автобус: Bus fahren in Russland

Gebloggt am: 16.01.2016 von Corinna

Bus fahren schein so einfach zu sein:  Einsteigen, Karte kaufen, Aussteigen. Natürlich war mir bewusst, dass es vermutlich in einer Fremdsprache schwieriger sein könnte, die Durchsage der Bushaltestelle zu verstehen. Aber Russland überrascht auch in diesem Punkt den planorientierten Deutschen.

Bushaltestelle

 

Fahrplan? Streckenübersicht? Oder gar ausgewiesene Nachtlinien? Häufig Fehlanzeige! In Russland muss man anscheinend das “Bus-Gen” haben, um sich zurecht zu finden. Nebenbei hilft es natürlich Russisch zu sprechen. In Sankt Petersburg und Moskau steht meistens ja noch zumindest die Stationen und die aktuelle Haltestelle am Schild, sowie die Busnummern, die hier halten sollten. Warum das dann alles in 3 Metern Höhe sein muss, sodass man kaum die klein geschriebenen Stationsnamen lesen kann, erklärt sich mir nicht. Während in Deutschland meist der Platz von Bushäuschen dazu genutzt wird den Fahrplan aufzuhängen oder sogar grafisch die Busroute in den Kontext eines Stadtplans einzubetten, gibt es das Bushäuschen hier oft gar nicht und man muss manchmal erst nach der Haltestelle suchen, die durch ein Busschild ausgewiesen ist.

In den Großstädten kann es dann schon mal verwirren, wieso es zwei  Linien 10 gibt. Wenn man nicht genau hinschaut, dann sieht man nicht, dass ein Bus ein ganz normaler Bus ist, während die zweite Linie 10 ein sogenannter Trolleybus ist oder auch Oberleitungsbus, der mittels Strom fährt und über eine Oberleitung den Strom erhält. Neben den Bussen und Trolleybussen gibt es dann noch die “Marschrutkas”.

Für den Ausländer sind diese dann die Kür beim Busfahren. Marschrutkas folgen zwar meist einer gewissen Richtung, allerdings halten sie im Gegensatz zu Bussen nicht an allen Haltestellen, sondern nur nach Bedarf. Das heißt, mitunter kann man auch, wenn man es mit dem Fahrer abspricht zwischen zwei offiziellen Haltestellen am Weg aussteigen. Stationen werden gar nicht angesagt und wer nicht weiß, wo er aussteigen muss und kein Russisch spricht hat ein Problem. Ansonsten kann man den Fahrer fragen, dass er einen darauf aufmerksam macht, wann man aussteigen muss. Die Marschrutkas sehen auch nicht wie klassische Busse des öffentlichen Nahverkehrs aus, sondern sind meist umgebaute Kleinbusse, die nur bis ca. 15 Menschen transportieren.
Je nach Stadt und Bustyp bezahlt man anders: in St. Petersburg beispielsweise gibt es den “кондуктор” (kondúktor), bei dem man für 30 Rubel eine Fahrkarte erwerben kann oder seine Monatskarte “entwertet”. In Moskau hingegen zahlt man beim Fahrer und geht dann durch ein Drehkreuz. Da die Marschrutkas schneller und kleiner sind, kosten sie mehr als der Bus für die gleiche Strecke. Zudem spielt die Streckenlänge eine Rolle: je weiter, desto teurer. Den Fahrtpreis zahlt man direkt beim Einsteigen beim Fahrer.

Wie kann man sich aber nun trotzdem zurechtfinden, auch wenn man nur rudimentär Russisch spricht? Die meisten Busse haben im Fenster eine Tafel mit den wichtigsten Haltestellen, oft sind auch die Metrostationen angegeben. So kann man zumindest mal grob abschätzen, in welche Richtung ein Bus fährt. Wenn es den “Konduktor” gibt, kann man diesen auch fragen. Ansonsten ist es sinnvoll, sich einen Stadtplan zu kaufen, in dem die Busse, Trolleybusse und Marschrutka – Routen eingezeichnet sind. Dann muss man sich nur noch auf die richtige Straßenseite stellen und die russischen Durchsagen verstehen, um an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Oder jemanden fragen. Denn ohne Russischkenntnisse bleibt Busfahren in Russland ein Abenteuer.


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