Archive for the ‘Kunst’ Category

Schweizer Entdeckungen IV – der Symbolist Ferdinand Hodler

Gebloggt am: 11.02.2017 von Corinna

Wenn ich von Ferdinand Hodler bestimmt auch vor meiner Reise in die Schweiz schon vereinzelt Bilder gesehen habe, so hat mir doch die breitere Sammlung des Kunsthaus Zürich einen umfassenderen Blick auf sein Werk ermöglicht.

Ferdinand Hodler (1853-1918) ist ein Schweizer Künstler, dessen Stil vor allem dem Symbolismus bzw. dem Jugendstil zugeordnet wird. Von früher Kindheit an ist die Malerei für Hodler bereits ein Brotberuf, wobei er sich zunächst vor allem an den Alten Meistern orientiert. Erst ab den 1880ern löst er sich von seinen Vorbildern und beginnt mehr in seinem eigenen Stil zu malen.

Er malt unter anderem Ansichten der Bergmassive vom Genfer See aus oder stark symbolisch konstruierte Bilder, wie zum Beispiel „Der Tag“, bei dem fünf nackte Frauen vom Aufwachen bis zum Schlafen gehen die unterschiedlichen Tageszeiten symbolisieren. Ein weiteres Beispiel hierfür ist das Gemälde „Die Wahrheit“, in dessen Mitte sich eine nackte, blasse, magere Frau mit erhobenen Händen und stechendem Blick befindet. Zur Rechten und Linken wenden sich mehrere Figuren ab von ihr, mit schwarzer fetzenartiger Kleidung bedeckt. Als Betrachter wird man vor allem von dem stechenden Blick der Frauenfigur in der Mitte gebannt.

Was mich persönlich an seinen Werken fasziniert, ist der Einsatz von Farbe in seinen Landschaften und die Motivwahl. Denn seine lichten Farben, die er bei seinen Landschaften nutzt, vermitteln eine Art beruhigenden Seelenlandschaftseindruck, wenngleich sie auch reale Orte darstellen. Er arbeitet häufig mit gelb-blau-lila Kontrasten, um Lichtstimmungen darzustellen. Über Symbolismus kann man sich zwar streiten und manch einem mag die Darstellung von Themen wie „Der Tag“ zu plakativ sein. Dennoch ist bewundernswert, wie es Hodler schafft in seinem Werk dies klar umzusetzen und den Betrachter in seinen Bann zu ziehen.

Mehr von Ferdinand Hodler kann man im Kunsthaus Zürich und im Kunstmuseum Bern sehen.


Schweizer Entdeckungen III – Giacometti Werkschau

Gebloggt am: 04.02.2017 von Corinna

Ähnlich wie mit August Strindbergs malerischen Werk ging es mir mit Schweizer Alberto Giacometti (1901-1966). Aus früheren Ausstellungsbesuchen verband ich mit Alberto Giacometti vor allem lange, drahtig gebaute Skulpturen mit sehr unregelmäßiger Oberfläche. Die Werkschau „Giacometti – Material und Vision“ im Kunsthaus Zürich ließ mich jedoch auch hier ein wesentlich differenzierteres Werk kennenlernen.

Die Grundlage für die Ausstellung bildeten mehrjährige Forschungsarbeiten am Kunsthaus Zürich an 75 Originalgipsen Giacomettis. Die Ausstellung war chronologisch gestaltet, wenn auch die Art der Aufstellung der Werke viele Doppelwege beinhaltete, um dem chronologischen Aufbau zu folgen. Einstieg in die Ausstellung bildete sein Frühwerk als Jugendlicher, in den Kontext gesetzt zu Werken von seinem Vater. Zudem hätte man eine Dokumentation zum Forschungsprozess am Kunsthaus Zürich ansehen können. Leider gab es nur 4 Sitzplätze, um die ca. einstündige Dokumentation zu sehen, was eindeutig zu wenig war im Verhältnis zum Besucherinteresse.

In seinem Frühwerk übt er vor allem Köpfe zu formen und möglichst naturgetreue Porträts. Erst nachdem er in Paris mit kubistischen Plastiken in Kontakt kommt, sowie mit dem Surrealismus, ändern sich seine eigenen Werke. Er experimentiert mit sehr auf klare Formen reduzierten Figuren bzw. Skulpturen, wie man an der „Löffelfrau“ oder diesem Kopf sehen kann.

Während des Zweiten Weltkriegs wohnte er hauptsächlich in der Schweiz. Zu Beginn des Krieges begann er Miniaturskulpturen zu formen, die kaum größer als Streichholzschachteln waren, sodass er sie leicht verstecken konnte. Als er nach dem Krieg nach Paris zurückkehrt, entwickelt er erst jene ikonografischen langgestreckten Skulpturen. Dabei werden die Glieder immer langgestreckter, der ganze Korpus schmaler und die Oberfläche der Skulpturen bleibt rau und rissig. Bekannte Werke, die auch mein Bild von Giacometti geprägt haben, sind „Les Femmes de Venise“ (die Frauen von Venedig) et „L’homme qui marche“ (der Schreitende).

Für mich persönlich war vor allem seine surrealistische Phase eine Entdeckung. Mehr von Giacomettis Werk gibt es  in der Fondation Giacometti in Paris, im Kunsthaus Zürich, sowie in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel zu sehen.


Schweizer Entdeckungen II – das malerische Werk Strindbergs

Gebloggt am: 28.01.2017 von Corinna

Dass jeder Mensch meist mehrere Talente besitzt ist allgemein bekannt und akzeptiert. Dennoch prägen Schule und Medien durch ihren Diskurs bestimmte Bilder von bekannten Persönlichkeiten. Umso spannender ist es, wenn man scheinbar „bekannte“ Persönlichkeiten neu entdecken kann.

Die leider schon beendete Ausstellung „August Strindberg. De la mer au cosmos“ (Vom Meer bis zum Kosmos) im Lausanner Museum für Schöne Künste ließ mich den schwedischen Dramatiker August Strindberg (1849-1912) neu entdecken. Aus Schulzeiten war er mir bekannt als Autor naturalistischer Dramen wie „Der Vater“ und „Fräulein Julie“. Dass er jedoch neben seinem umfangreichen Prosawerk auch als Fotograf und Maler tätig war, war mir bisher nicht bewusst.

Strindberg nimmt zunächst Kunstunterricht an der Uppsala-Universität und malt in den frühen Jahren vor allem Landschaften. In den 1880 Jahren hingegen kann er nichts mit der bildenden Kunst anfangen, da er sie selbst als überflüssigen Luxus wahrnimmt. Erst als er 1892 auf der Insel Dalarö wohnt, beginnt er wieder das Meer und die Natur zu malen. Dabei changiert der Ausdruck der Gemälde von dunklen Sturmbildern hin zu sonnigen Darstellungen ruhiger Natur. Ein wiederkehrendes Sujet dieser Zeit ist eine einzelne Blume an einem einsamen Strand. 1892 stellt er auch zum ersten Mal in Schweden aus.

Neben der Malerei experimentiert er auch mit der Fotografie. Neben Porträts, in denen er sich selbst bewusst in verschiedenen Rollen inszeniert, versucht er darüber hinaus den Himmel auf Bilder zu fixieren. Da er auch an der Astronomie interessiert war, versucht er in den 1890ern Mond und Sterne mittels einer Kamera ohne Linse zu fotografieren. Im gleichen wissenschaftlichen Interesse beschäftigt er sich ab 1907 intensiv mit der Beobachtung von Wolken und versucht eine Regelmäßigkeit in der Form der Wolken abzuleiten am selben Standort, indem er die Wolken fotografiert.

Hauptmotive seines Bildwerks sind damit vor allem das Meer und Wolken in seinen verschiedenen Formen. Teils bereits sehr abstrakt bzw. fließend dargestellt in seinen Bildern, teils neuartig katalogisiert und auf Abzüge gebannt in seinem fotografischen Werk. Für mich war es eine wunderbare Entdeckung.

Einen kleinen Eindruck zu Strindbergs Werk gewinnt man hier.


Schweizer Entdeckungen – Paul Klee und die Surrealisten

Gebloggt am: 21.01.2017 von Corinna

Reisen bildet – diesem Leitmotiv bin ich gefolgt, als ich die Ausstellung „Paul Klee und die Surrealisten“ im Berner Paul – Klee-Zentrum besucht habe, da ich bisher mit ihm wenig verbunden habe.

Paul Klee, 1879 in der Nähe von Bern geboren, gilt heute als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Trotz der Spuren der verschiedenen Strömungen in seinem Werk, steht er relativ solitär in seinem Schaffen und Motivwelt. Die Ausstellung „Paul Klee und die Surrealisten“ beleuchtet dabei, wie die Surrealisten sich von Klees Werk und Kunstverständnis beeinflussen ließen.

Aufbau der Ausstellung

Die Ausstellung befindet sich in einem großen Saal, welcher durch Trennwände in viele kleine Kompartiments unterteilt ist, die unterschiedlichen Motiv- bzw. Themenkomplexen gewindet sind. Schade fand ich dabei, dass es keinen eindeutigen Hinweis gab, wo die Ausstellung anfing, sodass ich letztendlich die Ausstellung von hinten nach vorne besichtigt habe.

Denn startet man sogleich rechts des Eingangs, kann man in einem kurzen Videobeitrag einen ersten Einblick in die historische Verknüpfung zwischen Paul Klees Werk und der Rezeption desselben durch die Surrealisten bekommen. Zudem finden sich entlang der Wände Statements Künstler des Surrealismus in Bezug auf Klees Werk. Da ich mich für den Audioguide entschieden hatte, konnte ich jedoch trotz ‚falscher Richtung‘ in den einzelnen abgeteilten Räumen den Bezug herstellen zwischen Klees Werken und denen der übrigen ausgestellten Künstler. Beispiele dafür sind die Welt als Traum, imaginäre Pflanzenwelten, rätselhafte Porträts und Masken oder imaginäre Architekturen.
Paul Klees Werdegang und Einfluss auf das Werk der Surrealisten

Paul Klee, der seine künstlerische Ausbildung vor allem in München erhielt, war lange Zeit vor allem der Zeichnung zugeneigt und konnte lange mit der klassischen Malerei und der Farbkomposition wenig anfangen. Dies bedauerte er auch und versuchte durch viele Studien sich dem anzunähern, bis er dann am Weimarer Bauhaus als Lehrer für den Vorkurs eine Farbtheorie entwickelte, die sich auch in seinen Werken zeigt. Dennoch bleibt die Zeichnung, auch mittels Ölpause, Hauptbestandteil seines Werkes.

In der Berner Ausstellung wird leider nicht thematisiert, dass Paul Klee schon relativ früh durch das eigenhändige Anlegen eines Werkverzeichnisses und gezielte PR sich versucht hat als weltabgewandter, vergeistigter Künstler darzustellen. Der Berner Ausstellung ist bezeichnenderweise der von ihm geprägte Satz „Diesseits bin ich gar nicht fassbar. Denn ich wohne grad so gut bei den Toten, wie bei den Ungeborenen“ vorangestellt. Es wird jedoch nirgends erwähnt, dass Paul Klee dieses Bild in der Presse bewusst versucht hat zu prägen von sich selbst. Er jedoch ein fast bürgerliches Leben führte, was kaum zu dem Stereotyp passen würde.

Nichtsdestotrotz ist diese Selbstkonzeption Klees Leitmotiv für die gesamte Ausstellung. Denn so erklärt es sich, dass er bewusst versucht hat wieder kindlich zu malen, was zu den teilweise in einer Art Wachtraum gemalten Bildern der Surrealisten passt. Auch die teilweise Auflösung jeglicher Perspektiven im Bild finden sich in bei einigen Surrealisten wieder. Insgesamt ist die hergestellte Verbindung zwischen den Surrealisten und Klees Werk gut gestaltet und ermöglich durch die thematische Anordnung auch einen neuen Blick auf die Werke von Künstlern wie Salvador Dali, Pablo Picasso, Max Ernst, Joan Miró, André Masson und René Magritte.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. März 2017 im Paul-Klee-Zentrum in Bern.

Einen ersten Eindruck in die Ausstellung gibt dieses Video.


Arteducate – Hat er’s gemalt?

Gebloggt am: 17.03.2016 von Corinna

Zum Zeitvertreib bietet das Internet ein mannigfaches Angebot. Ein neues Spiel für Kunstliebhaber und Kunstinteressierte bietet Arteducate. Nach einer unkomplizierten Anmeldung (entweder als Neuregistrierung oder über Google/Twitter/Facebookaccount) kann man loslegen. Man kommt zunächst wieder auf die Startseite und muss dann oben rechts auf “Attribution” klicken.

Aus einer alphabetischen Liste Maler verschiedenster Epochen wählt man einen Künstler aus. Anschließend sieht der Spieler ein Bild und muss nur durch ein einfaches Klicken auf ein “Daumen-hoch”-Symbol bzw. “Daumen herunter”-Symbol entscheiden, ob das Bild vom ausgewählten Maler stammt oder nicht. Nach einer Reihe von bewerteten Bildern zeigt ein Prozentsatz an, wie viele Bilder man richtig zugeordnet hat. Zudem wird in einem Kreisdiagramm angezeigt, welche Bilder man richtig zugeordnet hat bzw. welche falsch.

Zum Zeitvertreib ist es gut geeignet, noch dazu hilft es der Forschung am Kunstinstitut der LMU, wie vergleichendes Sehen tatsächlich funktioniert. Da sich das Spiel erst noch in der Alpha-Phase befindet, gibt es selbstverständlich noch manches zu verbessern. So könnte man nach dem Einloggen sofort auf die Spielseite weitergeleitet werden ohne erst nach dem Feld “Attribution” suchen zu müssen. Leider werden auch nicht jeweils die Bilder mit Urhebernamen angezeigt, sondern nur die Namen der Künstler der vorher gezeigten Bilder. So lässt sich das Spiel sozusagen nur sinnvoll in eine Richtung spielen – “ich kenne diesen Künstler und kann Bilder zuordnen” und ein “ich kenne diesen Künstler noch nicht, möchte aber ihn kennenlernen über dieses Spiel” ist leider nicht möglich.

Wem dieses Spiel zu langweilig ist, dem sei nach wie vor ARTigo empfohlen, bei dem es mittlerweile auch noch mehr Varianten als in der Anfangsphase gibt.


Rezensiert: Walküre in Detmold

Gebloggt am: 16.05.2013 von Lisseuse

Die Walküre in Detmold von Ralph Bollmann steht schon seit zwei Jahren auf meinem Amazon-Wunschzettel. Genauer gesagt steht das Buch dort, seit Anke Gröner es in ihrem Blog gleich zwei mal zitierte. Jetzt bekam ich es glücklicherweise auf Reisen zwischen die Finger. Und auch wenn ich das Buch leider nicht zu ende lesen konnte, muss ich ganz dringend darüber schreiben. Es gibt nämlich eine ganz großartige Lektüre für zwischendurch, bei der man auch einfach mal quer lesen kann.

Obwohl ich ja durchaus sehr an der so genannten Hochkultur interessiert bin, halte ich das Buch, das eine Art Opernführer ist, nicht nur für Operngänger sehr lesenswert. Ralph Bollmann schreibt nämlich uneingebildet, aber klug und pointiert über seine Reisen kreuz und quer durch Deutschland. Walküre in Detmold entstand aus der Beobachtung, dass es in Deutschland mehr Opernhäuser gibt, als im gesamten Rest der Welt zusammen und aus dem Plan alle diese Opernhäuser auch zu besuchen. Ralph Bollmann reiste also mehrere Jahre durch Deutschland und besuchte Opernaufführungen. Dabei herausgekommen ist ein Reisebericht, der gespickt mit historischem und kunsthistorischem Wissen ist. Die ununterbrochen eingewobenen Anekdoten machen besonders Lust, in den Zug zu steigen und ebenfalls quer durch Deutschland zu reisen. Man könnte dann ebenfalls bedeutende Bauwerke besichtigen Museen, Theater- und Opernaufführungen besuchen und am Ende ein bisschen gebildeter sein. Das jedoch ohne zwanghaft lernen zu müssen, sondern durch Erfahrung und Anschauung, die auch noch Spass macht.

Ich werde also gleich mal eine Spardose mit der Aufschrift “Kulturreisen” anlegen. Denn egal wie günstig laut Bollmanns Beschreibungen die einzelnen Opern auch sein können: Mein schmaler Studentengeldbeutel gibt so viel Kulturkonsum dann doch nicht her.


Handarbeit

Gebloggt am: 30.04.2013 von Mirjlena

Aus der Reihe Kritzeleien aus dem Unterricht.

Meine Hand, die ich in meiner Ausbildung ständig nutze (und zwar nicht nur zum Kritzeln).

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(Wissens-)Durst

Gebloggt am: 19.04.2013 von Mirjlena

Aus der Reihe Kritzeleien aus dem Unterricht.

Mein Wissensdurst war in dem Moment wahrscheinlich nicht allzu groß.

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Hopper und Carver – das perfekte Paar

Gebloggt am: 02.03.2013 von Corinna

Wer Raymond Carvers Kurzgeschichtenband „Beginners“ liest, sei es in der von seinem Verleger gekürzten Fassung oder der Originalfassung, sollte am besten einen Bildband mit Edward Hoppers Gemälden daneben haben. Denn einige von Hoppers Bildern erscheinen wie die Illustration zu Carvers Geschichten. Sei es „Hotel Room“ oder „Cap Cod Morning“ – die gezeigten Personen wirken ähnlich verlassen wie Carvers Protagonisten, die häufig alkoholabhängig sind, was viele soziale Beziehungen zerstört, da der Alkohol wichtiger als der Freund wird.

Auch was die Technik angeht, ähneln sich der späte Hopper und Carver: in klaren Linien wird die Situation gezeigt: sei es ein Streit in der Küche oder die Hotellobby bei Hopper, die Personen, Gegenstände und architektonischen Abgrenzungen treten klar hervor, mit satten Farben.

Gleichzeitig strahlen Gemälde wie auch Geschichten eine Einsamkeit ohnegleichen aus. Selbst wenn sich wie im Bild „Chop Suey“ zwei Personen gegenübersitzen oder bei Carver ein Dialog stattfindet, hat man den Eindruck sie kommunizieren nicht miteinander, sondern nur nebeneinander vorbei.

Jeder bleibt am Ende doch mit sich und seinen Problemen allein.

Raymond Carver ist auch in der ungekürzten Version sehr empfehlenswert und bleibt auch noch minimalistisch im Schreibstil – allerdings sollte man seine Geschichten nicht in einer Winterdepressionsphase lesen, denn es gibt kein gutes Ende und es wird auch nichts ausgelassen, was hässlich ist. Keine Wohlfühllektüre, dafür aber ein spannender Stil.

 

 


Geschwisterurlaub in Wien – Tag 3

Gebloggt am: 26.09.2012 von Lisseuse

Während unsere Gelassenheit am zweiten Tag unseres Wienbesuches noch kein Problem war, hatte sie in Schönbrunn dann doch Folgen. Denn: wenn man schon nicht früh aufstehen möchte, sollten internet-affine Menschen zumindest auf die Idee kommen Online-Tickes zu buchen. Damit lassen sich Wartezeiten nämlich ganz einfach vermeiden.

So aber kamen wir zwar in Schönbrunn an, mussten an der Kasse aber sehr schnell feststellen, dass wir eine zweistündige Wartezeit dann doch lieber mit anderem Programm überbrücken sollten.

Schönbrunn – Haupteingang 1

Also drehten wir um, und machten uns auf den wirklich kurzen Weg ins Technische Museum. Eine Kombination von Tagesprogramm, die ich nur empfehlen kann. Der Fußweg vom Technischen Museum nach Schönbrunn ist wirklich vernachlässigbar. Wenn man jedoch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, scheinen beide an völlig unterschiedlichen Enden der Stadt zu liegen.

Technisches Museum - Eingangshalle

Technisches Museum – Tickets

Das Technische Museum zeichnet sich vor allem durch die Sammlung von Eisenbahnen und anderen Dampfmaschinen aus. Ansonsten ist das Museum vor allem voller Dinge. Für vieles fehlt dabei der rote Faden und Erklärungen, die den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ausstellungsstücken erklären. Seit ich mich an der Uni ein bisschen mit Ausstellungen und Ausstellungskonzeption beschäftigt habe, stört mich so etwas immer mehr. Besonders schlimm war dann allerdings, dass die außen plakatierte Ausstellung Massenware Luxusgut bereits abgelaufen war.

 

Schönbrunn – Haupteingang 2

Für 16:00 hatten wir dann doch noch Karten für die Führung durch Schönbrunn ergattert. Auch hier hatten wir nicht das größte Glück mit dem Fremdenführer – bestimmt a Trick der Wiener Tourismusbranche. Hinzu kommt natürlich, dass an einem Feiertag in den Sommerferien das Schloss völlig überlaufen ist. Die Räume sind gestopft voll, es ist keine Zeit, um einen Augenblick zu verweilen, und sehen kann man so auch nicht so besonders viel. Für Schönbrunn gilt gewissermaßen das Selbe, wie fürs Belvedere: Bloß nicht im Sommer besuchen, da viel zu voll!

Loben muss man das Museum jedoch für die kostenlos auf der Homepage zum Runterladen zur Verfügung gestellten Audioguides.

 Gut besuchen kann man im Sommer jedoch den wundervollen, weitläufigen Park. Dieser dient auch ganz offensichtlich den Wienern als Naherholungsgebiet.

Am Neptunbrunnen – ohne Neptun

Besonders gut sitzen kann man dabei auf der Wiese vor der Gloriette, die nicht nur eine schöne Aussicht aufs Schloss, sondern auf die ganze Stadt bietet.

Schönbrunn, von der Gloriette gesehen

Schönwettervergnügen vor der Gloriette

 

Den anstrengenden Tag mit zu wenig zu essen, lässt man dann am besten mit Heurigem, deftigem Essen und einer spaßigen Runde abgewandelten Tabus ausklingen. Immerhin kann man so auch noch die letzen Lücken von Zeit mit schönen Erinnerungen an drei viel zu schnell vergangene Tage füllen.