Im Museum der Brotkultur Ulm

Wir bereiten bei uns im Museum gerade die neue Sonderausstellung zum Thema “Brot. Nahrung mit Kultur” vor. Da liegt es relativ nahe nicht nur die Publikationen des Museums der Brotkultur in Ulm zu Rate zu ziehen, sondern auch mal einen Ausflug dorthin zu machen. (Das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen hat ja leider über die Wintermonate geschlossen.)

Das Museum befindet sich im ehemaligen Salzstadel, in dem früher Getreide und zeitweise eben auch Salz gelagert wurde. Das Gebäude ist entsprechend imposant und hat großzügige Ausstellungsräume. In der Eingangshalle wurden die beiden Kollegen und ich von der Kassenkraft freundlich begrüßt. Leider darf man nur für private Zwecke und schon gar nicht für die Veröffentlichung in sozialen Medien fotografieren – was wir auch gleich unterschreiben mussten.

Das Museum basiert auf der Sammlung der Unternehmer Willy und Hermann Eiselen, die eine bunte Mischung aus Kunstwerken und Alltagsgegenständen zum Thema Brot sammelten. Entsprechend ist auch die Dauerausstellung aufgebaut. Kunstwerke dienen zur Erklärung von Geschichte oder stehen völlig für sich und wechseln sich auf jeden Fall bunt mit historischen Objekten ab. Die Ausstellung startet mit den Anfängen des Brotes im alten Ägypten – und der Ausstellungsband, den man für 4,50 EUR auch online bestellen kann, verrät eigentlich alles, was die Ausstellung zeigt. Das ist leider ein bisschen traurig, immerhin hatten wir uns ein bisschen weiteren Input erhofft. So haben wir uns immerhin über einige gelungene Inszenierungen besonders zum Brotbacken und drei schöne Medienstationen mit Filmen zu Verarbeitungstechniken von Teig gefreut.

An vielen Stellen ist die Dauerausstellung leider auch in ihrer Wegführung nicht immer ganz offensichtlich: So fanden wir uns mehrfach vor Detailtexten ohne die Einführungstexte wahrgenommen zu haben und besonders an der Stelle mit den Miniaturen, die das Brotbacken zu verschiedenen Epochen zeigen, ist es doch verwirrend, wenn man plötzlich mittendrin anfängt und dann rückwärts geht. Dafür hat das Brotmuseum allerdings auch eine Menge schöner Ausstellungsstücke: Besonders die Modelle von unterschiedlichen historischen Backstuben und Zunftgegenstände sind sehr beeindruckend.

Der Weg durch die Dauerausstellung endet recht seltsam, in dem die Objekte immer mehr in den Bereich Kunst und die Themen zu Politik der Ernährung rutschen – das führt dazu, dass zunehmend nur noch Bilder an der Wand hängen und die Texte immer länger werden. Mir als Kulturwissenschaftlerin machen solche Ausstellungen dann immer weniger Spaß.

Dafür konnten wir im Anschluss an unseren Rundgang noch mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums sprechen. Der zeigte uns ein paar der Objekte, die wir gerne ausleihen wollten. Und der Blick ins Depot eines Museums ist natürlich ohnehin immer spannend.

Insgesamt kann man bei einem Ulm-Besuch ruhig mal ins Museum der Brotkultur gehen. Vor allem, wenn man gerne (Brot) isst und sich generell für Essen und Lebensmittel interessiert. Der Eintritt kostet für Erwachsene momentan 4 Euro und ist damit auch für einen kurzen Besuch erschwinglich.

 


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