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Arteducate – Hat er’s gemalt?

Gebloggt am: 17.03.2016 von Corinna

Zum Zeitvertreib bietet das Internet ein mannigfaches Angebot. Ein neues Spiel für Kunstliebhaber und Kunstinteressierte bietet Arteducate. Nach einer unkomplizierten Anmeldung (entweder als Neuregistrierung oder über Google/Twitter/Facebookaccount) kann man loslegen. Man kommt zunächst wieder auf die Startseite und muss dann oben rechts auf “Attribution” klicken.

Aus einer alphabetischen Liste Maler verschiedenster Epochen wählt man einen Künstler aus. Anschließend sieht der Spieler ein Bild und muss nur durch ein einfaches Klicken auf ein “Daumen-hoch”-Symbol bzw. “Daumen herunter”-Symbol entscheiden, ob das Bild vom ausgewählten Maler stammt oder nicht. Nach einer Reihe von bewerteten Bildern zeigt ein Prozentsatz an, wie viele Bilder man richtig zugeordnet hat. Zudem wird in einem Kreisdiagramm angezeigt, welche Bilder man richtig zugeordnet hat bzw. welche falsch.

Zum Zeitvertreib ist es gut geeignet, noch dazu hilft es der Forschung am Kunstinstitut der LMU, wie vergleichendes Sehen tatsächlich funktioniert. Da sich das Spiel erst noch in der Alpha-Phase befindet, gibt es selbstverständlich noch manches zu verbessern. So könnte man nach dem Einloggen sofort auf die Spielseite weitergeleitet werden ohne erst nach dem Feld “Attribution” suchen zu müssen. Leider werden auch nicht jeweils die Bilder mit Urhebernamen angezeigt, sondern nur die Namen der Künstler der vorher gezeigten Bilder. So lässt sich das Spiel sozusagen nur sinnvoll in eine Richtung spielen – “ich kenne diesen Künstler und kann Bilder zuordnen” und ein “ich kenne diesen Künstler noch nicht, möchte aber ihn kennenlernen über dieses Spiel” ist leider nicht möglich.

Wem dieses Spiel zu langweilig ist, dem sei nach wie vor ARTigo empfohlen, bei dem es mittlerweile auch noch mehr Varianten als in der Anfangsphase gibt.


ARTigo – Spielen und dabei der Wissenschaft helfen

Gebloggt am: 15.07.2011 von Corinna

ARTigo ist ein Online-Spiel, das gleichzeitig der LMU München hilft, ihr digitalisiertes Bildarchiv für Suchende tatsächlich nutzbar zu machen. Wer in einer Bilddatenbank beispielsweise nach Bildern zum Thema “Sommer” sucht, wird schwer fündig, sofern er nicht bereits vorher bestimmte Maler heraussucht oder das Stichwort im Titel des Bildes enthalten ist.

ARTigo will sich dabei der Internetnutzer bedienen, da beispielsweise in Deutschland ca. 75 % der Gesamtbevölkerung online sind, weltweit 2 Milliarden Menschen. Ziel ist es, Bilder mit sinnvollen “Tags” zu versehen, die Bilder leichter auffinden lassen.

In ARTigo spielen zwei Spieler gegeneinander: Man bekommt ein Bild eingeblendet und hat ca. 1 Minute Zeit, um verschiedene Begriffe einzugeben, die einem zum gezeigten Bild einfallen. Gibt der Gegenspieler das gleiche Wort ein, bekommen die Spieler Punkte. Somit wird verhindert, dass sinnlose Tags vergeben werden, die gar nichts mit dem Bild zu tun haben.

Problem bei dieser Spielstrategie ist natürlich, dass man zunächst nur die vorrangig sichtbaren Dinge bezeichnet, wie die Farben oder Figuren; d.h. weniger die Epoche oder eventuell sogar den Maler. Dafür gibt es KARIDO, bei dem man nur bei “anspruchsvolleren” Tags Punkte bekommt. Das Grundprinzip der Validierung (d.h. das mind. 2 oder mehr Spieler diesen Begriff eingegeben haben) bleibt bestehen.

Nach jeder Partie werden dem Spieler noch einmal die Bilder gezeigt, die man getaggt hat. Diesmal jedoch mit Maler, Entstehungszeit und Museumsort. So lernt man unbewusst mehr Bilder kennen – was für allen für Kunst- und Kunstgeschichtestudenten von Vorteil ist. Zudem kann man sich anmelden und bei guten Spiel in die Bestenliste kommen. Das ist aber nicht notwendig, um ARTigo zu spielen.

Neben den spielerischen Effekt, ergeben sich auch für andere Geisteswissenschaften neue Forschungsmöglichkeiten: Beispielsweise, ob Japaner andere Dinge zuerst beschreiben würden als Deutsche. (ARtigo gibt es auch auf Englisch und Französisch). Denn die Eingabezeit der Begriffe, d.h. das zeitliche Nacheinander wird gespeichert. Gleiches gilt für Wahrnehmungspsychologen: Bewerten ältere Menschen andere Dinge zuerst als junge Menschen oder haben Männer und Frauen ein unterschiedliches Wahrnehmungsverhalten?

Ist einem also wieder langweilig – spielt ARTigo!

Quelle: screenshot von http://www.artigo.org/