Netography

Gebloggt am: 30.04.2014 von Lisseuse

Feldforschung im Internet hat jede Menge Namen, netography finde ich am witzigsten. Es trifft allerdings nicht so recht, was ich grade mache, weil ethnographisches Arbeiten im Netz dann vielleicht doch bedeuten sollte, dass ich Interviews führe, mich selbst an Diskussionen beteiligen. Tatsächlich nutze ich das Internet für meine Hausarbeit über Fans von Sherlock (BBC 2010-) aber ja doch vor allem als “statische” Quelle. Dennoch stelle ich die ganze Zeit fest, das Forschen im Internet zwei Probleme mit sich bringt:

1. Wie bitte soll ich es schaffen, im Netzt Daten zu generieren, ohne mich die ganze Zeit zu verzetteln? Bei Themen, die mich interessieren ist es doch schwer genug nicht auf jeden Link zu klicken. Aber jetzt habe ich auch noch die (fadenscheinige, weil völlig unrealistische) Begründung, dass ich ja einen Überblick über mein Forschungsfeld brauche. Und wo ist eigentlich der Punkt, wo meine Daten repräsentativ sind? Selbst wenn ich gar keine quantitative, sondern eine qualitative Arbeit schreibe? Wie werden Arbeiten über das Netz valide, zumindest einigermaßen?

2. Traditionelle Hausarbeiten sind DEFINITIV nicht die geeignete Form, um über das Internet zu schreiben. Ich möchte Links setzen, Videos und Bilder einbinden und überhaupt würde sich doch bei einer Arbeit über Phänomene, die im Netz stattfinden auch anbieten, eine Form zu wählen, die diese repräsentiert. Warum kann ich keinen Blogeintrag einreichen?


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3 Responses

  1. percanta says:

    Bei einem solchen (digitalen) Thema hocherfreut, es auch entsprechend präsentiert zu bekommen. In Blogform zum Beispiel.
    [Wahrscheinlich jammert dann jemand, dass das nicht geht, weil dann der Prüfling die Prüfung verändern könnte, während sie bereits korrigiert wird etc. Aber das ließe sich vielleicht lösen.]
    Und bei Interesse für diese Fragen, hier geht es weiter:
    https://www.uni-goettingen.de/de/422920.html
    :-)

    • percanta says:

      Da fehlt im ersten Satz ein “wäre ich”. Soweit zur Veränderbarkeit von digital Publiziertem.

    • Lisseuse says:

      Ich wollte sowieso noch mal in die Sprechstunde. Da werde ich auch fragen, ob ich die Arbeit einfach bloggen darf :). Außerdem ist das Sherlock-Thema ja grade auch überall präsent, meine Ergebnisse müssen also sowieso auch hier aufgeschrieben werden.

      Vielen Dank für den Link! Das klingt nach einem super-spannenden Projekt. (Aber ich wollte doch in der Kulturanthropologie bleiben *grübelt*)

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