebloggt am: 28.11.2012 von Lisseuse

Arbeitgeber wollen Elternzeit kräftig kürzen (Spon) Dieses hin und her mit der Elternzeit ist doch lächerlich. Wenn alle etwas weniger dogmatisch diskutieren könnten, würden wir vielleicht feststellen, dass Pluralität der Lösungen eine gute Idee ist.

Im Kontrast dazu steht diese österreichische Initiative: Papa-Monat: Erst einen Finger (DieStandard.at)

Text für meine demente Großmutter (textkrieg). Ziemlich berührend.

40 KILO FREMDSCHÄMEN (ein Fremdwörterbuch). Wunderbare Geschichte darüber, wie peinlich es für die Jugendliche ist, wenn ihre türkische Großfamilie mit massenhaft Übergepäck an Lebensmitteln nach Deutschland fliegt. Und mit großartiger Pointe.

Du bist ja ein ganz kleines Mädchen (faz) In der genannten “Pickup”Szene, setzen Männer gezielte emotionale Manipulation ein, ausschließlich um Frauen ins Bett zu kriegen. Lieber kein Kommentar dazu.

Geschlechtergipfel der Grünen. Irgendwann fällt der nur halb ironische Satz: “Heiraten ist für Frauen tendenziell gefährlich”.

Das Nuf beschreibt noch so einen Fall, in dem weniger Dogmatismus die bessere Lösung wäre: Homöopathie, der Teufel – Schulmedizin, der Teufel.

KITAPLATZBETRUG? DR. MUTTI LOGGT SICH EIN Dr. Mutti kommentiert die ZDF “log in”-Sendung zur Kita-Betreuung.

Die Antwort Jarzombeks auf die Frage, wie er denn gerne seine eigenen Kinder betreuen lassen würde: “Das würde die Mutter entscheiden.” Aha, mit solchem Kinderkram gibt man sich also in der eigenen Familie gar nicht ab! Das darf die Frau entscheiden! Nur in der Bundespolitik mag Herr Jarzombek mit darüber bestimmen, wie, wo und wieviele Kinder betreut werden. Mein Vorschlag an dieser Stelle: Bitte überlassen Sie das doch auch gleich Ihrer Frau.

Rebecca Watson ist Skeptikerin und Feministin. Und muss leider feststellen, dass die männlich dominierte Szene der Skeptiker viel sexistischer ist, als es eigentlich zu einer Szene passt, die sich für rational und kritisch hält. It Stands to Reason, Skeptics Can Be Sexist Too.

Wie man einen Baum pflanzt – Journalismus und Wahrheit (Sascha Rheker)

Der Tag, an dem Deutschland den Euro verlässt (zeitonline): Ein Gedankenspiel darüber, was passiert, wenn Deutschland den Euro verließe. Alle ähnlichen Artikel, die ich dazu bisher gelesen habe, kommen übrigens zum gleichen Schluss: Für Deutschland wäre es wirtschaftlich die dümmste Idee überhaupt, aus der Eurozone auszutreten.

 

ICH WILL DOCH NUR LESEN! Anne Schüssler ist es egal auf welchem Medium sie liest. Hauptsache sie kommt schnell und günstig an möglichst viel Lesestoff – und muss sich nicht ständig fragen, was sie mit den ganzen Büchern machen soll.

Piraten: w/m (strohlehm):

Die Grenzen der Verständigung zwischen Männern und Frauen liegen beim Mann. Kaum etwas läßt sich in dieser Gesellschaft ohne Frauen entwickeln & das was ohne sie entwickelt werden kann, ist meistens unwichtig. Oder anders herum: Das was Männer ohne Frauen zuwege bringen, lässt sich weltweit als kleine, mittlere & große Katastrophen beobachten.

Und zum Abschluss mal wieder Herr Buddenbohm, der Superlative in Rezensionen für übertrieben hält und für ein ehrliches “gut” plädiert: RUNTER VOM WEIHRAUCHTRIP.

 


Auf einem französischen Wochenmarkt

Gebloggt am: 20.11.2012 von Corinna

In einer größeren französischen Stadt auf den Wochenmarkt zu gehen regt unweigerlich sämtliche Kochfantasien an. Denn in Gegensatz zu Deutschland gibt es viele Gemüsesorten und Produkte, die hierzulande als Delikatessen gelten, bei Saison vergleichsweise günstig zu kaufen.

Dabei denke ich beispielsweise an Esskastanien, Artischocken oder verschiedene Muschelarten. Es gibt seit November auf meinem Wochenmarkt Stände, die nur Meeresfrüchte und Fisch verkaufen: Jakobsmuscheln, Meeresschnecken, Garnelen, kleine Krabben, Austern verschiedener Regionen und Fisch in allen Variationen. Ebenfalls nur im Herbst präsent: Stände, die nur Pilze verkaufen, von denen ich bisher noch gar nicht wusste, dass sie existieren. Natürlich gibt es Steinpilze, Pfifferlinge und Maronenröhrlinge, aber auch violettfarbene Pilze, die ich bisher noch nie auf einem Markt gesehen habe.

Man kann auch frische Petersilie kaufen und nicht zu vergessen: frische Minze, für den Tee und manche orientalischen Gerichte unabdingbar. Streift der Blick über das Gemüse, so fallen einem einige Gemüsesorten auf, die man bisher so noch nicht gesehen hat. Was ich beispielsweise zunächst für Schwarzwurzel gehalten habe, war in Wahrheit schwarzer Rettich. Ebenso ungewöhnlich erscheinen die weißen Rüben, die eine apfelgroße runde Form mit violettem Ansatz haben. Im Sommer gibt es häufig auch kugelrunde Zucchini im Gegensatz zum länglichen Pendant.

Lässt man die Obst- und Gemüsestände hinter sich, kommt man zu den Metzgerständen. Und auch hier spielen regionale Unterschiede eine Rolle: Es gibt viel Rind, Hase und Hühnerfleisch, aber wenig Schweinefleisch im Angebot. Das findet man wiederum verarbeitet in guten luftgetrockneten salami-artigen Würsten. Für ein schnelles Mittagessen kann man auch Brathähnchen kaufen, mit viel Knoblauch und Liebe gemacht.

Für einen guten Abschluss einer Mahlzeit fehlt jetzt noch der Käse, den es selbstverständlich auch in allen Varianten zu kaufen gibt. Erstaunlich für mich ist, dass es viel mehr Ziegenkäse gibt, der traditionellerweise schon so verschimmelt aussieht, dass man meint, man könne ihn nicht mehr essen – dabei ist er genau so erst richtig gut.


Rezensiert: Nudeldicke Deern

Gebloggt am: 13.11.2011 von Lisseuse

Wie bei vielen in meiner Ecke des Internets spielt Essen und Ernährung in meinem Leben gerade eine große Rolle. Gute, leckere und selbstemachte Gerichte bestimmen dabei durchaus meinen Alltag. Da ich Anke Gröners Blog (und besonders ihre Auseinandersetzung mit ihrer Ernährung) gespannt verfolgt habe, musste ich natürlich auch ihr Buch lesen. Dass ich die Rezension so spät nach der Erscheinung des Buches schreibe, ist auch der Wanderung des Buches durch meinen Bekanntenkreis geschuldet.

Die Grundaussage des Buches lautet: Hör endlich auf deinen Körper und nicht mehr auf Frauenzeitschriften. Dein Körper weiß schließlich was er braucht. Iss lecker und was du magst, statt Diäten zu machen und dich selbst zu kasteien. Persönlich fand ich auch die zwei Kapitel Diäten und Gesundheit am spannendsten. Die Erkenntnisse die ich daraus mitgenommen habe sind:

1. Es gibt keine Studien die belegen, dass “Dicksein” gesundheitsschädlich wäre.
2. Stattdessen gibt es jedoch eine Reihe von Studien die zweigen, dass Krankheiten die dem “Dicksein” zugeschrieben werden, tatsächlich durch häufiges zu- und abnehmen entstehen.
Und der für mich wichtigste Punkt:
3. Jeder Körper hat einen individuellen “Set Point”, den er immer wieder erreichen will und der das persönliche Idealgewicht darstellt. Ist dieser Punkt erreicht, geht es uns am Besten. Um diesen Punkt zu erreichen ist es nur nötig dann und das zu essen, wann und worauf man Lust hat (und auch nicht zu essen, wenn man wirklich keinen Hunger hat) und sich regelmäßig zu bewegen.

Auch wenn ich eine Reihe der Texte im Buch schon aus dem Blog kannte, habe ich das Buch gerne und mit Spannung gelesen. Dabei hilft besonders Anke Gröners alltagssprachlicher humorvoller und teils selbstironischer Stil, der das Buch neben dem Informationsgehalt auch noch amüsant zu lesen macht. Die vielen Beispiele aus Anke Gröners eigenem Erleben nehmen dem Buch jeden missnarischen Charakter.

Dennoch habe ich, seit ich die Deern gelesen habe, schon mehrere Situationen erlebt, in denen ich mir gewünscht habe, Belegexemplare zu besitzen, die ich an manisch um Figur, Aussehen und Gesundheit besorgte Frauen verteilen kann, deren Lebensinhalt sich nur um ihr Gewicht zu drehen scheint, obwohl das in keinster Weise nötig ist.

Anke Gröners Nudeldicke Deern. Free your mind and your fat ass will follow ist 2001 bei Wunderlich erschienen. Das Paperback kostet 14,95€. Teile des Buches standen schon vorher in Anke Gröners Blog . Darüberhinaus gibt es auf der Homepage der Deern Textauszüge und eine Linkliste zum Buch.